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21 Jan

Dunkelheit und Licht

Dass kleine oder auch etwas größere Kinder in der Nacht, wenn es dunkel ist Angst haben ist eine Tatsache. Auch manche Erwachsene schrecken sich vor der Dunkelheit – offenbar ist es fest in unseren Genen verankert, sich im Dunklen zu fürchten. Klar, seit der Steinzeit haben wir gelernt, dass in Höhlen der Bär lauert. Heute gibt es kaum noch Bären, die Angst ist aber immer noch da. Warum eigentlich? Warum haben Menschen immer noch das Bedürfnis die Nacht zum Tag zu machen? Unser Körper und unsere Seele brauchen in der Nacht die Dunkelheit, so wie untertags das Licht. In der Dunkelheit werden die Sinne sehr geschärft. Wer nicht gerade nachtblind ist, der wird merken, dass wir auch im Dunkeln recht gut „sehen“ können. Wir fühlen die Dunkelheit und wenn wir es zulassen, Angst und Panik beherrschen können, dann ist die Dunkelheit ein Genuss. Wir hören ALLES. Auch das, was nicht da ist. Unser Geruchsinn ist außergewöhnlich geschärft. Der Geschmacksinn eröffnet ganz neue Eindrücke – ob das der Grund ist, weshalb manche in der Nacht den Kühlschrank leer räumen ist noch nicht erforscht. Aber wir sollten wirklich wieder lernen, die Nacht zu unserer Freundin zu machen. Wir reduzieren wieder aufs Wesentliche – nämlich auf uns selbst. 

Ja und dabei hilft uns ja auch die momentan herrschende Zeit – der Jänner. Ohne viel Geschnörkel ist er einfach da und zaubert mit seinen scharfen Schneekristallen, den eisigen Winden und den klirrend – strahlenden Sonnentagen bestechend klare Landschaften. Landschaften, in denen wir auch zu uns kommen und uns ganz und gar auf unser Innerstes konzentrieren dürfen. Nichts ist mehr schummrig, mummelig, heimelig. Sogar der Jänner-Nebel glitzert kühl und es ist fast so, als ob er uns zur Ordnung rufen will. 

Was sich im Garten so tut

Was soll ich sagen, noch ist alles beim Alten. Ausser, dass es ganz schön viel Schnee hat. SCHÖN viel Schnee – gerade richtig für einen traumhaften Winter. Mir ist bewusst, dass ich nur für unsere Gegend hier schreiben kann. In anderen Alpenregionen schaut es ganz anders aus. Aber es ist natürlich alles Ansichtssache – für viele Außenstehende ist es eine „Schnee-Hölle“ und für viele Einheimische ist es ein ganz normaler Winter. Das ist alles schon da gewesen – die großen Zyklen wiederholen sich, genau so wie die mittleren, die kleineren, die kleinen….Schnee-Hölle ist ja ein interessantes Wortspiel. Hölle kommt ja anscheinend vom Wort „Hel“ oder „Holle“ – na? Klingelt´s? Das Reich der Hel war für unsere Ahnen ein nicht weg zu denkender Bestandteil unserer Welt. Erst mit der Zeit wurde das Hollenreich verdammt und mit allerhand abstrusen Gestalten bestückt. Im Märchen hat es überlebt – und dort wird auch kräftig geschüttelt, damit wir ja auch genug Schnee auf unserer Welt bekommen. 

Da bei uns rund um´s Haus ja noch nichts ist, habe ich einfach unseren abgeräumten Christbaum hinaus gestellt. Jetzt steht er da, vor dem Stubenfenster, völlig nackt. Ab und zu schmücken ihn ein paar wunderhübsche Vögelchen. Rotkehlchen, Spatzen und Meisen, machen es sich auf den dürren Ästen bequem und beobachten die Amseln, die sich am Boden um ein paar Körnchen streiten. Ein Vogelhäuschen hab ich auch aufgestellt, das ist besser wie Kino. Viel besser. Natürlich hab ich ein paar Meisenringe hergestellt, die mögen sie heuer besonders gerne. Ich hab immer das Gefühl, die Dinger aus dem Supermarkt mögen sie nicht, die sehen immer schon so ranzig aus. Ausserdem macht das Selbermachen einen Mords-Spaß, Kinder lieben das. 


Was sich sonst noch tut 

Es ist ja schon wieder ganz schön viel los bei mir. Der Terminkalender für dieses Jahr ist fast schon fertig. Ich möchte ja gerne Kräuterurlaube bei mir hier anbieten. Ich muss nur noch Wochen bzw. 3-4 Tage hintereinander finden, an denen ich sonst keinen Workshop oder eine andere Veranstaltung habe. Das ist gar nicht einfach. Aber irgendwie werd ich es schon hin bekommen. Mir schwirrt ja so viel im Kopf herum – diese Woche darf ich ein Interview für ein Magazin geben. Das Thema soll „Knospen“ sein – bin schon gespannt, was mir da so einfällt. Jedenfalls ist es eine gute Gelegenheit den Leuten zu sagen: hier bin ich wieder!!

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21 Jan

Auszug aus einem Kräuterbrief

Die Wilde Jagd ist also vorbei und die Percht hat sich wieder in ihr Reich zurück gezogen. Was bleibt ist eine wunderbar friedliche Ruhe und eine dem Jänner so eigene Klarheit. 

Mir kommt es ja so vor, als hätte ich meine Wilde Jagd seit April gehabt. Rauf und runter, hin und her, mit wilder Geschwindigkeit den Launen aller ausgesetzt, durchgewurschtelt, aufgewirbelt. Selbst wild gewesen, manchmal zornig, manchmal mutlos, manchmal sehr leer, selten verzweifelt. Himmelhoch jauchzend, euphorisch, resigniert und wieder aufgerappelt, neue Energie aus den seltenen, wirklich ruhigen Augenblicken mit meinem Sohn und meinen Kräutern gezogen. Immer aber ein Ziel vor den Augen: ich will bis Weihnachten in meinem Haus sein. Das habe ich geschafft, die Nachwehen sind verklungen. Was bleibt ist eben diese wunderbar friedliche Ruhe. Auf die Klarheit warte ich noch, aber he: wir wollen ja nicht alles auf einmal.

Es ist schön, sich auf Neues einlassen zu können. Trotzdem bleiben Fragen, Unsicherheiten – wie bringe ich alles unter einen Hut? Aber dann kommt das Kribbeln im Bauch und ein breites Grinsen im Gesicht – alles kommt, wie es kommen soll und ich vertraue darauf, dass es gut sein wird. Vertrauen ist überhaupt eines der wichtigsten Gefühle überhaupt. Vertrauen in sich selbst und in sein Schicksal. Nichts geschieht zufällig und alles folgt einem Plan. Lange vor unserem jetzigen Erdenleben geschmiedet – für uns im Moment oft verborgen, erschließt sich der Sinn nach einiger Zeit. Manchmal auch erst, wenn wir die Schleier zu einem anderen Dasein durchschritten haben. Im Wort Vertrauen steckt trauen – traue dir selbst und anderen. Traue dem anderen auch zu, seinen Weg gehen zu dürfen. Aber auch Trauer steckt darin. Trauer ist wichtig, man muss sie zulassen. Man muss sich und anderen die Trauer zutrauen. Der Trost steckt im Vertrauen, dass die Trauer die Seele stärkt und sie sich dadurch weiter entwickeln darf. 

Was sich im Garten so tut

Also mein „alter“ Garten darf bestehen bleiben. Ob ich das so will, weiß ich noch nicht. Ich möchte natürlich gerne bei meinem Haus einen Garten haben und bin schon voller Pläne. Es ist noch ein gutes Stück Arbeit – rund herum ist alles blanke, gute, fruchtbare Erde. Fast zu viel des Guten für die so genügsamen Kräutlein. Auch eine Naturhecke soll ihren Platz finden – viel hab ich ja nicht rund um´s Haus. Also heißt es sehr gut planen, ich will ja nicht, dass in 2-3 Jahren alles zu gewuchert ist und die Sonne ihren Weg nicht mehr zu mir findet. Die Bäume und Sträucher sollen so lange bei mir bleiben, bis ihre Zeit gekommen ist. Keine Säge also. Wenn ich so überlege: ein kleines Gemüsegärtlein wäre auch fesch und natürlich möchte mein Sohn mindestens einen Baum zum Herumkraxeln. Also mit 1-2 Apfelbäumen liebäugle ich schon auch – alte Sorten sollen es sein. Auch Beeren und Rosen dürfen ihren Platz in meinem Garten finden. Ich glaube, ich habe jetzt schon zu wenig Fläche…


Was sonst noch los ist 

Dieses Jahr habe ich fast noch gar keine Workshops geplant. Das kommt jetzt langsam an die Reihe. Ich habe ja jetzt einen hauseigenen Seminarraum, der zwar noch nicht fertig ist, aber bis die Workshops anfangen dauert es ja noch ein bisschen. Jedenfalls bin ich für Vorschläge offen: fix dabei sind wieder die Knospen, auch die 8 Jahreskreisfeste (diesmal starten wir im November – zum Hexenneujahr), der Göttinnenreigen darf natürlich nicht fehlen und auch Salben werden wieder fleißig gerührt. Alles andere darf noch wachsen und reifen – natürlich halte ich euch auf dem Laufenden. Die Newsletter werden jetzt wieder regelmäßiger erscheinen – ich hab´s schon vermisst.  

