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Dunkelheit und Licht
10 Dez

Vorweihnachtszeit

In den Tagen und Wochen vor der Wintersonnenwende geht es richtig an´s Eingemachte. Besondere Tage reihen sich wie wertvolle Perlen an einer Kette. Eigentlich ist das Datum der jeweiligen Tage nicht so wichtig – es sind Zeiten und überlieferte Traditionen die in diesen Wochen zählen. Bei manchen hat die katholische Kirche ihren Deckmantel derart gut darüber drapiert, dass der Ursprung kaum noch zu erkennen ist – aber eben nur KAUM. So geschehen am Beispiel Barbara-Tag. Manche von uns kennen den uralten Brauch noch: man geht an diesem Tag hinaus und holt sich ein paar Zweiglein von einem Kirsch-, Apfel- oder Pflaumenbaum. Die Baumarten variieren hier, mancherorts sind es Forsythien, Lärche, Hasel oder auch Birken. Jedenfalls werden die Zweiglein dann in eine Vase mit Wasser an einen hellen, nicht zu warmen Ort gestellt. Bis Weihnachten sollten sie nun anfangen zu blühen – das verheisst Glück für das nächste Jahr. Eigentlich ist dies ein Fruchtbarkeits-Orakel und die blühenden Zweige zu Weihnachten verheissen Nachwuchs, was ja auch ein Glück ist. Wenn die Zweiglein nicht blühen, dann bedeutet dies, dass das kommende Jahr für dieses Haus wenig Gutes geben wird. 

Woher dieser Brauch stammt, wissen nur noch wenige. Die Quelle liegt weit in unserer Vergangenheit, noch vor Christus, vor den Römern, Kelten und Germanen. Barbara war früher Borbeth – eine der Heiligen Drei Madln. Ambeth, Wilbeth und Borbeth sind die Erscheinung der großen Göttin in ihrer Dreifaltigkeit Jungfrau, Mutter und Alte Weise. Der katholische Deckmantel machte Katharina, Margarete und Barbara aus ihnen, weil man diese mächtigen Göttinnen einfach nicht los wurde. Im Volk lebten sie noch sehr lange fort – bis ins 13. Jhd. können sie nachgewiesen werden. Besonders im Alpenraum wurden ihre Figuren in Kirchen verewigt. So kennt man mancherorts noch den Spruch: „Barbara mit dem Turm, Margret mit dem Wurm und Katharina mitn Radl, des sein die Heiligen Drei Madl. Man nennt sie auch die drei Bethen: Ambeth (Margarete) ist die gebärende Mutter. Sie wird oft mit einem Drachen oder Lindwurm dargestellt, als Symbol für den Kreislauf Geburt-Sterben-Wiedergeborenwerden, ist die Schlange oder eben der Drache seit Urzeiten bekannt. Wilbeth (Katharina) hat immer ein (Spinn-) Rad dabei, das als Lebensrad gedeutet wird. Mit diesem ist sie die Schicksalsgöttin, die den Lebensfaden spinnt. Borbeth (Barbara) schließlich wird mit dem Turm abgebildet. Zum einen hat man hier – wie bei den anderen auch – eine schreckliche christliche Heiligengeschichte dazu erfunden – zum anderen ist der Turm aber auch Zeichen des Wachens und damit der Geborgenheit und des Schutzes. Gerade so, wie wir es im Mutterschoß erleben. Borbeth verkörpert Mutter Erde in ihrem dunklen Aspekt, in dem sie die Seelen verschlingt, sie in ihren Kessel führt und nach kräftigem Umrühren wieder auf die Erde schickt.  

Dunkel und Licht

Am 5. Dezember treiben allerlei Unholde ihr Wesen. Eigentlich sind es ja Holde (der Frau Holle zugehörig). Die Krampusse, die bei uns hier schon seit Wochen Krawall, Angst und Schrecken – besonders bei Kindern – verbreiten, gehören nicht in diese Zeit. Es ist immer noch die Zeit der Ruhe und der Einkehr – für´s Winteraustreiben ist es noch viel zu früh. Da hin gehörten diese Winterdämonen nämlich – in den Spätwinter, dort werden sie dann von den Perchten vertrieben. Dazu ein anderes Mal. 

Aber es stimmt schon, an diesem Tag oder an diesen Tagen sollten wir tief in uns gehen und unsere dunklen Seiten betrachten und ans Licht bringen. Die Percht geht nämlich um, sie schaut in das Herz der Menschen und prüft ganz genau. Wann habe ich gegen meine Natur gelebt, wann habe ich gegen die Natur gelebt? Wann war ich nicht im Einklang mit mir? War ich immer reinen Herzens? Die Percht lässt nichts durchgehen, sie ist erbarmungslos und trägt uns auf, uns zu läutern. Haben wir nach eingehender Prüfung unseres Innersten ein reines Herz und ein gutes Gewissen, dann gibt es für uns eine Belohnung. Die Percht begegnet uns dann als Lichtgestalt, als Segensbringerin. Kleine Geschenke in Form von Nüssen und Äpfeln – diese alten Fruchtbarkeitssymbole – sind uns gewiss. Übrigens: der Nikolaus war ursprünglich eine Frau und das ist noch gar nicht so lange her. In manchen Gegenden von Österreich kommt noch immer eine Frau zu den Kindern und bringt ihnen Geschenke. 

