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von Hasen, Eiern, Wasser und Feuer
27 Mrz

Mir kommt es so vor, als wäre erst letzte Woche Lichtmess gewesen. Euch auch? Und nun ist schon Ostern! Je nach Sonnenstand, also zwischen 21. und 23. März, übergibt der Winter seine Herrschaft an den Frühling. Dieses Jahr ist Frau Holle wirklich hartnäckig, die junge Frühlingsgöttin hat kein leichtes Spiel. Aber genau darum geht es jetzt: spielerisch zu sein. Sich nicht zu ärgern und mit heiterer Gelassenheit Wetterkapriolen und Widrigkeiten des Lebens an zu nehmen. Es kommt ja ohnehin wie es kommen muss. Auf den Winter folgt der Frühling und das schon seit Ewigkeiten – völlig ohne unser Zutun oder gar unter Rücksichtnahme unserer Wünsche und Begierden. Diese Betrachtungsweise des Großen und Ganzen, von Kommen und Gehen, Auf und Ab – es beruhigt ungemein und ist sehr förderlich für unsere Gelassenheit.

Der Hase ist ja jetzt in aller Munde, nicht nur in Form von Schokolade! Wieso ist eigentlich zu Ostern der Hase derjenige, der sich von allen herumfleuchenden und kreuchenden Wildtieren durchgesetzt hat? Zum einen ist er das Totemtier der Frühlingsgöttinnen und zum anderen ist wohl kaum ein anderes Tier so fruchtbar wie der Hase. Und darum geht es im Frühling – einzig und allein um die Fruchtbarkeit, die Fortpflanzung, die Vermehrung. Die gesamte Natur ist eingestimmt auf dieses Mysterium. Früher war es tatsächlich einigermaßen geheimnisvoll, das Entstehen von Leben. Sicher wussten unsere Altvorderen, was man tun musste, damit eine Frau schwanger wurde – wer etwas anderes behauptet, beleidigt unsere Vorfahren. Aber was ganz genau vor sich ging, wie dieser Lebensfunke in den Leib der Frau trat bzw. in das ungeborene Kind, das war sehr geheimnisvoll. Das ist es eigentlich heute noch – niemand kann erklären, wie ein Haufen Zellen zum Leben erweckt wird.

Das Ei hat den selben Hintergrund: es symbolisiert das werdende Leben. Die Eier waren nicht immer so bunt wie heute. Früher wurden sie ausschließlich rot gefärbt. Rot wie das Blut – der Lebenssaft und die Farbe der großen Göttin. Auch das Wasser ist in der Osterzeit besonders. Der Quell des Lebens zu bestimmten Zeiten aus einer Quelle oder Bach geschöpft hat große Kraft. Die Überlieferungen sagen, dass Wasser das am Ostersonntag, vor Sonnenaufgang von einer Jungfrau geschöpft gesund und stark machen solle. Diese Jungfrau darf noch dazu an diesem Morgen mit niemandem gesprochen haben. Jungfrau dürfte hier aber ein dehnbarer Begriff sein und möglicherweise einfach eine junge Frau meinen. Ebenso solle man sich am Karfreitag zwischen 12.00 und 13.00 Uhr die Haare waschen – sie werden nicht grau. So gibt es unzählige Bräuche, Rituale und Überlieferungen für diese Zeit, in jeder Region gibt es andere und jeder einzelne ist besonders und erhaltenswert.

Wer schon mal junge Lämmchen herumhüpfen sah, der weiß, wieso auch sie den Frühling symbolisieren. Nicht das Lamm Gottes, das sich opfert, nein. Die pure Lebensfreude, die sich im übermütigen Springen und Rennen offenbart, ist der wahre Hintergrund. Ja und die Osterfeuer sollen der Sonne auf die Sprünge helfen. Unsere Ahnen wollten so auch noch die letzten Reste des Winters vertreiben und dem Sonnengott ihre Unterstützung versichern.

 

Was im Garten so los ist

Juhuuuuu! Sie haben überlebt!!! Ich hab so eine Freude – der Herr Bergtee und das Fräulein Jiaogulan haben den langen und teilweise sehr kalten Winter überlebt! Sie sind erst seit letztem Jahr in meinem Garten, aber es gefällt ihnen offenbar recht gut zwischen Herrn Salbei und Frau Zitronenmelisse. Auch diese beiden warten schon mit frischen, grünen Spitzen auf wärmere Temperaturen. Der Meister des Waldes streckt ebenso seine Köpfchen aus der herrlich duftenden Erde wie die ersten Krokusse und die Damen Schneeglöckchen haben ihre schönsten Kleidchen angezogen. Wenn man ganz genau hin schaut, dann sieht man wie wunderschön die weißen Blütenköpfchen im Sonnenlicht regenbogenfarben schimmern. Dieses leichte Schimmern kann man übrigens später auch bei den Himmelschlüsseln und anderen Frühlingsblühern beobachten.

 

Welche Kräutlein finde ich schon?

Bei den Knospen herrscht jetzt schon Hochsaison. Für manche ist es bereits zu spät. So hat Frau Hasel ihre weiblichen Blüten schon auf den Ästchen sitzen und Mutter Holunder setzt ebenso ihre Blättchen schon an. Aber bei vielen geht das Sammeln noch sehr gut, lasst euch nicht entmutigen – auch nächstes Jahr gibt es wieder Knospen und was man in diesem Jahr nicht sammeln konnte, geht dann ganz sicher.

Sobald die Schneedecke weg ist, spitzt Herr Löwenzahn schon heraus. Ihn kann man jetzt wunderbar ausstechen und die Wurzeln trocknen und zu Pulver verarbeiten. Und die kleinen Knospen sind wunderbare „Falsche Kapern“. Die hellgrünen Blättchen schmecken herrlich – leicht bitter und so unglaublich frisch. Da kann sich jeder Supermarktsalat in seiner Plastikhülle verkriechen. Herr Spitzwegerich ist auch schon bereit, gemeinsam mit Frau Kresse, Frau Vogelmiere, Frau Gundelrebe, Herrn Löwenzahn, den Damen Gänseblümchen und vielleicht 3-4 Blättchen vom Scharbockskraut ergibt die grüne Schar ein köstliches Stelldichein in der Wildsalatschüssel. Etwas Zitronensaft, Salz und gutes Öl dazu – mehr braucht es nicht. Das regt die Säfte ordentlich an und die Frühjahrsmüdigkeit kann sich woanders ihre Opfer suchen.

 

Die Schwarze Johannisbeere – Allergien können warten

Die Schwarze Johannisbeere ist ein echter Wunder-Wuzzi für unser Immunsystem. Nicht nur die Knospen sind wahre Meister wenn es darum geht, Allergien zu lindern, auch die Blätter und die Beeren sind einzigartig in ihrer Wirkung. Die Schwarze Johannisbeere ist sogar im Winter leicht von ihrer Schwester der Roten Johannisbeere zu unterscheiden, der typische Geschmack nach Cassis offenbart sich beim Kosten der Knospen. Sowohl die Knospen als auch die Blätter stimulieren die Nebennierenrinde und regt die Ausschüttung des körpereigenen Kortisons an. Die Knospen wirken besonders auf die Schleimhäute und Gelenke entzündungshemmend. Vorallem aber reguliert der Knospenauszug das Immunsystem bei Allergien aller Art.
Die Tinktur oder der Tee aus den Blättern wirkt ähnlich, noch dazu kommt hier die Wirkung gegen Viren. So gehören die Blätter in jeden Grippetee und allgemein in antivirale Mischungen.
Die schwarzen Beeren beinhalten viele Antioxidantien, die freie Radikale in unserem Blut einfangen und so verschiedene schädliche Prozesse stoppen. Darüber hinaus soll in den Beeren ein ganz besonderer Stoff enthalten sein, der die Lunge besonders schützt.

Im letzten Knospen-Workshop des Jahres könnt ihr mehr über die Möglichkeiten und Geheimnisse der Baumknospen erfahren:
Donnerstag, 5. April, 19.00 Uhr Schönberg im Stubaital (Anmeldung Erwachsenenschule)

Ich freu mich schon!

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Seifensieden und die Kräuterstunde! Ich freu mich auf DICH!

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Hollawind – Jetzt geht´s dahin
12 Mrz

Siehst du mich…?