Aber irgendwie fehlt mir die Inspiration. Wenn ich aus meinem alten Bürofenster schaute, dann konnte mein Blick über den Garten schweifen. Meine Kräuterfreunde flüsterten mir dann immer das ein oder andere Stichwort zu. Wenn ich jetzt aus dem Fenster blicke, dann ist alles weiß. Viel Schnee deckt die Wiese und den Erdhaufen schräg vor mir mit einer sanften, weißen Decke zu. Kein Strauch oder Baum, der meine schweifenden Gedanken für einen kurzen Augenblick fest hält. Kein geknickter Kräuterhalm, der an den Sommer erinnert. Ich fürchte fast, es wird im Sommer dann nicht viel anders sein. Ich werde aus dem Fenster schauen und eine Kuh oder eine Ziege wird meinen Blick erwidern und hämisch dreinblickend genüsslich ihr frisches Gras kauen. Das werde ich ändern – vor meinem Bürofenster brauche ich Inspiration! Ich halte euch auf dem Laufenden. 

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von Hasen, Eiern, Wasser und Feuer
27 Mrz

Mir kommt es so vor, als wäre erst letzte Woche Lichtmess gewesen. Euch auch? Und nun ist schon Ostern! Je nach Sonnenstand, also zwischen 21. und 23. März, übergibt der Winter seine Herrschaft an den Frühling. Dieses Jahr ist Frau Holle wirklich hartnäckig, die junge Frühlingsgöttin hat kein leichtes Spiel. Aber genau darum geht es jetzt: spielerisch zu sein. Sich nicht zu ärgern und mit heiterer Gelassenheit Wetterkapriolen und Widrigkeiten des Lebens an zu nehmen. Es kommt ja ohnehin wie es kommen muss. Auf den Winter folgt der Frühling und das schon seit Ewigkeiten – völlig ohne unser Zutun oder gar unter Rücksichtnahme unserer Wünsche und Begierden. Diese Betrachtungsweise des Großen und Ganzen, von Kommen und Gehen, Auf und Ab – es beruhigt ungemein und ist sehr förderlich für unsere Gelassenheit.

Der Hase ist ja jetzt in aller Munde, nicht nur in Form von Schokolade! Wieso ist eigentlich zu Ostern der Hase derjenige, der sich von allen herumfleuchenden und kreuchenden Wildtieren durchgesetzt hat? Zum einen ist er das Totemtier der Frühlingsgöttinnen und zum anderen ist wohl kaum ein anderes Tier so fruchtbar wie der Hase. Und darum geht es im Frühling – einzig und allein um die Fruchtbarkeit, die Fortpflanzung, die Vermehrung. Die gesamte Natur ist eingestimmt auf dieses Mysterium. Früher war es tatsächlich einigermaßen geheimnisvoll, das Entstehen von Leben. Sicher wussten unsere Altvorderen, was man tun musste, damit eine Frau schwanger wurde – wer etwas anderes behauptet, beleidigt unsere Vorfahren. Aber was ganz genau vor sich ging, wie dieser Lebensfunke in den Leib der Frau trat bzw. in das ungeborene Kind, das war sehr geheimnisvoll. Das ist es eigentlich heute noch – niemand kann erklären, wie ein Haufen Zellen zum Leben erweckt wird.

Das Ei hat den selben Hintergrund: es symbolisiert das werdende Leben. Die Eier waren nicht immer so bunt wie heute. Früher wurden sie ausschließlich rot gefärbt. Rot wie das Blut – der Lebenssaft und die Farbe der großen Göttin. Auch das Wasser ist in der Osterzeit besonders. Der Quell des Lebens zu bestimmten Zeiten aus einer Quelle oder Bach geschöpft hat große Kraft. Die Überlieferungen sagen, dass Wasser das am Ostersonntag, vor Sonnenaufgang von einer Jungfrau geschöpft gesund und stark machen solle. Diese Jungfrau darf noch dazu an diesem Morgen mit niemandem gesprochen haben. Jungfrau dürfte hier aber ein dehnbarer Begriff sein und möglicherweise einfach eine junge Frau meinen. Ebenso solle man sich am Karfreitag zwischen 12.00 und 13.00 Uhr die Haare waschen – sie werden nicht grau. So gibt es unzählige Bräuche, Rituale und Überlieferungen für diese Zeit, in jeder Region gibt es andere und jeder einzelne ist besonders und erhaltenswert.

Wer schon mal junge Lämmchen herumhüpfen sah, der weiß, wieso auch sie den Frühling symbolisieren. Nicht das Lamm Gottes, das sich opfert, nein. Die pure Lebensfreude, die sich im übermütigen Springen und Rennen offenbart, ist der wahre Hintergrund. Ja und die Osterfeuer sollen der Sonne auf die Sprünge helfen. Unsere Ahnen wollten so auch noch die letzten Reste des Winters vertreiben und dem Sonnengott ihre Unterstützung versichern.

 

Was im Garten so los ist

Juhuuuuu! Sie haben überlebt!!! Ich hab so eine Freude – der Herr Bergtee und das Fräulein Jiaogulan haben den langen und teilweise sehr kalten Winter überlebt! Sie sind erst seit letztem Jahr in meinem Garten, aber es gefällt ihnen offenbar recht gut zwischen Herrn Salbei und Frau Zitronenmelisse. Auch diese beiden warten schon mit frischen, grünen Spitzen auf wärmere Temperaturen. Der Meister des Waldes streckt ebenso seine Köpfchen aus der herrlich duftenden Erde wie die ersten Krokusse und die Damen Schneeglöckchen haben ihre schönsten Kleidchen angezogen. Wenn man ganz genau hin schaut, dann sieht man wie wunderschön die weißen Blütenköpfchen im Sonnenlicht regenbogenfarben schimmern. Dieses leichte Schimmern kann man übrigens später auch bei den Himmelschlüsseln und anderen Frühlingsblühern beobachten.

 

Welche Kräutlein finde ich schon?

Bei den Knospen herrscht jetzt schon Hochsaison. Für manche ist es bereits zu spät. So hat Frau Hasel ihre weiblichen Blüten schon auf den Ästchen sitzen und Mutter Holunder setzt ebenso ihre Blättchen schon an. Aber bei vielen geht das Sammeln noch sehr gut, lasst euch nicht entmutigen – auch nächstes Jahr gibt es wieder Knospen und was man in diesem Jahr nicht sammeln konnte, geht dann ganz sicher.

Sobald die Schneedecke weg ist, spitzt Herr Löwenzahn schon heraus. Ihn kann man jetzt wunderbar ausstechen und die Wurzeln trocknen und zu Pulver verarbeiten. Und die kleinen Knospen sind wunderbare „Falsche Kapern“. Die hellgrünen Blättchen schmecken herrlich – leicht bitter und so unglaublich frisch. Da kann sich jeder Supermarktsalat in seiner Plastikhülle verkriechen. Herr Spitzwegerich ist auch schon bereit, gemeinsam mit Frau Kresse, Frau Vogelmiere, Frau Gundelrebe, Herrn Löwenzahn, den Damen Gänseblümchen und vielleicht 3-4 Blättchen vom Scharbockskraut ergibt die grüne Schar ein köstliches Stelldichein in der Wildsalatschüssel. Etwas Zitronensaft, Salz und gutes Öl dazu – mehr braucht es nicht. Das regt die Säfte ordentlich an und die Frühjahrsmüdigkeit kann sich woanders ihre Opfer suchen.

