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21 Jan

Auszug aus einem Kräuterbrief

Die Wilde Jagd ist also vorbei und die Percht hat sich wieder in ihr Reich zurück gezogen. Was bleibt ist eine wunderbar friedliche Ruhe und eine dem Jänner so eigene Klarheit. 

Mir kommt es ja so vor, als hätte ich meine Wilde Jagd seit April gehabt. Rauf und runter, hin und her, mit wilder Geschwindigkeit den Launen aller ausgesetzt, durchgewurschtelt, aufgewirbelt. Selbst wild gewesen, manchmal zornig, manchmal mutlos, manchmal sehr leer, selten verzweifelt. Himmelhoch jauchzend, euphorisch, resigniert und wieder aufgerappelt, neue Energie aus den seltenen, wirklich ruhigen Augenblicken mit meinem Sohn und meinen Kräutern gezogen. Immer aber ein Ziel vor den Augen: ich will bis Weihnachten in meinem Haus sein. Das habe ich geschafft, die Nachwehen sind verklungen. Was bleibt ist eben diese wunderbar friedliche Ruhe. Auf die Klarheit warte ich noch, aber he: wir wollen ja nicht alles auf einmal.

Es ist schön, sich auf Neues einlassen zu können. Trotzdem bleiben Fragen, Unsicherheiten – wie bringe ich alles unter einen Hut? Aber dann kommt das Kribbeln im Bauch und ein breites Grinsen im Gesicht – alles kommt, wie es kommen soll und ich vertraue darauf, dass es gut sein wird. Vertrauen ist überhaupt eines der wichtigsten Gefühle überhaupt. Vertrauen in sich selbst und in sein Schicksal. Nichts geschieht zufällig und alles folgt einem Plan. Lange vor unserem jetzigen Erdenleben geschmiedet – für uns im Moment oft verborgen, erschließt sich der Sinn nach einiger Zeit. Manchmal auch erst, wenn wir die Schleier zu einem anderen Dasein durchschritten haben. Im Wort Vertrauen steckt trauen – traue dir selbst und anderen. Traue dem anderen auch zu, seinen Weg gehen zu dürfen. Aber auch Trauer steckt darin. Trauer ist wichtig, man muss sie zulassen. Man muss sich und anderen die Trauer zutrauen. Der Trost steckt im Vertrauen, dass die Trauer die Seele stärkt und sie sich dadurch weiter entwickeln darf. 

Was sich im Garten so tut

Also mein „alter“ Garten darf bestehen bleiben. Ob ich das so will, weiß ich noch nicht. Ich möchte natürlich gerne bei meinem Haus einen Garten haben und bin schon voller Pläne. Es ist noch ein gutes Stück Arbeit – rund herum ist alles blanke, gute, fruchtbare Erde. Fast zu viel des Guten für die so genügsamen Kräutlein. Auch eine Naturhecke soll ihren Platz finden – viel hab ich ja nicht rund um´s Haus. Also heißt es sehr gut planen, ich will ja nicht, dass in 2-3 Jahren alles zu gewuchert ist und die Sonne ihren Weg nicht mehr zu mir findet. Die Bäume und Sträucher sollen so lange bei mir bleiben, bis ihre Zeit gekommen ist. Keine Säge also. Wenn ich so überlege: ein kleines Gemüsegärtlein wäre auch fesch und natürlich möchte mein Sohn mindestens einen Baum zum Herumkraxeln. Also mit 1-2 Apfelbäumen liebäugle ich schon auch – alte Sorten sollen es sein. Auch Beeren und Rosen dürfen ihren Platz in meinem Garten finden. Ich glaube, ich habe jetzt schon zu wenig Fläche…


Was sonst noch los ist 

Dieses Jahr habe ich fast noch gar keine Workshops geplant. Das kommt jetzt langsam an die Reihe. Ich habe ja jetzt einen hauseigenen Seminarraum, der zwar noch nicht fertig ist, aber bis die Workshops anfangen dauert es ja noch ein bisschen. Jedenfalls bin ich für Vorschläge offen: fix dabei sind wieder die Knospen, auch die 8 Jahreskreisfeste (diesmal starten wir im November – zum Hexenneujahr), der Göttinnenreigen darf natürlich nicht fehlen und auch Salben werden wieder fleißig gerührt. Alles andere darf noch wachsen und reifen – natürlich halte ich euch auf dem Laufenden. Die Newsletter werden jetzt wieder regelmäßiger erscheinen – ich hab´s schon vermisst.  

Aber irgendwie fehlt mir die Inspiration. Wenn ich aus meinem alten Bürofenster schaute, dann konnte mein Blick über den Garten schweifen. Meine Kräuterfreunde flüsterten mir dann immer das ein oder andere Stichwort zu. Wenn ich jetzt aus dem Fenster blicke, dann ist alles weiß. Viel Schnee deckt die Wiese und den Erdhaufen schräg vor mir mit einer sanften, weißen Decke zu. Kein Strauch oder Baum, der meine schweifenden Gedanken für einen kurzen Augenblick fest hält. Kein geknickter Kräuterhalm, der an den Sommer erinnert. Ich fürchte fast, es wird im Sommer dann nicht viel anders sein. Ich werde aus dem Fenster schauen und eine Kuh oder eine Ziege wird meinen Blick erwidern und hämisch dreinblickend genüsslich ihr frisches Gras kauen. Das werde ich ändern – vor meinem Bürofenster brauche ich Inspiration! Ich halte euch auf dem Laufenden. 


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