Die Temperaturen lassen es schon vermuten: der Frühling kommt! Es dauert nicht mehr lange, dann wird das erste Grün sichtbar. Ja, es ist die Zeit des Sichtbarwerdens. Alles was seit der Mutternacht im Schoß von Mutter Erde schlummern durfte, kommt jetzt sehr kraftvoll ans Licht. Das können Ideen, Pläne, Vorstellungen aber auch bestimmte Vorhaben sein. Oder eben unsere lieben Pflanzenfreunde. Auch wenn Frau Holle ab und zu noch drüber zuckert, in 2-3 Wochen wird der Schnee weg sein und es wird zum Vorschein kommen, was den Winter über unter der Erde schlummern durfte. Bei mir ist in letzter Zeit auch etwas zum Vorschein gekommen. So hat sich im letzten Jahr eine gewisse Lässigkeit eingeschlichen, was meine Workshops angeht. Die Anmelde-Moral meiner Teilnehmerinnen war lässig, meine Koordination war lässig – es war einfach alles mehr als locker. Und ich merkte, wie mir das an die Substanz ging. Es passte irgendetwas nicht. Es fehlte eine gute Linie, mit welcher ich meine Grenzen wahren konnte, ohne irgendwie „streng“ zu wirken. Letzte Woche kam es also zum Vorschein,  was ich über den Winter ausgebrütet habe. Ich habe beschlossen, eine für mich und auch für meine Teilnehmerinnen stimmige Vorgehensweise zu zu entwickeln. Ich habe gemerkt, dass es sehr kräfteraubend ist, wenn ein oder zwei Tage vor dem Seminar eine oder mehrere beschließen, dass sie sich doch anmelden möchten oder eben abmelden – aus welchen Gründen auch immer. Einen Workshop vor zu bereiten ist eine Menge Arbeit. Es gilt Zutaten zu besorgen, Skripten in der richtigen Menge zu drucken, den passenden Ort zu finden und vieles mehr. Das ist vielen nicht bewusst, das ist auch normal. Nicht jeder ist mit dem Organisieren und Veranstalten von Seminaren oder Workshops vertraut. Aber jeder kann Wertschätzung und Respekt mir gegenüber und gegenüber meiner Arbeit erweisen. Ich liebe diese Arbeit, mit den Menschen, den Kräutern und dem ganzen Drum und Dran. Um dieses „Drum und Dran“ etwas mehr ins Bewusstsein zu rücken, werde ich meine Gedanken und Pläne umsetzen. Ich halte euch jedenfalls auf dem Laufenden. 

Was im Garten so los ist

Neulich bekam ich eine Nachricht: Sonja, irgendwie gibt es in diesem Jahr keine Knospen – Mutter Natur lässt sich ganz schön Zeit oder? Ja das möchte man meinen. Aber die Knospen werden von den Bäumen schon im Sommer bzw. Herbst angelegt. Sie schlummern dann auf ihrer Mutter und werden im Frühling von der Sonne wach geküsst. Manchmal dauert das Wachküssen etwas länger, manchmal ist es sehr früh. Kein Jahr ist gleich, aber die Knospen schlafen immer schon seit dem Vorjahr auf den Bäumen. Die richtige Sammelzeit ist meistens der März und April, wenn die Knospen schon etwas gewachsen sind. Wer es leicht abwarten kann, der sammelt sie, wenn sie kurz vor dem Aufblühen sind. Das erfordert, wie gesagt, etwas Geduld, aber es lohnt sich allemal. Man braucht dann nicht so viele, weil sie ja schon größer sind und auch die Wirkstoffe sind etwas intensiver. Ich würde sagen, dass man bei uns schon langsam ans Werk gehen kann, diese oder nächste Woche. Nur keine Eile! 

Welche Kräutlein finde ich schon?

An sonnenbeschienenen Südhängen findest du jetzt schon den Huflattich. Ganz klein ist er noch und versteckt. Aber in 2-3 Tagen kann man die Blüten schon sammeln. Bitte niemals alle Pflanzen an einem Standort nehmen! Die Bienen brauchen die ersten Frühlingsblüher dringender als wir! Huflattich ist ja – so wie Beinwell – seit einigen Jahren sehr verschrien. Das kommt von den Pyrolizidinalkaloiden, die in hohen Dosen die Leber schädigen können. Diese Dosen sind jedoch so hoch, dass es nahezu unmöglich ist, sie an einem Tag zu sich zu nehmen. Noch dazu haben die Pflanzen in den ersten 3 Wochen ihres Daseins noch gar keine Zeit gehabt, sich mit diesen Alkaloiden an zu reichern. Jedenfalls ist Huflattich gut bei Husten, er wirkt schleimlösend und hustenreizlindernd.  Gestern habe ich auch schon das erste Gänseblümchen gesehen! Auch Gänseblümchen helfen bei Husten. Aber sie sind allgemein sehr gesund. Man kann sie gut in den täglichen Speiseplan einbauen – über den Salat ein paar Köpfchen oder auf´s Butterbrot, auch im Haustee macht es sich wunderbar. Es ist ja unverwundbar – kaum hat man mit dem Rasenmäher drüber gemäht, steht es auch schon wieder auf. Man sagt zum Gänseblümchen „Arnika der Gebärmutter“. In Salben verarbeitet oder als Sitzbad hilft es bei Verletzungen im weiblichen Schoß. Das Gänseblümchen ist aber auch Wegesrandapotheke: wenn man einen kleinen Schnitt oder eine Abschürfung hat, zerkaut oder zerreibt man die Pflanze und legt sie auf. Sie wirkt blutstillend und entzündungshemmend.

Die Hasel- verstärkt die Wirkung anderer Gemmomazerate!

Und weiter geht´s im Reigen der frühlingshaften Knospen. Dieses Mal schauen wir uns die Hasel etwas genauer an. Über die männlichen Blüten und ihre großartige Wirkung bei Fieber und Erkältung habe ich ja bereits geschrieben. 

Die Knospen kann man jetzt sammeln und ansetzen. Die Hasel-Gemmo hat ein breites Wirkspektrum. So reguliert sie den Eiweiß- und Fettstoffwechsel, auch auf die Blutgerinnung wirkt sie ausgleichend. Sie unterstützt den Körper bei chronischen Lungenerkrankungen und beruhigt die Nerven. Sie soll bei Restless-Legs-Syndrom helfen und vorbeugend bei Thrombose und Arteriosklerose wirken. Sie mildert auch die Folgen von Elektrosmog. Allgemein verstärkt sie die Wirkung anderer Knospenmittel.

In den nächsten Knospen-Workshops könnt ihr mehr über die Möglichkeiten und Geheimnisse der Baumknospen erfahren:

Samstag, 17. März, 14.00 Uhr Neustift im Stubaital

Montag, 26. März, 19.00 Uhr Hall (Anmeldung Verein der Obst- und Gartenbauvereine Tirols)

Donnerstag, 5. April, 18.30 Uhr Schönberg im Stubaital (Anmeldung Erwachsenenschule)

Ich freu mich schon!

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Seifensieden und die Kräuterstunde! Ich freu mich auf DICH!

Am Dienstag, den 15. März findet wieder ein „Hexenküchen-Abend“ statt. Dieser Teil ist für jene gedacht, denen Salben und Cremen zu wenig sind, sich aber noch nicht weiter gewagt haben. Wir stellen wunderbare Naturkosmetik mit einfachen Mitteln und ohne viel Schnick-Schnack her. Wer diesen Workshop besucht hat, wagt sich auch an kompliziertere Rezepturen und kann abschätzen, ob ein Rezept aus einem Buch oder dem Internet etwas taugt oder nicht.

Programm im März

Dienstag, 13.3. um 18.30 Uhr Start der Ausbildung zur Kräuterfrau an der VHS Wattens 

Donnerstag, 15.3. um 18.00 Uhr Salbenküche Teil III – Naturkosmetik von Kopf bis Fuß

Freitag, 16.3. um 14.00 Uhr KinderKräuterTreff

Samstag, 17.3. um 14.00 Uhr Knospenworkshop in Neustift

Freitag und Samstag, 23.-24.3. Ostermarkt in Hall jeweils ab 9.00 Uhr

Montag, 26.3. Knospenworkshop in Hall

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Über Neubeginn, Asche und Knospen
24 Feb

Neubeginn? JETZT!

Der Feber ist ja DER perfekte Monat für einen Neubeginn jeder Art. Nicht nur das stärker werdende Licht, auch die Luft und die ganze Stimmung regt zum Aufbruch an. Ja, Aufbruch – die winzigen Keime machen sich auf dem Weg um die Erde auf zu brechen. Auch wir dürfen jetzt das Alte, Schwere und Düstere des Winters hinter uns lassen und aufbrechen. Die Nase in die herrlich nach Erde und Wasser riechende Luft gestreckt und mit einem Lächeln im Gesicht machen wir uns auf den Weg um Neues zu entdecken und Vorhaben, die wir den Winter über ausgebrütet haben, können jetzt umgesetzt werden. Aber alles Neue braucht einen reichhaltigen Boden um gut gedeihen zu können. Was eignet sich besser dafür als die Asche von Altem und Vergangenem? Wir können aufbauen, auf den Erfahrungen der Vergangenheit. Nur so wachsen und reifen wir, wer nicht aus dem Vergangenen lernt und aus der Fülle des Wissens schöpft, wird irre gehn und verkümmern. So zeigt es uns die Natur vor – aus den abgestorbenen Pflanzen, dem im Herbst gefallenen Laub oder abgestorbenen Holz wächst neues, frisches Leben. Samen, die auf ungeeigneten Boden fallen, verkümmern. 