 

Die Schwarze Johannisbeere – Allergien können warten

Die Schwarze Johannisbeere ist ein echter Wunder-Wuzzi für unser Immunsystem. Nicht nur die Knospen sind wahre Meister wenn es darum geht, Allergien zu lindern, auch die Blätter und die Beeren sind einzigartig in ihrer Wirkung. Die Schwarze Johannisbeere ist sogar im Winter leicht von ihrer Schwester der Roten Johannisbeere zu unterscheiden, der typische Geschmack nach Cassis offenbart sich beim Kosten der Knospen. Sowohl die Knospen als auch die Blätter stimulieren die Nebennierenrinde und regt die Ausschüttung des körpereigenen Kortisons an. Die Knospen wirken besonders auf die Schleimhäute und Gelenke entzündungshemmend. Vorallem aber reguliert der Knospenauszug das Immunsystem bei Allergien aller Art.
Die Tinktur oder der Tee aus den Blättern wirkt ähnlich, noch dazu kommt hier die Wirkung gegen Viren. So gehören die Blätter in jeden Grippetee und allgemein in antivirale Mischungen.
Die schwarzen Beeren beinhalten viele Antioxidantien, die freie Radikale in unserem Blut einfangen und so verschiedene schädliche Prozesse stoppen. Darüber hinaus soll in den Beeren ein ganz besonderer Stoff enthalten sein, der die Lunge besonders schützt.

Im letzten Knospen-Workshop des Jahres könnt ihr mehr über die Möglichkeiten und Geheimnisse der Baumknospen erfahren:
Donnerstag, 5. April, 19.00 Uhr Schönberg im Stubaital (Anmeldung Erwachsenenschule)

Ich freu mich schon!

Neues Angebot
Seifensieden und die Kräuterstunde! Ich freu mich auf DICH!

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Hollawind – Jetzt geht´s dahin
12 Mrz

Siehst du mich…?

Die Temperaturen lassen es schon vermuten: der Frühling kommt! Es dauert nicht mehr lange, dann wird das erste Grün sichtbar. Ja, es ist die Zeit des Sichtbarwerdens. Alles was seit der Mutternacht im Schoß von Mutter Erde schlummern durfte, kommt jetzt sehr kraftvoll ans Licht. Das können Ideen, Pläne, Vorstellungen aber auch bestimmte Vorhaben sein. Oder eben unsere lieben Pflanzenfreunde. Auch wenn Frau Holle ab und zu noch drüber zuckert, in 2-3 Wochen wird der Schnee weg sein und es wird zum Vorschein kommen, was den Winter über unter der Erde schlummern durfte. Bei mir ist in letzter Zeit auch etwas zum Vorschein gekommen. So hat sich im letzten Jahr eine gewisse Lässigkeit eingeschlichen, was meine Workshops angeht. Die Anmelde-Moral meiner Teilnehmerinnen war lässig, meine Koordination war lässig – es war einfach alles mehr als locker. Und ich merkte, wie mir das an die Substanz ging. Es passte irgendetwas nicht. Es fehlte eine gute Linie, mit welcher ich meine Grenzen wahren konnte, ohne irgendwie „streng“ zu wirken. Letzte Woche kam es also zum Vorschein,  was ich über den Winter ausgebrütet habe. Ich habe beschlossen, eine für mich und auch für meine Teilnehmerinnen stimmige Vorgehensweise zu zu entwickeln. Ich habe gemerkt, dass es sehr kräfteraubend ist, wenn ein oder zwei Tage vor dem Seminar eine oder mehrere beschließen, dass sie sich doch anmelden möchten oder eben abmelden – aus welchen Gründen auch immer. Einen Workshop vor zu bereiten ist eine Menge Arbeit. Es gilt Zutaten zu besorgen, Skripten in der richtigen Menge zu drucken, den passenden Ort zu finden und vieles mehr. Das ist vielen nicht bewusst, das ist auch normal. Nicht jeder ist mit dem Organisieren und Veranstalten von Seminaren oder Workshops vertraut. Aber jeder kann Wertschätzung und Respekt mir gegenüber und gegenüber meiner Arbeit erweisen. Ich liebe diese Arbeit, mit den Menschen, den Kräutern und dem ganzen Drum und Dran. Um dieses „Drum und Dran“ etwas mehr ins Bewusstsein zu rücken, werde ich meine Gedanken und Pläne umsetzen. Ich halte euch jedenfalls auf dem Laufenden. 

Was im Garten so los ist

Neulich bekam ich eine Nachricht: Sonja, irgendwie gibt es in diesem Jahr keine Knospen – Mutter Natur lässt sich ganz schön Zeit oder? Ja das möchte man meinen. Aber die Knospen werden von den Bäumen schon im Sommer bzw. Herbst angelegt. Sie schlummern dann auf ihrer Mutter und werden im Frühling von der Sonne wach geküsst. Manchmal dauert das Wachküssen etwas länger, manchmal ist es sehr früh. Kein Jahr ist gleich, aber die Knospen schlafen immer schon seit dem Vorjahr auf den Bäumen. Die richtige Sammelzeit ist meistens der März und April, wenn die Knospen schon etwas gewachsen sind. Wer es leicht abwarten kann, der sammelt sie, wenn sie kurz vor dem Aufblühen sind. Das erfordert, wie gesagt, etwas Geduld, aber es lohnt sich allemal. Man braucht dann nicht so viele, weil sie ja schon größer sind und auch die Wirkstoffe sind etwas intensiver. Ich würde sagen, dass man bei uns schon langsam ans Werk gehen kann, diese oder nächste Woche. Nur keine Eile! 

Welche Kräutlein finde ich schon?

An sonnenbeschienenen Südhängen findest du jetzt schon den Huflattich. Ganz klein ist er noch und versteckt. Aber in 2-3 Tagen kann man die Blüten schon sammeln. Bitte niemals alle Pflanzen an einem Standort nehmen! Die Bienen brauchen die ersten Frühlingsblüher dringender als wir! Huflattich ist ja – so wie Beinwell – seit einigen Jahren sehr verschrien. Das kommt von den Pyrolizidinalkaloiden, die in hohen Dosen die Leber schädigen können. Diese Dosen sind jedoch so hoch, dass es nahezu unmöglich ist, sie an einem Tag zu sich zu nehmen. Noch dazu haben die Pflanzen in den ersten 3 Wochen ihres Daseins noch gar keine Zeit gehabt, sich mit diesen Alkaloiden an zu reichern. Jedenfalls ist Huflattich gut bei Husten, er wirkt schleimlösend und hustenreizlindernd.  Gestern habe ich auch schon das erste Gänseblümchen gesehen! Auch Gänseblümchen helfen bei Husten. Aber sie sind allgemein sehr gesund. Man kann sie gut in den täglichen Speiseplan einbauen – über den Salat ein paar Köpfchen oder auf´s Butterbrot, auch im Haustee macht es sich wunderbar. Es ist ja unverwundbar – kaum hat man mit dem Rasenmäher drüber gemäht, steht es auch schon wieder auf. Man sagt zum Gänseblümchen „Arnika der Gebärmutter“. In Salben verarbeitet oder als Sitzbad hilft es bei Verletzungen im weiblichen Schoß. Das Gänseblümchen ist aber auch Wegesrandapotheke: wenn man einen kleinen Schnitt oder eine Abschürfung hat, zerkaut oder zerreibt man die Pflanze und legt sie auf. Sie wirkt blutstillend und entzündungshemmend.

Die Hasel- verstärkt die Wirkung anderer Gemmomazerate!

Und weiter geht´s im Reigen der frühlingshaften Knospen. Dieses Mal schauen wir uns die Hasel etwas genauer an. Über die männlichen Blüten und ihre großartige Wirkung bei Fieber und Erkältung habe ich ja bereits geschrieben. 

Die Knospen kann man jetzt sammeln und ansetzen. Die Hasel-Gemmo hat ein breites Wirkspektrum. So reguliert sie den Eiweiß- und Fettstoffwechsel, auch auf die Blutgerinnung wirkt sie ausgleichend. Sie unterstützt den Körper bei chronischen Lungenerkrankungen und beruhigt die Nerven. Sie soll bei Restless-Legs-Syndrom helfen und vorbeugend bei Thrombose und Arteriosklerose wirken. Sie mildert auch die Folgen von Elektrosmog. Allgemein verstärkt sie die Wirkung anderer Knospenmittel.

In den nächsten Knospen-Workshops könnt ihr mehr über die Möglichkeiten und Geheimnisse der Baumknospen erfahren:

Samstag, 17. März, 14.00 Uhr Neustift im Stubaital

Montag, 26. März, 19.00 Uhr Hall (Anmeldung Verein der Obst- und Gartenbauvereine Tirols)

Donnerstag, 5. April, 18.30 Uhr Schönberg im Stubaital (Anmeldung Erwachsenenschule)

Ich freu mich schon!