Was im Garten so los ist

Langsam, ganz langsam wird es Zeit für die Knospen. In letzter Zeit erfahren diese kleinen Wunderwerke der Natur ja wieder einen wahren Boom. Wieso gerade jetzt? Ist es nur wieder ein neu entdecktes Gebiet der Marketingleute im Bereich der Pflanzenheilkunde? Nein! Überhaupt nicht – im Gegenteil: die Knospenheilkunde gibt es eigentlich schon immer. Sie ist nur aus dem Bewusstsein der breiten Bevölkerung verschwunden, wie so vieles. Aber das Wissen um die Heilkräfte der kleinen Wunderdinger bahnt sich wieder seinen Weg. Das ist gut so, denn kaum ein anderer Pflanzenteil verfügt über derart viel Kraft und Wirkung wie die Knospen – und das mit relativ wenig Substanz. Für eine wirkungsvolle Zubereitung braucht man wirklich Mini-Mengen.  

Früher war ja alles viel weniger aufwändig. Weder bereitete man sich Tee, Tinkturen oder andere Auszüge zu. Man ging einfach hin, sammelte ein paar Knospen, Blätter, Wurzeln oder was man halt brauchte und aß es gleich an Ort und Stelle. Oder man gab das gesammelte Pflanzengut ins tägliche Essen – Nahrung war immer zugleich auch Heilmittel. Mit der Zeit wurde diese unglaublich effiziente und praktische Methode der Gesunderhaltung verdrängt. Von Nahrungsergänzungsmitteln wie künstlichen Vitaminen, Spurenelementen usw. und ja leider auch von Medikamenten, die teilweise eingenommen werden, wie das tägliche Brot. 

Wieso sind Knospen so wirkungsvoll?

Das liegt daran, dass sie im Grunde genommen das Embryonalgewebe der Pflanzen sind. In jeder Knospe ist das gesamte Genmaterial der Pflanze angelegt und aus ihr kann alles werden – entweder Blatt oder Blüte und Frucht. Diese Eigenschaft macht sie so wertvoll, denn die Inhaltstoffe sind nicht nur für den Baum oder Strauch vielseitig einsetzbar, sondern finden auch für unseren Organismus eine vielfältige Verwendung. Das Ganze ist sehr spannend, denn teilweise sind die Einsatzgebiete zwar identisch mit herkömmlichen Auszügen aus den Pflanzen (Blättern, Blüten, Rinde usw.)wie Tee oder Tinktur, aber halt nicht immer. Oft schlummern unerwartete Fähigkeiten in den kleinen Powerpaketen. In den nächsten Kräuterbriefen werde ich einige der gängigsten Bäume und Sträucher in unseren Gegenden beschreiben und versuchen, auf die bekannten Wirkweisen und auch auf die Wirkungen hinsichtlich der Knospen ein zu gehen. Die beste Zeit um Knospen zu sammeln ist im März und April – je nach Höhenlage und Klima. 

Die Grauerle – ein wahrer Frauenbaum!

Die Grau- oder Weißerle wächst bei uns in Auengebieten und an Bachläufen. Sie ist ziemlich weit verbreitet und kommt in Höhenlagen zwischen 600 m und ca. 1200 m vor. Sie ist nicht zu verwechseln mit ihren Schwestern der Schwarzerle, die ihr bevorzugtes Revier an niedriger gelegenen Auen- und Flusslandschaften wie Inn, Salzach oder Donau hat. Sie wächst bis maximal 600 m – 700 m Seehöhe. Die dritte im Bunde ist die Grünerle – sie ist eine wahre Kämpferin, sie liebt das Hochgebirge und die Tundren unserer Welt. Ab 1200 m fühlt sie sich wohl. Oft trifft man sie im sogenannten Krummholzgürtel gemeinsam mit ihren Freundinnen Latsche und Birke an. 

Aber heute widmen wir uns eben der Grauerle. Sie hat einen großen Bezug zum Wasser und nasse Füße zu haben, macht ihr nichts aus – Staunässe aber mag sie nicht. Von ihr können wir Rinde und Blätter sammeln und als Tee oder Tinktur zu uns nehmen. Sie wirkt Fieber- und Entzündungshemmend und ist sowohl bei rheumatischen Beschwerden als auch bei fiebrigen Erkrankungen gut einsetzbar. Ihr Holz ist sehr beständig, aus ihm wurden früher Schuhe gemacht und die Lagunenstadt Venedig ist auf Erlenholz gebaut. 

Ein Auszug aus den Knospen von Frau Erle stärkt und reguliert das Gewebe der weiblichen Genitalien, der Gebärmutter und der Eierstöcke. Die Erlenknospe wirkt sehr stark auf Gewebeneubildungen und Abkapselungstendenzen ein – dies im ganzen Körper und besonders auch bei Verhärtungen der weiblichen Brust. Sie verbessert das Herz-Kreislauf-System, stärkt die Gefäßwende und wirkt blutverdünnend. 

Ein Baum – zwei Gesichter! Ich finde das sehr spannend – wem das noch so geht kann sich gerne zu einem meiner Knospen-Workshops anmelden und mehr über die Möglichkeiten und Geheimnisse der Baumknospen erfahren:

Samstag, 3. März, 14.00 Uhr im Raum Wattens (Tiroler Unterland)

Samstag, 17. März, 14.00 Uhr Neustift im Stubaital

Montag, 26. März, 19.00 Uhr Hall (Anmeldung Verein der Obst- und Gartenbauvereine Tirols)

Donnerstag, 5. April, 18.30 Uhr Schönberg im Stubaital (Anmeldung Erwachsenenschule)

Ich freu mich schon!

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Lostage, Reinigung, Neubeginn und so weiter :-)
10 Feb

Lostage wohin man schaut

Schon wenn er beginnt, macht der Feber klar, dass er in Sachen Wetter und Ernte einiges zu sagen hat. Mit sage und schreibe 15 (!) Lostagen wartet uns der Monat mit nicht einmal 30 Tagen auf. Einig waren sich jene, die die Natur beobachtet haben und schlussendlich auch die Bauernregeln aufschrieben, dass gerade zu Beginn das Wetter winterlich sein soll, damit der Frühling bald komme und dass die Ernte dann im weiteren Jahresverlauf gut ausfallen werde. Und hier kommen dann die tatsächlichen Begebenheiten ins Spiel. Der Lichtmesstag („Ist´s an Lichtmess hell und rein, wird´s ein langer Winter sein.“) war bei uns in der Früh und am Vormittag trüb und klarte dann auf. Auch der Agathentag am 5. gibt sich nicht ganz eindeutig: „Ist Agathe klar und hell kommt der Frühling nicht so schnell.“ Als ich so aus dem Fenster schaute, war der Himmel wolkig, nicht richtig klar, aber halt auch nicht trüb. So ist das mit den Lostagen – es bleibt spannend!

Was im Garten so los ist

Seit Lichtmess ist es ja endlich so weit: wir dürfen wieder nach Herzenslust sammeln was sprießt! Das Tabu, Wildpflanzen zu sammeln, das seit Allerheiligen herrscht, gilt nun nicht mehr. Was soll man jetzt denn groß sammeln, wirst du dich fragen. Überall noch Schnee oder braun….

Aber Mutter Natur schenkt uns auch jetzt schon ihre kostbaren Schätze! Überall werden die Knospen schon größer und praller. Ein bisschen Zeit haben wir ja noch, ab März geht´s dann so richtig los. Derweil können wir schon die ersten Blüten sammeln. Ja, du liest richtig. Frau Hasel hängt ihre männlichen Blüten in die Sonne. Was ihr mit den Haselblüten anfangen könnt, lest ihr hier im Kräuterbrief, weiter unten 🙂

Die närrische Zeit?