Neues Angebot

Seifensieden und die Kräuterstunde! Ich freu mich auf DICH!

Am Dienstag, den 15. März findet wieder ein „Hexenküchen-Abend“ statt. Dieser Teil ist für jene gedacht, denen Salben und Cremen zu wenig sind, sich aber noch nicht weiter gewagt haben. Wir stellen wunderbare Naturkosmetik mit einfachen Mitteln und ohne viel Schnick-Schnack her. Wer diesen Workshop besucht hat, wagt sich auch an kompliziertere Rezepturen und kann abschätzen, ob ein Rezept aus einem Buch oder dem Internet etwas taugt oder nicht.

Programm im März

Dienstag, 13.3. um 18.30 Uhr Start der Ausbildung zur Kräuterfrau an der VHS Wattens 

Donnerstag, 15.3. um 18.00 Uhr Salbenküche Teil III – Naturkosmetik von Kopf bis Fuß

Freitag, 16.3. um 14.00 Uhr KinderKräuterTreff

Samstag, 17.3. um 14.00 Uhr Knospenworkshop in Neustift

Freitag und Samstag, 23.-24.3. Ostermarkt in Hall jeweils ab 9.00 Uhr

Montag, 26.3. Knospenworkshop in Hall

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Über Neubeginn, Asche und Knospen
24 Feb

Neubeginn? JETZT!

Der Feber ist ja DER perfekte Monat für einen Neubeginn jeder Art. Nicht nur das stärker werdende Licht, auch die Luft und die ganze Stimmung regt zum Aufbruch an. Ja, Aufbruch – die winzigen Keime machen sich auf dem Weg um die Erde auf zu brechen. Auch wir dürfen jetzt das Alte, Schwere und Düstere des Winters hinter uns lassen und aufbrechen. Die Nase in die herrlich nach Erde und Wasser riechende Luft gestreckt und mit einem Lächeln im Gesicht machen wir uns auf den Weg um Neues zu entdecken und Vorhaben, die wir den Winter über ausgebrütet haben, können jetzt umgesetzt werden. Aber alles Neue braucht einen reichhaltigen Boden um gut gedeihen zu können. Was eignet sich besser dafür als die Asche von Altem und Vergangenem? Wir können aufbauen, auf den Erfahrungen der Vergangenheit. Nur so wachsen und reifen wir, wer nicht aus dem Vergangenen lernt und aus der Fülle des Wissens schöpft, wird irre gehn und verkümmern. So zeigt es uns die Natur vor – aus den abgestorbenen Pflanzen, dem im Herbst gefallenen Laub oder abgestorbenen Holz wächst neues, frisches Leben. Samen, die auf ungeeigneten Boden fallen, verkümmern. 

Was im Garten so los ist

Langsam, ganz langsam wird es Zeit für die Knospen. In letzter Zeit erfahren diese kleinen Wunderwerke der Natur ja wieder einen wahren Boom. Wieso gerade jetzt? Ist es nur wieder ein neu entdecktes Gebiet der Marketingleute im Bereich der Pflanzenheilkunde? Nein! Überhaupt nicht – im Gegenteil: die Knospenheilkunde gibt es eigentlich schon immer. Sie ist nur aus dem Bewusstsein der breiten Bevölkerung verschwunden, wie so vieles. Aber das Wissen um die Heilkräfte der kleinen Wunderdinger bahnt sich wieder seinen Weg. Das ist gut so, denn kaum ein anderer Pflanzenteil verfügt über derart viel Kraft und Wirkung wie die Knospen – und das mit relativ wenig Substanz. Für eine wirkungsvolle Zubereitung braucht man wirklich Mini-Mengen.  

Früher war ja alles viel weniger aufwändig. Weder bereitete man sich Tee, Tinkturen oder andere Auszüge zu. Man ging einfach hin, sammelte ein paar Knospen, Blätter, Wurzeln oder was man halt brauchte und aß es gleich an Ort und Stelle. Oder man gab das gesammelte Pflanzengut ins tägliche Essen – Nahrung war immer zugleich auch Heilmittel. Mit der Zeit wurde diese unglaublich effiziente und praktische Methode der Gesunderhaltung verdrängt. Von Nahrungsergänzungsmitteln wie künstlichen Vitaminen, Spurenelementen usw. und ja leider auch von Medikamenten, die teilweise eingenommen werden, wie das tägliche Brot. 

Wieso sind Knospen so wirkungsvoll?

Das liegt daran, dass sie im Grunde genommen das Embryonalgewebe der Pflanzen sind. In jeder Knospe ist das gesamte Genmaterial der Pflanze angelegt und aus ihr kann alles werden – entweder Blatt oder Blüte und Frucht. Diese Eigenschaft macht sie so wertvoll, denn die Inhaltstoffe sind nicht nur für den Baum oder Strauch vielseitig einsetzbar, sondern finden auch für unseren Organismus eine vielfältige Verwendung. Das Ganze ist sehr spannend, denn teilweise sind die Einsatzgebiete zwar identisch mit herkömmlichen Auszügen aus den Pflanzen (Blättern, Blüten, Rinde usw.)wie Tee oder Tinktur, aber halt nicht immer. Oft schlummern unerwartete Fähigkeiten in den kleinen Powerpaketen. In den nächsten Kräuterbriefen werde ich einige der gängigsten Bäume und Sträucher in unseren Gegenden beschreiben und versuchen, auf die bekannten Wirkweisen und auch auf die Wirkungen hinsichtlich der Knospen ein zu gehen. Die beste Zeit um Knospen zu sammeln ist im März und April – je nach Höhenlage und Klima. 

Die Grauerle – ein wahrer Frauenbaum!

Die Grau- oder Weißerle wächst bei uns in Auengebieten und an Bachläufen. Sie ist ziemlich weit verbreitet und kommt in Höhenlagen zwischen 600 m und ca. 1200 m vor. Sie ist nicht zu verwechseln mit ihren Schwestern der Schwarzerle, die ihr bevorzugtes Revier an niedriger gelegenen Auen- und Flusslandschaften wie Inn, Salzach oder Donau hat. Sie wächst bis maximal 600 m – 700 m Seehöhe. Die dritte im Bunde ist die Grünerle – sie ist eine wahre Kämpferin, sie liebt das Hochgebirge und die Tundren unserer Welt. Ab 1200 m fühlt sie sich wohl. Oft trifft man sie im sogenannten Krummholzgürtel gemeinsam mit ihren Freundinnen Latsche und Birke an. 

Aber heute widmen wir uns eben der Grauerle. Sie hat einen großen Bezug zum Wasser und nasse Füße zu haben, macht ihr nichts aus – Staunässe aber mag sie nicht. Von ihr können wir Rinde und Blätter sammeln und als Tee oder Tinktur zu uns nehmen. Sie wirkt Fieber- und Entzündungshemmend und ist sowohl bei rheumatischen Beschwerden als auch bei fiebrigen Erkrankungen gut einsetzbar. Ihr Holz ist sehr beständig, aus ihm wurden früher Schuhe gemacht und die Lagunenstadt Venedig ist auf Erlenholz gebaut. 

Ein Auszug aus den Knospen von Frau Erle stärkt und reguliert das Gewebe der weiblichen Genitalien, der Gebärmutter und der Eierstöcke. Die Erlenknospe wirkt sehr stark auf Gewebeneubildungen und Abkapselungstendenzen ein – dies im ganzen Körper und besonders auch bei Verhärtungen der weiblichen Brust. Sie verbessert das Herz-Kreislauf-System, stärkt die Gefäßwende und wirkt blutverdünnend. 

Ein Baum – zwei Gesichter! Ich finde das sehr spannend – wem das noch so geht kann sich gerne zu einem meiner Knospen-Workshops anmelden und mehr über die Möglichkeiten und Geheimnisse der Baumknospen erfahren:

Samstag, 3. März, 14.00 Uhr im Raum Wattens (Tiroler Unterland)

Samstag, 17. März, 14.00 Uhr Neustift im Stubaital

Montag, 26. März, 19.00 Uhr Hall (Anmeldung Verein der Obst- und Gartenbauvereine Tirols)

Donnerstag, 5. April, 18.30 Uhr Schönberg im Stubaital (Anmeldung Erwachsenenschule)

Ich freu mich schon!

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Lostage, Reinigung, Neubeginn und so weiter :-)
10 Feb

Lostage wohin man schaut

Schon wenn er beginnt, macht der Feber klar, dass er in Sachen Wetter und Ernte einiges zu sagen hat. Mit sage und schreibe 15 (!) Lostagen wartet uns der Monat mit nicht einmal 30 Tagen auf. Einig waren sich jene, die die Natur beobachtet haben und schlussendlich auch die Bauernregeln aufschrieben, dass gerade zu Beginn das Wetter winterlich sein soll, damit der Frühling bald komme und dass die Ernte dann im weiteren Jahresverlauf gut ausfallen werde. Und hier kommen dann die tatsächlichen Begebenheiten ins Spiel. Der Lichtmesstag („Ist´s an Lichtmess hell und rein, wird´s ein langer Winter sein.“) war bei uns in der Früh und am Vormittag trüb und klarte dann auf. Auch der Agathentag am 5. gibt sich nicht ganz eindeutig: „Ist Agathe klar und hell kommt der Frühling nicht so schnell.“ Als ich so aus dem Fenster schaute, war der Himmel wolkig, nicht richtig klar, aber halt auch nicht trüb. So ist das mit den Lostagen – es bleibt spannend!

Was im Garten so los ist

Seit Lichtmess ist es ja endlich so weit: wir dürfen wieder nach Herzenslust sammeln was sprießt! Das Tabu, Wildpflanzen zu sammeln, das seit Allerheiligen herrscht, gilt nun nicht mehr. Was soll man jetzt denn groß sammeln, wirst du dich fragen. Überall noch Schnee oder braun….

Aber Mutter Natur schenkt uns auch jetzt schon ihre kostbaren Schätze! Überall werden die Knospen schon größer und praller. Ein bisschen Zeit haben wir ja noch, ab März geht´s dann so richtig los. Derweil können wir schon die ersten Blüten sammeln. Ja, du liest richtig. Frau Hasel hängt ihre männlichen Blüten in die Sonne. Was ihr mit den Haselblüten anfangen könnt, lest ihr hier im Kräuterbrief, weiter unten 🙂

Die närrische Zeit?

Viel ist ja nicht mehr übrig geblieben von der „närrischen“ Zeit. Der Unsinnige Donnerstag, Rosenmontag und Faschingsdienstag – das war´s auch schon. Wenn ich an meine Kindheit denke, dann erinnere ich mich an Faschingsumzüge und als ich etwas älter wurde, gab es in unserem Ort wunderbare Faschingsbälle. Leider gibt es heute weder das eine noch das andere. Weshalb das so ist? Ich denke, die Menschen sind weniger gesellig und das Wissen um die ganze Gaudi ist einfach in Vergessenheit geraten.

Schade eigentlich, die Übergangszeit zwischen Winter und Frühling war für unsere Ahnen extrem wichtig. Warum verkleiden wir uns überhaupt? Die Faschingszeit hatte ja ursprünglich nicht nur die Aufgabe, den Winter zu vertreiben. Es ging um viel mehr. Es ging darum ausgelassen zu sein, einmal im Jahr konnten die Menschen wer anderer sein. Allerlei Schabernack wurde getrieben und viele überlieferte Bräuche zeigten den Wahren Grund: die Fruchtbarkeit der Natur soll wieder angeregt werden. Die Menschen wurden für kurze Zeit Naturgeister, behängten sich mit Baumflechten, Moos und anderen Naturmaterialien und wollten so die Naturgeister aufwecken.

Der Kirche gefiel dieses närrische Treiben natürlich überhaupt nicht und völlig entgegen der Natur wurde ein strenges Fastengebot erlassen. Gerade jetzt, wo es endlich wieder wärmer wird, das erste Grün seine Spitzen aus dem Schnee streckt, sollten wir enthaltsam sein? Eine gewisse Enthaltsamkeit war ja naturgegeben – die Vorräte des letzten Sommers und Herbstes waren praktisch aufgebraucht. Da musste man nicht noch mehr fasten als es die Umstände erforderten. Heute ist das natürlich anders. Alles ist im Überfluss vorhanden, wir kennen keine Knappheit. Dafür sollten wir dankbar sein, aber wir sollten über die Fülle hinaus den natürlichen Rhythmus nicht völlig vergessen.

Viele fangen jetzt an zu Entschlacken, damit der Stoffwechsel des Körpers angekurbelt wird. Ich war auch lange Zeit der Meinung, dies sei gut, gesund und notwendig. Erst in letzter Zeit bekam ich einen Denkanstoß, der mir nachvollziehbar erscheint: Ein gesunder, vitaler Körper braucht keine Entschlackung. Die Ausscheidungsmechanismen eines gesunden Körpers benötigen keine Unterstützung durch Fasten, massives Ausscheiden und andere Maßnahmen. Im Gegenteil, Einläufe und Nahrungsentzug über mehrere Tage oder gar Wochen können das sensible Gleichgewicht unseres Organismus ziemlich durcheinander bringen und sogar Schäden verursachen.

Warum viele aber trotzdem Fasten und sich sehr gut dabei fühlen, ist leicht erklärt: der Körper schüttet Glückshormone aus, damit der Stress, der Nahrungsmangel verursacht quasi überdeckt wird.

Fasten kannte man aber schon immer. Besonders Schamanen und Heiler fasten vor einer Heilsitzung um so ihren Geist auf das Wesentliche zu lenken. Diese Methode wurde aber stets von bestimmten Stammesmitgliedern ausgeübt, niemals von allen.

…und was ist mit meinen müden Stoffwechsel?

Wenn man nicht ständig alles Verfügbare in sich hinein stopft, sondern mehr mit dem Rhythmus der Natur lebt, dann wird der Stoffwechsel stets aufs beste funktionieren. Im Frühling frisches Grün, kräftigende Wurzeln. Im Sommer ist sowieso Überfluss vorhanden, Früchte – gerne auch Wildfrüchte -, Gemüse, Blätter, Kräuter, Blüten usw. Der Herbst beschenkt uns ebenfalls mit Früchten, aber auch Nüsse, Kräuter und besonders auch wieder Wurzeln dürfen genossen werden. Im Winter gibt es Wintergemüse wie Kraut, Wurzelgemüse, Dörrobst und vieles mehr. Bananen, Orangen, Erdbeeren oder Himbeeren im Winter kommen in dieser Aufzählung nicht vor. Diese und viele andere „frische“ Ware ist gänzlich gegen unsere Natur und schwächt den Organismus. Woher man dann die ganzen notwendigen Vitamine bekommt? Die Speicher werden von Frühling bis Herbst gefüllt. Weißkraut hat zum Beispiel um ein Vielfaches mehr Vitamin C als Orangen – noch dazu ist es für unseren Körper leichter verfügbar. Nüsse haben neben Vitaminen auch noch wichtige Spurenelemente. Eine ausgewogene Ernährung ist mit unseren heimischen Lebensmittel durch das ganze Jahr hindurch möglich. Wir sollten nur der Natur folgen – die „Stoffe“, die sie uns zur Verfügung stellt, wechseln ja ständig!

Sauber und rein im Feber

Der Feber ist nicht nur der Monat des Neuanfangs. Es ist auch die Zeit der Reinigung. Sowohl innerlich als auch äußerlich. Viel klares Wasser trinken und vielleicht auch die ein oder andere Meditation helfen, die Klarheit der Zeit zu verinnerlichen. Aber auch im Außen kann gereinigt werden. Es ist eine gute Zeit dafür. Eine feine Räucherung für Haus und Hof, einmal mit dem Besen vor der eigenen Haustür kehren….den ganzen Dreck, der sich über die dunklen Monate angesammelt hinausschmeissen. Was für eine Wohltat.

Auch unseren Körper können wir mit sanfter Naturkosmetik und mit selbst gemachten Seifen verwöhnen. Du weisst nicht, wie man eine Seife selber herstellen kann, wolltest es aber immer schon mal wissen? Schau einfach auf meiner Homepage vorbei, dort biete ich einen Workshop an, bei dem du dieses alte Handwerk erlernen kannst 🙂 

 

Neues Angebot

Seifensieden und die Kräuterstunde! Ich freu mich auf DICH!

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Lichtmess…
30 Jan

…und wieder kündigt sich ein Übergang an. In den sogenannten „sozialen Netzwerken“ überschlagen sich die Ereignisse: welche „Hexe“, „Schamanin“, „Naturkundige“ usw wird wohl dieses Mal das Rennen um den ersten Beitrag gewinnen? Ist man zu früh dran, scheint man unprofessionell – „Die schon wieder, man soll im Hier und Jetzt ruhen und nicht ein Ereignis in zwei Wochen herbeischreiben“. Ist man zu langsam, dann heisst es, man würde abschreiben. Ich habe einen Mittelweg gefunden: ich halte mich einfach raus. Es kommt, wie es kommt. 