Viel ist ja nicht mehr übrig geblieben von der „närrischen“ Zeit. Der Unsinnige Donnerstag, Rosenmontag und Faschingsdienstag – das war´s auch schon. Wenn ich an meine Kindheit denke, dann erinnere ich mich an Faschingsumzüge und als ich etwas älter wurde, gab es in unserem Ort wunderbare Faschingsbälle. Leider gibt es heute weder das eine noch das andere. Weshalb das so ist? Ich denke, die Menschen sind weniger gesellig und das Wissen um die ganze Gaudi ist einfach in Vergessenheit geraten.

Schade eigentlich, die Übergangszeit zwischen Winter und Frühling war für unsere Ahnen extrem wichtig. Warum verkleiden wir uns überhaupt? Die Faschingszeit hatte ja ursprünglich nicht nur die Aufgabe, den Winter zu vertreiben. Es ging um viel mehr. Es ging darum ausgelassen zu sein, einmal im Jahr konnten die Menschen wer anderer sein. Allerlei Schabernack wurde getrieben und viele überlieferte Bräuche zeigten den Wahren Grund: die Fruchtbarkeit der Natur soll wieder angeregt werden. Die Menschen wurden für kurze Zeit Naturgeister, behängten sich mit Baumflechten, Moos und anderen Naturmaterialien und wollten so die Naturgeister aufwecken.

Der Kirche gefiel dieses närrische Treiben natürlich überhaupt nicht und völlig entgegen der Natur wurde ein strenges Fastengebot erlassen. Gerade jetzt, wo es endlich wieder wärmer wird, das erste Grün seine Spitzen aus dem Schnee streckt, sollten wir enthaltsam sein? Eine gewisse Enthaltsamkeit war ja naturgegeben – die Vorräte des letzten Sommers und Herbstes waren praktisch aufgebraucht. Da musste man nicht noch mehr fasten als es die Umstände erforderten. Heute ist das natürlich anders. Alles ist im Überfluss vorhanden, wir kennen keine Knappheit. Dafür sollten wir dankbar sein, aber wir sollten über die Fülle hinaus den natürlichen Rhythmus nicht völlig vergessen.

Viele fangen jetzt an zu Entschlacken, damit der Stoffwechsel des Körpers angekurbelt wird. Ich war auch lange Zeit der Meinung, dies sei gut, gesund und notwendig. Erst in letzter Zeit bekam ich einen Denkanstoß, der mir nachvollziehbar erscheint: Ein gesunder, vitaler Körper braucht keine Entschlackung. Die Ausscheidungsmechanismen eines gesunden Körpers benötigen keine Unterstützung durch Fasten, massives Ausscheiden und andere Maßnahmen. Im Gegenteil, Einläufe und Nahrungsentzug über mehrere Tage oder gar Wochen können das sensible Gleichgewicht unseres Organismus ziemlich durcheinander bringen und sogar Schäden verursachen.

Warum viele aber trotzdem Fasten und sich sehr gut dabei fühlen, ist leicht erklärt: der Körper schüttet Glückshormone aus, damit der Stress, der Nahrungsmangel verursacht quasi überdeckt wird.

Fasten kannte man aber schon immer. Besonders Schamanen und Heiler fasten vor einer Heilsitzung um so ihren Geist auf das Wesentliche zu lenken. Diese Methode wurde aber stets von bestimmten Stammesmitgliedern ausgeübt, niemals von allen.

…und was ist mit meinen müden Stoffwechsel?

Wenn man nicht ständig alles Verfügbare in sich hinein stopft, sondern mehr mit dem Rhythmus der Natur lebt, dann wird der Stoffwechsel stets aufs beste funktionieren. Im Frühling frisches Grün, kräftigende Wurzeln. Im Sommer ist sowieso Überfluss vorhanden, Früchte – gerne auch Wildfrüchte -, Gemüse, Blätter, Kräuter, Blüten usw. Der Herbst beschenkt uns ebenfalls mit Früchten, aber auch Nüsse, Kräuter und besonders auch wieder Wurzeln dürfen genossen werden. Im Winter gibt es Wintergemüse wie Kraut, Wurzelgemüse, Dörrobst und vieles mehr. Bananen, Orangen, Erdbeeren oder Himbeeren im Winter kommen in dieser Aufzählung nicht vor. Diese und viele andere „frische“ Ware ist gänzlich gegen unsere Natur und schwächt den Organismus. Woher man dann die ganzen notwendigen Vitamine bekommt? Die Speicher werden von Frühling bis Herbst gefüllt. Weißkraut hat zum Beispiel um ein Vielfaches mehr Vitamin C als Orangen – noch dazu ist es für unseren Körper leichter verfügbar. Nüsse haben neben Vitaminen auch noch wichtige Spurenelemente. Eine ausgewogene Ernährung ist mit unseren heimischen Lebensmittel durch das ganze Jahr hindurch möglich. Wir sollten nur der Natur folgen – die „Stoffe“, die sie uns zur Verfügung stellt, wechseln ja ständig!

Sauber und rein im Feber

Der Feber ist nicht nur der Monat des Neuanfangs. Es ist auch die Zeit der Reinigung. Sowohl innerlich als auch äußerlich. Viel klares Wasser trinken und vielleicht auch die ein oder andere Meditation helfen, die Klarheit der Zeit zu verinnerlichen. Aber auch im Außen kann gereinigt werden. Es ist eine gute Zeit dafür. Eine feine Räucherung für Haus und Hof, einmal mit dem Besen vor der eigenen Haustür kehren….den ganzen Dreck, der sich über die dunklen Monate angesammelt hinausschmeissen. Was für eine Wohltat.

Auch unseren Körper können wir mit sanfter Naturkosmetik und mit selbst gemachten Seifen verwöhnen. Du weisst nicht, wie man eine Seife selber herstellen kann, wolltest es aber immer schon mal wissen? Schau einfach auf meiner Homepage vorbei, dort biete ich einen Workshop an, bei dem du dieses alte Handwerk erlernen kannst 🙂 

 

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Lichtmess…
30 Jan

…und wieder kündigt sich ein Übergang an. In den sogenannten „sozialen Netzwerken“ überschlagen sich die Ereignisse: welche „Hexe“, „Schamanin“, „Naturkundige“ usw wird wohl dieses Mal das Rennen um den ersten Beitrag gewinnen? Ist man zu früh dran, scheint man unprofessionell – „Die schon wieder, man soll im Hier und Jetzt ruhen und nicht ein Ereignis in zwei Wochen herbeischreiben“. Ist man zu langsam, dann heisst es, man würde abschreiben. Ich habe einen Mittelweg gefunden: ich halte mich einfach raus. Es kommt, wie es kommt. 

Ja, die Natur bereitet sich auf den nächsten Übergang vor. Die Nacht vom 1. auf den 2. Feber hat sich als Maria Lichtmess in unseren Köpfen verankert. Ursprünglich wurde der Übergang vom Winter in den Frühling Mitte Feber gefeiert. Wobei – wer weiß das so genau? Manche sagen, es ist ein Mondfest und wird im ersten Viertel des zunehmenden Mondes gefeiert. Manche sagen, alle Jahreskreisfeste (auch die Kreuzviertelfeste wie Lichtmeß (Imbolc), Walpurgis (Beltaine), Schnitterfest (Lughnasad) und Allerheiligen (Samhaein) seien Sonnenfeste. Im Grunde ist das doch nicht so ungeheuer wichtig. Wichtig ist, wie es sich für dich anfühlt und wie es in der Natur draußen aussieht. Ich persönlich werde sicher in den nächsten 7-10 Tagen meine Kerzen weihen und ein kleines Ritual für mich machen. 

Was es im Garten so los ist

Bei uns hier hat es ja noch gehörig viel Schnee und in den nächsten Tagen soll wieder welcher dazu kommen. Frau Holle gibt ihr Zepter nicht so leicht an die Frühlingsgöttin Brighid ab. Auch mir ist noch nicht so recht nach Wechsel zu Mute. Obwohl ich von dem ein oder anderen Dach schon kleine Eiszapfen hängen sehe, die ersten Fliegen schon frech sind und die Sonne bereits ein bisschen wärmt. 

An den Südhängen und dort, wo fleißig Schnee geschöpft wurde, schaut das braune Gras schon hervor und die wärmenden Strahlen der Sonne lassen die Schneeränder tropfen – der Frühling ist unaufhaltsam im Vormarsch. Der kommende Schnee kann seinen Triumph verzögern aber nicht verhindern. Was kommen soll, das kommt. 

Was hat es nun mit Lichtmeß auf sich?

Jedenfalls ist es ein uraltes Lichtfest. Der Wechsel vollzog sich nicht nur in der Natur, auch im Menschenleben fanden zu dieser Zeit häufig Änderungen statt. So gab es – und gibt es teilweise auch heute noch – das sogenannte „Schlenggeln“. Dienstnehmer wechselten ihren Dienstherren, sofern sie mit ihrer Arbeitsstelle nicht zufrieden waren. 