Ja, die Natur bereitet sich auf den nächsten Übergang vor. Die Nacht vom 1. auf den 2. Feber hat sich als Maria Lichtmess in unseren Köpfen verankert. Ursprünglich wurde der Übergang vom Winter in den Frühling Mitte Feber gefeiert. Wobei – wer weiß das so genau? Manche sagen, es ist ein Mondfest und wird im ersten Viertel des zunehmenden Mondes gefeiert. Manche sagen, alle Jahreskreisfeste (auch die Kreuzviertelfeste wie Lichtmeß (Imbolc), Walpurgis (Beltaine), Schnitterfest (Lughnasad) und Allerheiligen (Samhaein) seien Sonnenfeste. Im Grunde ist das doch nicht so ungeheuer wichtig. Wichtig ist, wie es sich für dich anfühlt und wie es in der Natur draußen aussieht. Ich persönlich werde sicher in den nächsten 7-10 Tagen meine Kerzen weihen und ein kleines Ritual für mich machen. 

Was es im Garten so los ist

Bei uns hier hat es ja noch gehörig viel Schnee und in den nächsten Tagen soll wieder welcher dazu kommen. Frau Holle gibt ihr Zepter nicht so leicht an die Frühlingsgöttin Brighid ab. Auch mir ist noch nicht so recht nach Wechsel zu Mute. Obwohl ich von dem ein oder anderen Dach schon kleine Eiszapfen hängen sehe, die ersten Fliegen schon frech sind und die Sonne bereits ein bisschen wärmt. 

An den Südhängen und dort, wo fleißig Schnee geschöpft wurde, schaut das braune Gras schon hervor und die wärmenden Strahlen der Sonne lassen die Schneeränder tropfen – der Frühling ist unaufhaltsam im Vormarsch. Der kommende Schnee kann seinen Triumph verzögern aber nicht verhindern. Was kommen soll, das kommt. 

Was hat es nun mit Lichtmeß auf sich?

Jedenfalls ist es ein uraltes Lichtfest. Der Wechsel vollzog sich nicht nur in der Natur, auch im Menschenleben fanden zu dieser Zeit häufig Änderungen statt. So gab es – und gibt es teilweise auch heute noch – das sogenannte „Schlenggeln“. Dienstnehmer wechselten ihren Dienstherren, sofern sie mit ihrer Arbeitsstelle nicht zufrieden waren. 

An Maria Lichtmeß wurde der gesamte Kerzenvorrat für das kommende Jahr gesegnet. Früher gab es nur Kerzen aus Schlick, Talg oder Bienenwachs. Der Brauch farbige Kerzen für bestimmte Anlässe zu weihen kam erst relativ spät auf und von manchen wird dies als neumodischer Kram bezeichnet. Ich finde es ist eine schöne Idee. So werden zB weiße Kerzen für das Gebet an Festtagen, rote Kerzen zur Abwehr von Unglück und schwarze Kerzen gegen Unwetter geweiht. 

Imbolc – das Fest der Brigid, der sehr jugendlichen Birkengöttin ist kein so öffentliches Fest wie zum Beispiel Walpurgis/Beltaine oder die Sonnwendfeiern. Allein schon der sehr enge Bezug der in dieser Zeit geehrten Göttinnen zum Herdfeuer, zu Haus und Hof lassen das Fest intimer ausfallen. Auch waren die Vorräte in den Speisekammern schon sehr geschrumpft und ein ausgelassenes Gelage allein deshalb eher kein Thema. Immer jedoch hat man dem Göttlichen und den Ahnen ein Opfer dargebracht. Sei es etwas Milch, Korn oder Essen vom Tisch gewesen, das man dem Herdfeuer übergab. 

Die Kräuter in der Haus- und Hofapotheke waren ebenfalls langsam aber sicher aufgebraucht. Frischer Nachschub wurde heiß ersehnt. Herr Huflattich mit seinen gelben Sonnenköpfchen lässt nun nicht mehr lange auf sich warten – gerade rechtzeitig. Nicht nur früher, auch heute noch plagen zur Hochwinter-Zeit Husten und Erkältung die Menschen. Leider ist der gute Herr Huflattich sehr in Verruf geraten in den letzten 30-40 Jahren und das, wo er doch so ein Segen ist! Er enthält nämlich Pyrrolizidinalkaloide, das sind Stoffe die im Verdacht stehen Leberschädigend zu wirken. Allerdings nehmen wir im Normalfall niemals so große Mengen zu uns, als dass diese Alkaloide Schlimmes in unserem Körper anrichten könnten. Es sei denn, man hat bereits einen Leberschaden – da sollte man besser etwas Vorsicht walten lassen. 

Früher hat man Huflattich noch in der Apotheke kaufen können – ist er doch ein hervorragender Helfer bei Husten. Besonders bei jenem Husten, der dann auftritt, wenn der Huflattich seine gelben Sonnenköpfchen aus der Erde reckt. Huflattich gibt einen hervorragenden Tee und er ist auch Bestandteil vom Wanderhustensirup. 

…und manchmal…

…hadert man mit bestimmten Übergängen. Wenn man noch im Hier und Jetzt bleiben darf, ein lieber Mensch aber hinüber geht. Wenn die Seele entscheidet, dass in diesem Leben alle gewünschten Erfahrungen gemacht worden sind und die Zeit reif ist für die nächste Runde. 

Auch in diesem Jänner sind bei uns im Ort – wie auch im letzten Jänner – auffällig viele Menschen gestorben. Ich habe fast alle  gekannt. Zwei von ihnen haben mich von Kindesbeinen an begleitet. Es schmerzt zu sehen, wie die Menschen gehen. Endgültig für dieses Leben. Ich wollte sie doch noch besuchen. Nächste Woche. Oder bald. Ich hätte ihm gerne nochmal die Hand gedrückt, mit ihr gelacht und geplaudert – zu viele Gelegenheiten dazu habe ich verstreichen lassen. Nun gibt es keine mehr. Die meiste Zeit fühle ich, dass es gut so ist. Manchmal kommen Erinnerungen an seine Augen und an sein verschmitztes Lächeln, an ihre warme Stimme. Wie sie meinen Namen sagten und was sie mir auf meinen Weg mitgegeben haben. Weise, alt, ohne besserwisserischem Unterton, manchmal unbewusst. Gütig und nachsichtig, oft ungehört und jetzt wieder erinnert. Manchmal sind Übergänge gar nicht schön. Immer sind sie unaufhaltsam. Das Rad des Lebens dreht sich und dreht sich und dreht sich.

Das Element des Überganges, das Wasser fließt. Es beginnt nicht nur im Frühling zu fließen, wenn der Schnee schmilzt. Es fließt aus meinen Augen und nimmt einen Teil des Schmerzes und lässt mich lächeln über die schönen Momente, die in meiner Erinnerung lebendig sind. Ich weiß, sie werden verblassen. Aber ab und zu werden wie wieder an die Oberfläche kommen und mich an sie erinnern – an all die Menschen, die ich lieb habe und nicht mehr sind. Ich weiß auch, dass mich jeder Übergang etwas lehrt. Und sei es auch nur: zu akzeptieren.

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Winterzeit
24 Jan

Wenn es draußen so richtig eiskalt ist, dann bietet es sich geradezu an, sich eine Tasse Tee, ein gutes Buch und einen bequemen Sessel zu suchen und sich so richtig fein zu verwöhnen. Neulich aber war keine Zeit für´s drinnen-herum-Lümmeln! Es hat über Nacht fast einen halben Meter Neuschnee abgegeben – meine Güte war Frau Holle fleißig. Es war einfach fantastisch! So viel Schnee – zum Hineinfallenlassen und Schneengel machen, zum Räumen, Schöpfen – und jaaaaa auch essen. Nachbar´s Kinder haben mich schon ganz schief angeschaut: Sonja, wieso isst du Schnee? Weil es in dieser Zeit nichts köstlicheres gibt, als frisch gefallenen, watteweichen, herrlich weissen und fluffigen Schnee. Und dann kam der Regen und hat die ganze Pracht im Nu auf ein Drittel geschrumpft! Jetzt ist der Schnee nicht mehr flauschig, sondern sehr hart und völlig ohne zauberhafte Eiskristalle. Ich muss mir für den KinderKräuterTreff am Freitag was überlegen – schließlich soll´s unter anderem ja auch um Schneekristalle gehen… 

Was sich im Garten so tut

Es ist gut, dass es jetzt viel schneit. Das ist das Wasser, das im Frühling dann so dringend von den Pflanzenwesen gebraucht wird, um zu sprießen, zu grünen und zu blühen. Ausserdem ist es der beste Schutz vor den noch kommenden eiskalten Jänner-Nächten! 

Im Garten tut sich jetzt natürlich nicht viel. Ich hab mir einmal eine „kleine“ Liste jener Kräuter gemacht, deren Anwesenheit ich mir in meinem Garten sehr wünsche. Natürlich muss ich in diesem Jahr noch ein paar Abstriche machen – der Platz ist wie jedes Jahr viel zu wenig. All zu leicht passiert es, dass man Frau Melisse, Herrn Baldrian, vor allem auch Herrn Alant und all die anderen freundlichen Grünlinge viel zu nah beieinander setzt. Der ein oder die andere kann dann schon verkümmern. Da heisst es wirklich: weniger ist mehr. Ich bin ja sehr gespannt, wie viele der zweijährigen Bewohner wieder geneigt sind, sich im Garten breit zu machen. Ich hoffe sehr, dass sich unter anderem die liebe Frau Mariendistel und auch Madame Königskerze dazu bequemen. Von beiden habe ich vereinzelt Pflänzchen gesichtet im Herbst, aber ob sie wirklich auch im Frühjahr dann da sein werden? Ich lass mich überraschen und übe mich in Geduld. 

….zu Lichtmeß a ganze Stund

Auch wenn es gerade in diesen Tagen überhaupt nicht danach ausschaut: der Frühling naht. Es gibt da ein schönes Sprichwort, das das Längerwerden des Tages beschreibt:

Weihnachten um an Muggnschritt,
Neujahr um an Hahnentritt,
Dreikönig um an Hirschensprung
Lichtmess um a ganze Stund. 

Ja es stimmt, man nimmt das Licht sehr deutlich schon wahr – am späten Nachmittag ist es jetzt noch hell und auch am Morgen ist es nicht mehr so dunkel wie noch vor wenigen Wochen. Das belebt doch die Geister sehr! Aber nicht nur das Licht macht sich bemerkbar, in wenigen Wochen wird auch das Wasser anfangen zu fließen. Erst unter der Schneedecke, von den Dächern und schön langsam auch im Wald und von den Hängen. Unmerklich fängt es an, überall zu tropfen und schon bald bilden sich kleine Rinnsale, die sich fröhlich gurgelnd ihre Wege suchen. Die Nächte sind dann zwar noch kalt, deshalb kann man oft wunderschöne, riesige Eiszapfen sehen und auch auf dem Boden gefriert es. Manchmal ist es dann in der Früh und am Abend rutschig, aber die Sonne wird spürbar wärmer und leckt jene Tropfen von der Erde, die nicht rasch genug versickern können um zu den durstigen Wurzeln zu gelangen. Noch ist die Zeit in der die Arbeit im Haus erledigt wird. Früher sahen die Bauern in der Winterzeit nach ihren Werkzeugen und reparierten sie, wenn notwendig. So konnten sie sicher sein, dass alles funktionierte sobald die Arbeit draußen dann wieder los ging.

Erstes Grün

Die Vorräte in den Kellern sind schon merklich geschrumpft. Jetzt geht es im wahrsten Sinne an´s Eingemachte. 4-6 Wochen dauert es noch, bis die ersten Pflänzchen ihre Spitzen aus der Erde recken. Scharbockskraut oder Gänseblümchen gehören zu den frühesten. Frau Vogelmiere ist natürlich auch schon dabei. Es waren und sind ganz wichtige Vitaminspender – das frische Grün wird von unserem Organismus nahezu restlos verwertet. Aber auch Wurzeln können schon gegraben werden, so bald die Erde nicht mehr gefroren ist. An vorderster Stelle ist hier die Löwenzahnwurzel zu nennen. Sie stärkt den Organismus und baut uns nach dem langen Winter wieder so richtig auf – sie gibt uns Kraft. Ausserdem kann man sie leicht erkennen, Herrn Löwenzahn kennt jeder an seinen zackigen Blättern. Die Wurzel reicht tief in das Erdreich – es ist ein wahrer Schatz, der da ausgegraben werden will. Wenn man den Schatz ausgegraben hat, dann reinigt man die Wurzel unter fließendem Wasser, schneidet sie klein und lässt sie trocknen. Am Besten am Ofen, im Dörrapparat oder bei ca. 30-40 Grad im Backrohr. Danach kann man sie mörsern oder mahlen und jeden Tag ein wenig davon über das Essen streuen oder in einem Glas warmen Wasser verrühren und trinken. Die Löwenzahnwurzel ist ein Labsal für die Leber und stärkt den gesamten Organismus. Sie gibt uns Kraft für das Frühjahr und vertreibt die weitum bekannte „Müdigkeit“. 

Jänner – Tipp

Alte Sorten

Wenn ihr dabei seit, euch mit den Pflanzen zu beschäftigen, die ihr im kommenden Sommer bei euch begrüßen wollt, dann denkt doch mal über die sogenannten „Alten Sorten“ nach. Seit einiger Zeit gibt es wieder vermehrtes Interesse an alten Obst- und Gemüsesorten. Ich finde diesen Trend äußerst begrüßenswert. Alte Sorten sind zwar meist nicht so ertragreich wie neue Züchtungen, aber sie haben in vielerlei Hinsicht Vorteile, die den Ertrag wieder fast gleich werden lassen. So sind sie meistens resistenter gegen Schädlinge, Pilze und Krankheiten. Sie schmecken um einiges intensiver manchmal sogar anders als gewohnt und können meist auch mit mehr gesunden Inhaltsstoffen aufwarten. 

Viele Gründe, wieder vermehrt auf alte Sorten zurück zu greifen, wie ich finde! Sicher gibt es auch in deiner Nähe im Frühjahr Märkte, auf denen man entweder Saatgut oder gar Pflänzchen kaufen kann. Ansonsten gibt es im Internet bereits Tauschbörsen, bei denen Anfänger auch mal beschenkt werden und sonst ist Arche Noah ein heißer Tipp!

Ich wünsche euch fröhliches Garten-Balkon-Terrasse-Bepflanzungen-Planen!

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Was uns der Jänner schenkt
11 Jan

Kristallklar und bitterkalt – so stellen wir uns den Jänner eigentlich vor. Und so ist auch meistens die Energiequalität in dieser Phase des Jahres – klar strukturiert und eisig. Dieses Mal ist anscheinend alles anders. Frau Sahara beglückt uns mit einem samtig-dunklen Schleier aus Wüstenstaub und unser lieber Südwind – der warme Föhn – tut sein Bestes um aus Schnee Wasser zu machen. Wenn ich hinaus schaue, dann ist eher Dezember-Stimmung. Alles mollig, schummrig, auflösend anstatt klirrend, glitzernd, starr und strukturiert. 

Ja, der Jänner ist besonders. Seinen heutigen Namen hat er anscheinend vom römischen Gott Janus – der Doppelgesichtige, der in zwei Welten schaut. So wie die Percht – sie ist auch eine Grenzgängerin, sie vermag in mehrere Welten zu schauen. Sie hat zwei Gesichter: ein mildes und ein strenges. Sie hatte ihre Hoch-Zeit. Um den 5.-6. Jänner war die letzte Raunacht, die Perchtnacht. Sie ist mit ihrer Wilden Jagd vorbei gezogen, wieder in ihr Reich verschwunden. Nun dürfen wir sehen, was sie uns hinterlassen hat und uns übers Jahr mit ihren Aufgaben beschäftigen. 

Was sich im Garten so tut

Man sagt, je kälter der Jänner ist, desto weniger „Schädlinge“ wird es im Sommer geben. Das klingt einleuchtend, denn je weiter es in den Boden friert, desto mehr Larven sterben ab. Allerdings ist die Natur nicht so einfach gestrickt, sie hat vor gesorgt – so leicht erfriert man im Boden nicht. Erst recht nicht, wenn man eine Larve ist. Damit die gierigen Fresser nicht überhand nehmen im Frühling und im Sommer, ist es wohl gescheiter sich nicht ausschließlich auf den Frost zu verlassen. Viel zielführender ist es, sich ihre Fressfeinde in den Garten zu holen und dazu gehören halt unter anderem auch unsere lieben Vögel. Amsel, Spatzen, Finken, Meisen und all die – leider sehr selten gewordenen – anderen. Viele Futterstationen mit natürlichem Schweinefett, Nüssen, Samen und Wildfrüchten helfen ihnen über die kalte Jahreszeit und wo es im Winter was G´schmackiges gibt, da bleibt man auch im Sommer gerne. Damit es auch für uns im Sommer wieder G´schmackiges und G´sundes gibt, sollten wir uns langsam überlegen, was wir alles säen und setzen möchten. Wer hat sich bereits in meinem Garten oder Balkon eingefunden und ist mehrjährig? Welche Kräuter würde ich noch gerne einladen? etzt macht es besonders viel Spaß, bei einer guten Tasse Tee in den Katalogen zu stöbern.   