An Maria Lichtmeß wurde der gesamte Kerzenvorrat für das kommende Jahr gesegnet. Früher gab es nur Kerzen aus Schlick, Talg oder Bienenwachs. Der Brauch farbige Kerzen für bestimmte Anlässe zu weihen kam erst relativ spät auf und von manchen wird dies als neumodischer Kram bezeichnet. Ich finde es ist eine schöne Idee. So werden zB weiße Kerzen für das Gebet an Festtagen, rote Kerzen zur Abwehr von Unglück und schwarze Kerzen gegen Unwetter geweiht. 

Imbolc – das Fest der Brigid, der sehr jugendlichen Birkengöttin ist kein so öffentliches Fest wie zum Beispiel Walpurgis/Beltaine oder die Sonnwendfeiern. Allein schon der sehr enge Bezug der in dieser Zeit geehrten Göttinnen zum Herdfeuer, zu Haus und Hof lassen das Fest intimer ausfallen. Auch waren die Vorräte in den Speisekammern schon sehr geschrumpft und ein ausgelassenes Gelage allein deshalb eher kein Thema. Immer jedoch hat man dem Göttlichen und den Ahnen ein Opfer dargebracht. Sei es etwas Milch, Korn oder Essen vom Tisch gewesen, das man dem Herdfeuer übergab. 

Die Kräuter in der Haus- und Hofapotheke waren ebenfalls langsam aber sicher aufgebraucht. Frischer Nachschub wurde heiß ersehnt. Herr Huflattich mit seinen gelben Sonnenköpfchen lässt nun nicht mehr lange auf sich warten – gerade rechtzeitig. Nicht nur früher, auch heute noch plagen zur Hochwinter-Zeit Husten und Erkältung die Menschen. Leider ist der gute Herr Huflattich sehr in Verruf geraten in den letzten 30-40 Jahren und das, wo er doch so ein Segen ist! Er enthält nämlich Pyrrolizidinalkaloide, das sind Stoffe die im Verdacht stehen Leberschädigend zu wirken. Allerdings nehmen wir im Normalfall niemals so große Mengen zu uns, als dass diese Alkaloide Schlimmes in unserem Körper anrichten könnten. Es sei denn, man hat bereits einen Leberschaden – da sollte man besser etwas Vorsicht walten lassen. 

Früher hat man Huflattich noch in der Apotheke kaufen können – ist er doch ein hervorragender Helfer bei Husten. Besonders bei jenem Husten, der dann auftritt, wenn der Huflattich seine gelben Sonnenköpfchen aus der Erde reckt. Huflattich gibt einen hervorragenden Tee und er ist auch Bestandteil vom Wanderhustensirup. 

…und manchmal…

…hadert man mit bestimmten Übergängen. Wenn man noch im Hier und Jetzt bleiben darf, ein lieber Mensch aber hinüber geht. Wenn die Seele entscheidet, dass in diesem Leben alle gewünschten Erfahrungen gemacht worden sind und die Zeit reif ist für die nächste Runde. 

Auch in diesem Jänner sind bei uns im Ort – wie auch im letzten Jänner – auffällig viele Menschen gestorben. Ich habe fast alle  gekannt. Zwei von ihnen haben mich von Kindesbeinen an begleitet. Es schmerzt zu sehen, wie die Menschen gehen. Endgültig für dieses Leben. Ich wollte sie doch noch besuchen. Nächste Woche. Oder bald. Ich hätte ihm gerne nochmal die Hand gedrückt, mit ihr gelacht und geplaudert – zu viele Gelegenheiten dazu habe ich verstreichen lassen. Nun gibt es keine mehr. Die meiste Zeit fühle ich, dass es gut so ist. Manchmal kommen Erinnerungen an seine Augen und an sein verschmitztes Lächeln, an ihre warme Stimme. Wie sie meinen Namen sagten und was sie mir auf meinen Weg mitgegeben haben. Weise, alt, ohne besserwisserischem Unterton, manchmal unbewusst. Gütig und nachsichtig, oft ungehört und jetzt wieder erinnert. Manchmal sind Übergänge gar nicht schön. Immer sind sie unaufhaltsam. Das Rad des Lebens dreht sich und dreht sich und dreht sich.

Das Element des Überganges, das Wasser fließt. Es beginnt nicht nur im Frühling zu fließen, wenn der Schnee schmilzt. Es fließt aus meinen Augen und nimmt einen Teil des Schmerzes und lässt mich lächeln über die schönen Momente, die in meiner Erinnerung lebendig sind. Ich weiß, sie werden verblassen. Aber ab und zu werden wie wieder an die Oberfläche kommen und mich an sie erinnern – an all die Menschen, die ich lieb habe und nicht mehr sind. Ich weiß auch, dass mich jeder Übergang etwas lehrt. Und sei es auch nur: zu akzeptieren.

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Winterzeit
24 Jan

Wenn es draußen so richtig eiskalt ist, dann bietet es sich geradezu an, sich eine Tasse Tee, ein gutes Buch und einen bequemen Sessel zu suchen und sich so richtig fein zu verwöhnen. Neulich aber war keine Zeit für´s drinnen-herum-Lümmeln! Es hat über Nacht fast einen halben Meter Neuschnee abgegeben – meine Güte war Frau Holle fleißig. Es war einfach fantastisch! So viel Schnee – zum Hineinfallenlassen und Schneengel machen, zum Räumen, Schöpfen – und jaaaaa auch essen. Nachbar´s Kinder haben mich schon ganz schief angeschaut: Sonja, wieso isst du Schnee? Weil es in dieser Zeit nichts köstlicheres gibt, als frisch gefallenen, watteweichen, herrlich weissen und fluffigen Schnee. Und dann kam der Regen und hat die ganze Pracht im Nu auf ein Drittel geschrumpft! Jetzt ist der Schnee nicht mehr flauschig, sondern sehr hart und völlig ohne zauberhafte Eiskristalle. Ich muss mir für den KinderKräuterTreff am Freitag was überlegen – schließlich soll´s unter anderem ja auch um Schneekristalle gehen… 

Was sich im Garten so tut

Es ist gut, dass es jetzt viel schneit. Das ist das Wasser, das im Frühling dann so dringend von den Pflanzenwesen gebraucht wird, um zu sprießen, zu grünen und zu blühen. Ausserdem ist es der beste Schutz vor den noch kommenden eiskalten Jänner-Nächten! 

Im Garten tut sich jetzt natürlich nicht viel. Ich hab mir einmal eine „kleine“ Liste jener Kräuter gemacht, deren Anwesenheit ich mir in meinem Garten sehr wünsche. Natürlich muss ich in diesem Jahr noch ein paar Abstriche machen – der Platz ist wie jedes Jahr viel zu wenig. All zu leicht passiert es, dass man Frau Melisse, Herrn Baldrian, vor allem auch Herrn Alant und all die anderen freundlichen Grünlinge viel zu nah beieinander setzt. Der ein oder die andere kann dann schon verkümmern. Da heisst es wirklich: weniger ist mehr. Ich bin ja sehr gespannt, wie viele der zweijährigen Bewohner wieder geneigt sind, sich im Garten breit zu machen. Ich hoffe sehr, dass sich unter anderem die liebe Frau Mariendistel und auch Madame Königskerze dazu bequemen. Von beiden habe ich vereinzelt Pflänzchen gesichtet im Herbst, aber ob sie wirklich auch im Frühjahr dann da sein werden? Ich lass mich überraschen und übe mich in Geduld. 

….zu Lichtmeß a ganze Stund

Auch wenn es gerade in diesen Tagen überhaupt nicht danach ausschaut: der Frühling naht. Es gibt da ein schönes Sprichwort, das das Längerwerden des Tages beschreibt:

Weihnachten um an Muggnschritt,
Neujahr um an Hahnentritt,
Dreikönig um an Hirschensprung
Lichtmess um a ganze Stund. 

Ja es stimmt, man nimmt das Licht sehr deutlich schon wahr – am späten Nachmittag ist es jetzt noch hell und auch am Morgen ist es nicht mehr so dunkel wie noch vor wenigen Wochen. Das belebt doch die Geister sehr! Aber nicht nur das Licht macht sich bemerkbar, in wenigen Wochen wird auch das Wasser anfangen zu fließen. Erst unter der Schneedecke, von den Dächern und schön langsam auch im Wald und von den Hängen. Unmerklich fängt es an, überall zu tropfen und schon bald bilden sich kleine Rinnsale, die sich fröhlich gurgelnd ihre Wege suchen. Die Nächte sind dann zwar noch kalt, deshalb kann man oft wunderschöne, riesige Eiszapfen sehen und auch auf dem Boden gefriert es. Manchmal ist es dann in der Früh und am Abend rutschig, aber die Sonne wird spürbar wärmer und leckt jene Tropfen von der Erde, die nicht rasch genug versickern können um zu den durstigen Wurzeln zu gelangen. Noch ist die Zeit in der die Arbeit im Haus erledigt wird. Früher sahen die Bauern in der Winterzeit nach ihren Werkzeugen und reparierten sie, wenn notwendig. So konnten sie sicher sein, dass alles funktionierte sobald die Arbeit draußen dann wieder los ging.

Erstes Grün

Die Vorräte in den Kellern sind schon merklich geschrumpft. Jetzt geht es im wahrsten Sinne an´s Eingemachte. 4-6 Wochen dauert es noch, bis die ersten Pflänzchen ihre Spitzen aus der Erde recken. Scharbockskraut oder Gänseblümchen gehören zu den frühesten. Frau Vogelmiere ist natürlich auch schon dabei. Es waren und sind ganz wichtige Vitaminspender – das frische Grün wird von unserem Organismus nahezu restlos verwertet. Aber auch Wurzeln können schon gegraben werden, so bald die Erde nicht mehr gefroren ist. An vorderster Stelle ist hier die Löwenzahnwurzel zu nennen. Sie stärkt den Organismus und baut uns nach dem langen Winter wieder so richtig auf – sie gibt uns Kraft. Ausserdem kann man sie leicht erkennen, Herrn Löwenzahn kennt jeder an seinen zackigen Blättern. Die Wurzel reicht tief in das Erdreich – es ist ein wahrer Schatz, der da ausgegraben werden will. Wenn man den Schatz ausgegraben hat, dann reinigt man die Wurzel unter fließendem Wasser, schneidet sie klein und lässt sie trocknen. Am Besten am Ofen, im Dörrapparat oder bei ca. 30-40 Grad im Backrohr. Danach kann man sie mörsern oder mahlen und jeden Tag ein wenig davon über das Essen streuen oder in einem Glas warmen Wasser verrühren und trinken. Die Löwenzahnwurzel ist ein Labsal für die Leber und stärkt den gesamten Organismus. Sie gibt uns Kraft für das Frühjahr und vertreibt die weitum bekannte „Müdigkeit“. 

Jänner – Tipp

Alte Sorten

Wenn ihr dabei seit, euch mit den Pflanzen zu beschäftigen, die ihr im kommenden Sommer bei euch begrüßen wollt, dann denkt doch mal über die sogenannten „Alten Sorten“ nach. Seit einiger Zeit gibt es wieder vermehrtes Interesse an alten Obst- und Gemüsesorten. Ich finde diesen Trend äußerst begrüßenswert. Alte Sorten sind zwar meist nicht so ertragreich wie neue Züchtungen, aber sie haben in vielerlei Hinsicht Vorteile, die den Ertrag wieder fast gleich werden lassen. So sind sie meistens resistenter gegen Schädlinge, Pilze und Krankheiten. Sie schmecken um einiges intensiver manchmal sogar anders als gewohnt und können meist auch mit mehr gesunden Inhaltsstoffen aufwarten. 

Viele Gründe, wieder vermehrt auf alte Sorten zurück zu greifen, wie ich finde! Sicher gibt es auch in deiner Nähe im Frühjahr Märkte, auf denen man entweder Saatgut oder gar Pflänzchen kaufen kann. Ansonsten gibt es im Internet bereits Tauschbörsen, bei denen Anfänger auch mal beschenkt werden und sonst ist Arche Noah ein heißer Tipp!

Ich wünsche euch fröhliches Garten-Balkon-Terrasse-Bepflanzungen-Planen!

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Was uns der Jänner schenkt
11 Jan

Kristallklar und bitterkalt – so stellen wir uns den Jänner eigentlich vor. Und so ist auch meistens die Energiequalität in dieser Phase des Jahres – klar strukturiert und eisig. Dieses Mal ist anscheinend alles anders. Frau Sahara beglückt uns mit einem samtig-dunklen Schleier aus Wüstenstaub und unser lieber Südwind – der warme Föhn – tut sein Bestes um aus Schnee Wasser zu machen. Wenn ich hinaus schaue, dann ist eher Dezember-Stimmung. Alles mollig, schummrig, auflösend anstatt klirrend, glitzernd, starr und strukturiert. 

Ja, der Jänner ist besonders. Seinen heutigen Namen hat er anscheinend vom römischen Gott Janus – der Doppelgesichtige, der in zwei Welten schaut. So wie die Percht – sie ist auch eine Grenzgängerin, sie vermag in mehrere Welten zu schauen. Sie hat zwei Gesichter: ein mildes und ein strenges. Sie hatte ihre Hoch-Zeit. Um den 5.-6. Jänner war die letzte Raunacht, die Perchtnacht. Sie ist mit ihrer Wilden Jagd vorbei gezogen, wieder in ihr Reich verschwunden. Nun dürfen wir sehen, was sie uns hinterlassen hat und uns übers Jahr mit ihren Aufgaben beschäftigen. 

Was sich im Garten so tut

Man sagt, je kälter der Jänner ist, desto weniger „Schädlinge“ wird es im Sommer geben. Das klingt einleuchtend, denn je weiter es in den Boden friert, desto mehr Larven sterben ab. Allerdings ist die Natur nicht so einfach gestrickt, sie hat vor gesorgt – so leicht erfriert man im Boden nicht. Erst recht nicht, wenn man eine Larve ist. Damit die gierigen Fresser nicht überhand nehmen im Frühling und im Sommer, ist es wohl gescheiter sich nicht ausschließlich auf den Frost zu verlassen. Viel zielführender ist es, sich ihre Fressfeinde in den Garten zu holen und dazu gehören halt unter anderem auch unsere lieben Vögel. Amsel, Spatzen, Finken, Meisen und all die – leider sehr selten gewordenen – anderen. Viele Futterstationen mit natürlichem Schweinefett, Nüssen, Samen und Wildfrüchten helfen ihnen über die kalte Jahreszeit und wo es im Winter was G´schmackiges gibt, da bleibt man auch im Sommer gerne. Damit es auch für uns im Sommer wieder G´schmackiges und G´sundes gibt, sollten wir uns langsam überlegen, was wir alles säen und setzen möchten. Wer hat sich bereits in meinem Garten oder Balkon eingefunden und ist mehrjährig? Welche Kräuter würde ich noch gerne einladen? etzt macht es besonders viel Spaß, bei einer guten Tasse Tee in den Katalogen zu stöbern.   

Ice Ice Baby!

Ich finde ja, dass die alten Namen wie Hartung, Hartmond, Eismond, Wolfsmond oder schlicht Wintermond viel treffender sind. Sie beschreiben den tatsächlichen Zustand der Natur. Harter Schnee, eisige Kälte und die Wölfe trauten sich vor lauter Hunger viel näher an die Menschen heran. Der Eismond bietet uns oft wundervolle Winterlandschaften mit großen Eiskristallen auf der Schneedecke. Kristall-gewordene kosmische Energie könnte man sagen. In kalten, klaren Jännernächten stellen sich die Schneekristalle auf und sind Mini-Antennen, die Informationen und Energien aus dem Kosmos und der Atmosphäre einfangen. Diese Kristalle kann man in einer schönen Kristallglasschüssel sammeln und schmelzen lassen. Das gewonnene Wasser ist ein wahres Zauberelixier! Man kann es in Aurasprays oder in Hautpflegeprodukten weiter verwenden. Die Essenz bringt Klarheit, strukturiert und kühlt. Ein großartiges Geschenk, das ganz leicht eingesammelt werden kann. Natürlich solltest du die Kristalle weit abseits von viel befahrenen Straßen und stark frequentierten Gehwegen sammeln. Übrigens haben auch die frisch herabfallenden Schneeflocken eine ähnliche Wirkung, sie kommen ohne „Zwischenstopp“ direkt in dein Auffanggefäß. 

Knospen-Zeit

Die Knospen sind ja meist schon seit dem Sommer/Herbst auf den Bäumen und Sträuchern. Aber durch die Blätter sind sie noch ganz versteckt. Jetzt im Jänner sieht man sie aber besonders gut. Über die Knospe kann man jeden Baum oder Strauch erkennen. Der große Eschenbaum hat zum Beispiel recht große, schwarze Knospen. Sie sehen aus, wie kleine samtig-dunkle Rehfüßchen. Oft sind sie zu dritt angeordnet. Vom Roten Holunder die Knospen sehen aus wie kleine Hopfenzapfen, wenn sie etwas größer sind, sind sie eine saftige Nascherei. Naschen kann man auch von den Ebereschen oder Vogelbeer-Knospen, aufgrund der enthaltenen Blausäure schmecken sie nach Marzipan. Keine Sorge – die Mengen an Blausäure sind so gering, dass der Genuss von 3-4 Knospen völlig ungefährlich ist. Die Holunderknospen sehen aus, wie kleine, gekrümmte Hexen-Zeigefinger und jene der Schwarzen Johannisbeere haben jetzt schon den typischen Cassis-Geschmack.