Ice Ice Baby!

Ich finde ja, dass die alten Namen wie Hartung, Hartmond, Eismond, Wolfsmond oder schlicht Wintermond viel treffender sind. Sie beschreiben den tatsächlichen Zustand der Natur. Harter Schnee, eisige Kälte und die Wölfe trauten sich vor lauter Hunger viel näher an die Menschen heran. Der Eismond bietet uns oft wundervolle Winterlandschaften mit großen Eiskristallen auf der Schneedecke. Kristall-gewordene kosmische Energie könnte man sagen. In kalten, klaren Jännernächten stellen sich die Schneekristalle auf und sind Mini-Antennen, die Informationen und Energien aus dem Kosmos und der Atmosphäre einfangen. Diese Kristalle kann man in einer schönen Kristallglasschüssel sammeln und schmelzen lassen. Das gewonnene Wasser ist ein wahres Zauberelixier! Man kann es in Aurasprays oder in Hautpflegeprodukten weiter verwenden. Die Essenz bringt Klarheit, strukturiert und kühlt. Ein großartiges Geschenk, das ganz leicht eingesammelt werden kann. Natürlich solltest du die Kristalle weit abseits von viel befahrenen Straßen und stark frequentierten Gehwegen sammeln. Übrigens haben auch die frisch herabfallenden Schneeflocken eine ähnliche Wirkung, sie kommen ohne „Zwischenstopp“ direkt in dein Auffanggefäß. 

Knospen-Zeit

Die Knospen sind ja meist schon seit dem Sommer/Herbst auf den Bäumen und Sträuchern. Aber durch die Blätter sind sie noch ganz versteckt. Jetzt im Jänner sieht man sie aber besonders gut. Über die Knospe kann man jeden Baum oder Strauch erkennen. Der große Eschenbaum hat zum Beispiel recht große, schwarze Knospen. Sie sehen aus, wie kleine samtig-dunkle Rehfüßchen. Oft sind sie zu dritt angeordnet. Vom Roten Holunder die Knospen sehen aus wie kleine Hopfenzapfen, wenn sie etwas größer sind, sind sie eine saftige Nascherei. Naschen kann man auch von den Ebereschen oder Vogelbeer-Knospen, aufgrund der enthaltenen Blausäure schmecken sie nach Marzipan. Keine Sorge – die Mengen an Blausäure sind so gering, dass der Genuss von 3-4 Knospen völlig ungefährlich ist. Die Holunderknospen sehen aus, wie kleine, gekrümmte Hexen-Zeigefinger und jene der Schwarzen Johannisbeere haben jetzt schon den typischen Cassis-Geschmack.

Manche Kräuterkundige sind der Ansicht, dass die Knospen bereits ab Herbst-Winter gesammelt werden sollten, da die harzige Schutzhülle noch vorhanden ist. Ich denke aber, dass die Vitalstoffe erst später so richtig konzentriert vorhanden sind. Sie nehmen in dem Ausmaß zu, in dem die Säfte wieder anfangen zu fließen. Meiner Ansicht nach sind die Knospen kurz vor dem Austreiben bzw. im Moment des Austreibens gerade richtig um die unglaublich wirkungsvollen und kostbaren Gemmo-Auszüge her zu stellen. Die Harzschicht ist auch im Feber oder März noch vorhanden.  In meinen Workshops erfährst du, wofür die Gemmopräparate verwendet werden können, wie sie hergestellt werden und natürlich noch vieles mehr.

Gästebuch

Vielleicht habt ihr es schon entdeckt – auf meiner Homepage gibt es jetzt im Hauptmenü einen Button „Gästebuch“! Ich freue mich über jeden Eintrag….

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23 Dez

Jänner

15.1. Lebenselixiere – Schwedenbitter und Terriak
18.1. Salbenrühren in der Hexenküche – Basiskurs
20.1. Lebenselixiere – Schwedenbitter und Terriak (Raum Wattens; Infos auf Anfrage)
26.1. Kinder-Kräuter-Treff: Von Eiskristallen, Vogelfutter und Lippenpflege

Feber

1.2. Salbenrühren in der Hexenküche – Aufbaukurs
15.2. Lebenselixiere – Schwedenbitter und Terriak (Anmeldung: Erwachsenenschule Mieders-Schönberg)
16.2. Kinder-Kräuter-Treff: Von Haselkäzchen, Birkenbesen und Riechsalzen

März

3.3. Knospen-Workshop (Raum Wattens; Infos auf Anfrage)
13.3. Beginn der Ausbildung zur Kräuterfrau an der VHS Wattens (Anmeldung und Infos VHS Wattens)
15.3. Salbenrühren in der Hexenküche – Naturkosmetik
16.3. Kinder-Kräuter-Treff: Von Frühlingsboten, Hustensirup und Samentalern
21.3. Knospen-Workshop
23. und 24.3. Ostermarkt in Hall

April

4.4. Salbenrühren in der Hexenküche – Naturkosmetik
5.4. Knospen-Workshop (Infos und Anmeldung: Erwachsenenschule Mieders-Schönberg)
12.4. Naturkosmetik – Workshop (Infos und Anmeldung: Verband der Obst- und Gartenbauvereine Tirols)
13.4. Kinder-Kräuter-Treff: Von Frühlingsbeginn, 9-Kräutersuppe und Maibowle
28.4. Mit Ostara in den Frühling

Mai

Ab 17. Mai: jeden Donnerstag ab 9.00 Kräuterspaziergang (Treffpunkt Bushaltestelle Milders-Brücke; ANMELDUNG erforderlich)
9.5. Naturkosmetik – Workshop (Infos und Anmeldung: Erwachsenenschule Mieders-Schönberg)
11.5. Kinder-Kräuter-Treff: Kräuter, Kräuter, Kräuter
16.5. Frauenkräuter – ein Streifzug zu den speziellen Frauenkräutern und ihre Anwendungsgebiete (Info und Anmeldung: Verband der Obst und Gartenbauvereine Tirols)
26.5. Frühlingskräuterwanderung

Juni

8.6. Kinder-Kräuter-Treff: Sommerkräuter, Kräuterbrot am Stock, Traumkranz
16.6. Artemis – oder wovon der Sommer träumt
jeden Donnerstag ab 9.00 Kräuterspaziergang (Treffpunkt Bushaltestelle Milders-Brücke; ANMELDUNG erforderlich)

Juli

7.7. Kräuterwanderung zu den Almkräutern
20.7. Kinder-Kräuter-Treff: Wasserspiele und Steintrolle, Kräutersackerl
21.7. Tagesworkshop: Die Fülle des Sommers – Hydrolate, Sommerkosmetik und mehr
jeden Donnerstag ab 9.00 Kräuterspaziergang (Treffpunkt Bushaltestelle Milders-Brücke; ANMELDUNG erforderlich)

August

4.8. Besuch bei den Sommerkräutern
17.8. Kinder-Kräuter-Treff: Waldwichtel, Pechsalbe am offenen Feuer
jeden Donnerstag ab 9.00 Kräuterspaziergang (Treffpunkt Bushaltestelle Milders-Brücke; ANMELDUNG erforderlich)

September

8.9. Kräuterwanderung zu den Herbstkräutern
15.9. Salbenrühren in der Hexenküche BASISKURS!
21.9. Kinder-Kräuter-Treff: Herbstkräuter, Beerenmandl, Zauberstab
22.9. Ernten – Frau Holle beschenkt uns mit reichem Segen
bis 14. September: jeden Donnerstag ab 9.00 Kräuterspaziergang (Treffpunkt Bushaltestelle Milders-Brücke; ANMELDUNG erforderlich)

Oktober

13.10. Kräuterwanderung zu den späten Kräutern und Wurzeln
19.10. Kinder-Kräuter-Treff: Wurzelgraben, Schnupfenbalsam

November

9.11. Kinder-Kräuter-Treff: Beerenbowle, Kräuterkerze
10.11. Ruhen – Die Percht lehrt uns die Einkehr
17.11. Räuchern im Jahreskreis und in den Rauhnächten

Das sind die vorläufigen Termine für 2018. Der Terminkalender wird laufend ergänzt, auch Terminänderungen sind möglich – schau immer wieder mal rein, es lohnt sich!

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