Manche Kräuterkundige sind der Ansicht, dass die Knospen bereits ab Herbst-Winter gesammelt werden sollten, da die harzige Schutzhülle noch vorhanden ist. Ich denke aber, dass die Vitalstoffe erst später so richtig konzentriert vorhanden sind. Sie nehmen in dem Ausmaß zu, in dem die Säfte wieder anfangen zu fließen. Meiner Ansicht nach sind die Knospen kurz vor dem Austreiben bzw. im Moment des Austreibens gerade richtig um die unglaublich wirkungsvollen und kostbaren Gemmo-Auszüge her zu stellen. Die Harzschicht ist auch im Feber oder März noch vorhanden.  In meinen Workshops erfährst du, wofür die Gemmopräparate verwendet werden können, wie sie hergestellt werden und natürlich noch vieles mehr.

Gästebuch

Vielleicht habt ihr es schon entdeckt – auf meiner Homepage gibt es jetzt im Hauptmenü einen Button „Gästebuch“! Ich freue mich über jeden Eintrag….

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23 Dez

Jänner

15.1. Lebenselixiere – Schwedenbitter und Terriak
18.1. Salbenrühren in der Hexenküche – Basiskurs
20.1. Lebenselixiere – Schwedenbitter und Terriak (Raum Wattens; Infos auf Anfrage)
26.1. Kinder-Kräuter-Treff: Von Eiskristallen, Vogelfutter und Lippenpflege

Feber

1.2. Salbenrühren in der Hexenküche – Aufbaukurs
15.2. Lebenselixiere – Schwedenbitter und Terriak (Anmeldung: Erwachsenenschule Mieders-Schönberg)
16.2. Kinder-Kräuter-Treff: Von Haselkäzchen, Birkenbesen und Riechsalzen

März

3.3. Knospen-Workshop (Raum Wattens; Infos auf Anfrage)
13.3. Beginn der Ausbildung zur Kräuterfrau an der VHS Wattens (Anmeldung und Infos VHS Wattens)
15.3. Salbenrühren in der Hexenküche – Naturkosmetik
16.3. Kinder-Kräuter-Treff: Von Frühlingsboten, Hustensirup und Samentalern
21.3. Knospen-Workshop
23. und 24.3. Ostermarkt in Hall

April

4.4. Salbenrühren in der Hexenküche – Naturkosmetik
5.4. Knospen-Workshop (Infos und Anmeldung: Erwachsenenschule Mieders-Schönberg)
12.4. Naturkosmetik – Workshop (Infos und Anmeldung: Verband der Obst- und Gartenbauvereine Tirols)
13.4. Kinder-Kräuter-Treff: Von Frühlingsbeginn, 9-Kräutersuppe und Maibowle
28.4. Mit Ostara in den Frühling

Mai

Ab 17. Mai: jeden Donnerstag ab 9.00 Kräuterspaziergang (Treffpunkt Bushaltestelle Milders-Brücke; ANMELDUNG erforderlich)
9.5. Naturkosmetik – Workshop (Infos und Anmeldung: Erwachsenenschule Mieders-Schönberg)
11.5. Kinder-Kräuter-Treff: Kräuter, Kräuter, Kräuter
16.5. Frauenkräuter – ein Streifzug zu den speziellen Frauenkräutern und ihre Anwendungsgebiete (Info und Anmeldung: Verband der Obst und Gartenbauvereine Tirols)
26.5. Frühlingskräuterwanderung

Juni

8.6. Kinder-Kräuter-Treff: Sommerkräuter, Kräuterbrot am Stock, Traumkranz
16.6. Artemis – oder wovon der Sommer träumt
jeden Donnerstag ab 9.00 Kräuterspaziergang (Treffpunkt Bushaltestelle Milders-Brücke; ANMELDUNG erforderlich)

Juli

7.7. Kräuterwanderung zu den Almkräutern
20.7. Kinder-Kräuter-Treff: Wasserspiele und Steintrolle, Kräutersackerl
21.7. Tagesworkshop: Die Fülle des Sommers – Hydrolate, Sommerkosmetik und mehr
jeden Donnerstag ab 9.00 Kräuterspaziergang (Treffpunkt Bushaltestelle Milders-Brücke; ANMELDUNG erforderlich)

August

4.8. Besuch bei den Sommerkräutern
17.8. Kinder-Kräuter-Treff: Waldwichtel, Pechsalbe am offenen Feuer
jeden Donnerstag ab 9.00 Kräuterspaziergang (Treffpunkt Bushaltestelle Milders-Brücke; ANMELDUNG erforderlich)

September

8.9. Kräuterwanderung zu den Herbstkräutern
15.9. Salbenrühren in der Hexenküche BASISKURS!
21.9. Kinder-Kräuter-Treff: Herbstkräuter, Beerenmandl, Zauberstab
22.9. Ernten – Frau Holle beschenkt uns mit reichem Segen
bis 14. September: jeden Donnerstag ab 9.00 Kräuterspaziergang (Treffpunkt Bushaltestelle Milders-Brücke; ANMELDUNG erforderlich)

Oktober

13.10. Kräuterwanderung zu den späten Kräutern und Wurzeln
19.10. Kinder-Kräuter-Treff: Wurzelgraben, Schnupfenbalsam

November

9.11. Kinder-Kräuter-Treff: Beerenbowle, Kräuterkerze
10.11. Ruhen – Die Percht lehrt uns die Einkehr
17.11. Räuchern im Jahreskreis und in den Rauhnächten

Das sind die vorläufigen Termine für 2018. Der Terminkalender wird laufend ergänzt, auch Terminänderungen sind möglich – schau immer wieder mal rein, es lohnt sich!

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Bis Jänner
21 Dez

Ihr Lieben, nun ist es so weit – ich ziehe mich zurück. Alle Workshops, Seminare und Vorträge, Kräuterspaziergänge und Adventmärkte sind für 2017 Geschichte.

Ich blicke zurück auf ein sehr erfülltes und erfüllendes Jahr. Voller Dankbarkeit wende ich  mich an euch, die mich mit mit interessanten Begegnungen, spannenden Fragen, glücklichen Gesichtern und so unendlich viel Wohlwollen, Zuspruch und Zufriedenheit beschenkt haben. Möge das kommende Jahr ebenfalls mit Glück, Gesundheit, Zufriedenheit, Frieden und Fülle auf uns warten.

Ich wünsche euch was ihr euch wünscht und freue mich auf ein Wiedersehen und Wieder-lesen im Jänner!

Eure Sonja

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Die Percht
21 Dez

Die dunkelste Zeit

Bevor ich mich in die Rauhnachtsruhe begebe, schreibe ich euch noch einen Kräuterbrief. Es ist nun die dunkelste Zeit, bereits um vier Uhr am Nachmittag wird es schon dämmrig und die warmen Stube lockt. Bei Kerzenschein, Kakao und Kekserl lässt es sich schon aushalten und es wäre ein Leichtes in sich zu gehen und sich auf die Geburt vor zu bereiten. Aber wir haben es verlernt. Anders als unsere Vorfahren erleben wir diese Zeit nicht mehr bewusst. Wir fliehen die Dunkelheit und stürzen uns geradezu verzweifelt in die grellbunte, pseudofestliche Welt der Kaufhäuser. Selbst daheim scheint es, als ob wir die Dunkelheit nicht aushalten wollen. Vor jedem Fenster, auf jedem Balkon, in jedem Garten leuchten Lichterketten – im besten Fall sind sie einfarbig, gelblich weiß. Aber das Bunte und Schrille hält auch hier Einzug. Dabei braucht unsere Seele gerade jetzt die Dunkelheit. In dieser Zeit soll sie die Hoffnung fühlen dürfen: wird es wieder hell? Kommt das Leben zurück? Wir sollen das Feuer, das Licht in unserem Inneren hüten und nähren, so wie unsere Ahnen das Feuer an der Feuerstelle gehütet haben.  

Die Percht

Lange habe ich überlegt, was ich schreiben soll. Über die Percht, die Raunächte oder Zwölften, die wilde Jagd. Im Grunde ist alles schon geschrieben – irgendwo. Weniges ist noch bekannt. In dieser Zeit soll man keine Wäsche aufhängen – die Percht könnte sich mit der Wilden Jagd darin verheddern und das bedeutet, dass es einen Todesfall in der Familie geben wird in diesem Jahr. Alle (Spinn-)Räder und Arbeit sollen still stehen – Frau Percht achtet penibel darauf. Auch hat nach Einbruch der Dunkelheit niemand mehr draußen zu sein – zu groß ist die Gefahr, dass die Percht dich entdeckt. Alles bekannt. Niemand kann das Rad neu erfinden und ich schon gar nicht. Nur noch wenige wissen um die Bedeutung und wenige scherten sich bis jetzt drum. Es findet langsam ein Umdenken statt und das erfüllt mich mit Freude. So habe ich mich entschlossen, euch heute zwei-drei Geschichten von der Percht und ihrer Wilden Jagd zu schenken. Sie hat segnende aber auch strafende Eigenschaften, aber seht selbst:

Berchtlsage aus Alpbach

Ein Viertelstündchen inner der Kirche liegt gegen die Thalerkögel und das Hösl zu am erlenbeschatteten Bache ein Dörflein, von recht schönen Obstangern und Feldungen umgeben. Dort war einmal am Gömachtabend beim Lederer Bauern, derweil die Mutter kochte, ein Mädchen vor der Tür und spielte ganz allein und war recht zufrieden dabei denn Kinder haben selten Langweile. Da kam ein steinaltes Weiblein daher – es war die Berchtl – und ging zu dem Kind hinzu und gab ihm einen verrosteten Vierer. Das Kind lief geschwind in die Küche hinein und gab ihn der Mutter. Diese tat ihn zu ihrem übrigen Geld und wollte dann dem Weiblein ein Küchel dafür hinaustragen, aber es war nirgends mehr zu sehen oder zu erfragen, es war verschwunden mit Laub und Staub. Seit der Zeit schaute es bei diesem Bauern aus, als wenn ihm Zeug und Sach durch den Kamin und die Fenster hineinkämen und auf seinem Gelde ruhte ein besonderer Segen.

(In dieser Sage steht der Segen spendende Zug der Perchtl im Vordergrund. Kinder, vor allem Mädchen, stehen besonders in ihrer Gunst.)

Bercchtlsage aus dem Tiroler Unterland

Am Gömachtabend war es vordem der Brauch, von allen Gerichten des Nachtmals einen Löffel voll dem Feuer zu geben. In manchem Hause ließ man auch das Übergebliebene auf dem Tische stehen für die Berchtl und ihre Kinder. Wenn alles schlafen war, kam sie dann und aß. Da wollte sie einmal einer belauschen und legte sich in den großen Backtrog hinein, der unter der Bank stand und schaute durch eine Spalte heraus. Die Berchtl kam wirklich. Sie war ein meeraltes Weiblein mit zerrütteten Haaren und trug ein so zerlumptes Gewand, dass zehn Katzen nicht im Stande gewesen wären, darin eine Maus zu fangen. Es waren auch viele Kinder bei ihr, Buben und Dirnlein, die hatten auch gerade so zaunzerrissene Kleider an. Da sagte die Alte zum Jüngsten: „Geh hin und  verstreich dort die Spalte, wo der Wunderwitz aussergafft.“ Das Kind ging zum Backtrog hin, fuhr mit dem Finger über die Spalte und der Mensch darin war augenblicklich stockblind. Das hatte er zum Lohn für die Neugierde, dass er Gespenster anschauen wollte, und niemand konnte ihm helfen. Auf den Rat eines erfahrenen Mannes setzte er sich am nächsten Gömachtsabend wieder in den Backtrog und klagte darin seine Not. Da kam wieder die Berchtl mit ihren Kindern, kostete von den Speisen auf dem Tisch und bevor sie ging, sagte sie zum gleichen Buben: „Geh zum Trog und tu´die Spalte wieder auf.“ Das Kind ging hin, blies durch die Ritze und der Blinde war wieder sehend, wie früher.

Die Berchtl bei der Brücke in Virgen (Osttirol)

Es mag so manche Tanne im Virgental umgehauen und an ihrer Stelle eine andere groß gewachsen sein, seitdem ein Bauer einmal mit der Berchtl eine seltsame Geschichte erlebte. Er ging in der Nacht vor dem Heiligen Dreikönigstage von Matrei heim und wie er weiter insTal hineinkam, war es schon tief in der Nacht und „Stockdunkel wie in einem Sack“. Er hätte die Finsternis mit Händen greifen können und durch das Tal pfiff ein eiskalter Wind. Es war dem guten Mann, der sonst eben nicht zu den furchtsamen Hennen gehörte und jede Stunde der Nacht schon mehr als zwanzig Mal auf „freier Weite“ zugebracht hatte, heut´gerade nicht zu Mute wie etwa einem Ranggler, der es mit jedem aufnehmen möchte und sagte deshalb fein andächtig: „Gott Lob und Dank!“, als er die Brücke erreicht hatte, von der es zu seinem Haus nicht mehr weit war. Aber da hörte er auf der anderen Seite ein Gemurmel von vielen Stimmen, als käme die „Wilde Fahrt“ daher, und um auf jeden Fall auszuweichen, möge es sein, was es wolle, stieg er unter die Brücke hinab, denn weit davon, dachte er, sei gut für den Schuss und setzte sich auf einen Stein, wo das Schneegestöber nicht zugekommen war. Da hörte er zahlreiche Schritte auf der Brücke und als sie hinüber waren, sagte eine Stimme: „Wartet, Kinder! Da unten ist ein Stock, in den muss ich dieses Hackl hineinhauen“ und in dem Augenblick stand die Berchtl vor ihm und schlug ein hackl in sein Knie, dass es steckte und verschwand dann, wei ein Nebel zergeht. Dem Bauer war jetzt noch weniger ums Lachen als zuvor, denn es war keine Möblichkeit mehr, das Hackl heruaszubringen. Er ging nach Hause und suchte dann Hilfe bei allen Geistlichen und Doktoren weit und breit, das Hackl aber blieb, ohne ihm Schmerzen zu bereiten, in seinem Knie. So war nun ein Jahr bald herum, denn die Zeit vergeht, ohne dass man es merkt und da kam ihm ein glücklicher Gedanke in den Sinn. Er ging in der Heiligen Dreikönigsnacht wieder hinaus zur Brücke und setzte sich auf den gleichen stein. „Vielleicht kommt die Berchtl“, dachte er, „und holt das Hackl ab.“ Und wirklich täuschte er sich nicht. Bald hörte er sie mit ihrem ganzen Gefolge über die Brücke gehen und als sie hinüber war, sagte sie: „Wartet! Voriges Jahr hab ich da unten in einem Stock ein hackl eingehauen, ich muss es wieder mitnehmen!“ Kaum gesagt, stand sie unten vor dem Bauer und zog ihm schnell das Hackl heraus, dass man nichts mehr spürte, wo es gesteckt hatte und war dann weg wie der Wind. Dem Mann aber war besser zu Mute als einer Armen Seele, wenn sie aus dem Fegfeuer erlöst wird, und ging, wie sich jeder leicht einbilden mag, freudiger heim zu als vor einem Jahr. 

(Die Wilde Fahrt oder Jagd ist das in den winterlichen Raunächten umziehende, wütende, dämonische Heer und wird als das Seelenheer der Toten gedeutet. Es wird von Perchta oder vom Wilden Jäger (Wotan), manchmal auch von allen beiden gemeinsam, angeführt. Alles was sich ihnen in den Weg stellt, wird niedergewälzt. Manche sehen in der Perchta oder Stampa auch eine Lichtgöttin, die nach der Wintersonnenwende mit ihrem Umzug das Zunehmen der Kraft der Sonne und des Lichtes unterstützt. Perchta duldet keine neugiereigen Beobachter. Wer diesem Tabu nicht respektiert, den haucht sie an, so dass er erblindet oder hackt ihm ihr Beil ins Knie, und der Betroffene muss ein ganzes Jahr lang – bis zu ihrem neuerlichen Erscheinen – damit leben. Nur die Perchta kann das Beil wieder entfernen. Die Axt ist ein uraltes Kraftsymbol. wegen ihrer Dreiecksform wird sie it dem weiblichen Schamdreieck symbolisch in Verbindung gebracht.) 

ALLE TEXE AUS www.sagen.at

Ich freue mich auf ein Wiedersehen im Jänner!

Die neuen Termine findet ihr in den nächsten Tagen unter Aktuelles/News und Angebot, sie werden in den kommenden Wochen laufend ergänzt!

 

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