Gier und Frieden….

Mein letzter Kräuterbrief hat wieder einige Resonanz ausgelöst – ich bin mir nicht sicher, ob es das Thema war oder weil ich länger nichts hören hab lassen.  Aber ich freue mich immer über Rückmeldungen!

Nein, der letzte Kräuterbrief soll natürlich kein Aufruf zu rücksichtslosem Egoismus und Egozentrik gewesen sein. Vielmehr habe ich versucht zu erläutern, dass die Menschen dahin streben sollten, zufrieden zu sein. Denn ist man selbst zuFRIEDEN – also mit sich und der Umwelt im Einklang, dann gäbe es keinen Streit mehr. Nur wer zufrieden ist, ist auch in der Lage andere in Frieden zu lassen. Wer mit sich nicht im Reinen ist, der wird immer Versuchen, anderen zu „helfen“. Niemand braucht jemand anderen eine Last ab zu nehmen – meiner Ansicht nach, hat sich jeder sein Packerl selbst ausgesucht. Jede Seele hat sich für eine oder mehrere Aufgaben im Leben entschieden und ist mit anderen Seelen Verträge eingegangen damit sie diese Erfahrungen machen kann um zu reifen. Gerade jetzt ist die passende Zeit dafür, sich zu fragen: wie zuFRIEDEN bin ich? Was brauche ich um zu Frieden zu sein? Erreiche ich das, ohne jemanden zu schaden?

Ich persönlich versuche ja so gut es geht nach dem alten Hexenmotto zu leben: „Tu was du willst, aber schade niemanden.“ Das klingt zwar saulässig, aber so einfach ist das nicht und es gelingt bei Weitem nicht immer.  

Adventmärkte, Bestellungen

Morgen und übermorgen stehe ich noch mit meinen Spezereyen auf dem Adventmarkt in Hall. Auf euren Besuch freue ich  mich sehr – besonders auf einen kleinen Plausch!

Wer bei mir Sachen bestellt hat, den bitte ich, diese in der nächsten Woche ab zu holen – ich habe alles her gerichtet und es steht bereit. Ich bräuchte Platz für die Weihnachtsbestellungen 🙂

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Advent
30 Nov

Jetzt wird es so richtig heimelig! Gerade schneit es und ich finde, das ist gerade recht, um Vorbereitungen für den Advent zu treffen. an diesen Wochenende ist es ja schon so weit und unsere Häuser und Wohnungen werden mit Tannenzweigen, Nüssen, Sternen und Kerzen geschmückt. Der Duft von herrlichem Räucherwerk zieht aber schon seit einigen Tagen oder Wochen um meine Nase und entführt mich auf ungeahnte Reisen zu mir selbst. In den letzten Wochen gab es viel zu tun: die Kindergartenkinder freuten sich über meinen Besuch, auch die Ausbildung in Wattens ging munter weiter und hat gestern einen wunderbar stimmigen Abschluss mit freundlichen, glücklichen Gesichtern, Urkunden, Brötchen, Zimt-Zupfkuchen und alkoholfreien Wildfrüchtepunsch gefunden. Dazwischen gestreut gibt es weiterhin einiges für den Hausbau zu organisieren, die Adventmärkte wollen auch vorbereitet werden. Und doch….gibt es immer wieder eine halbe Stunde, die ich ganz allein für mich habe. Das ist mir sehr wichtig, nur so kann ich mich auf die kommende Zeit einstimmen und nur so, gebe ich dieser Zeit ihren eigentlichen Sinn. Den Dezember habe ich auch bewusst frei gehalten. In diesem Monat biete ich keine Kurse an, ich genieße heuer an 2 Wochenenden die stimmige Adventmarkt-Atmosphäre in Rattenberg und in Hall und ab dem 12. Dezember ist es einfach nur noch still. Nur mein Sohn und ich. Die Zeit der Märchen, Geschichten, Lieder, Düfte und der Zauber der Vorweihnachtszeit. 

Was sich im Garten so tut

Eine feine Schneedecke hat sich über den Garten gelegt. Noch immer sieht man die Stängel der Sonnenblumen und ich kann die Gerippe der Damen Ringelblume, Raute und Rosen noch erkennen. Den Rosmarin habe ich mit Tannenzweigen zugedeckt, auch andere neue Pflanzenwesen, bei denen ich mir nicht sicher bin, wie sie über den Winter kommen werden, wurden mit Fleece oder Ästen sanft zur Ruhe gebettet. Die Vogelhäuschen sind wohl gefüllt – heuer werde ich keine Meisenknödel hinaus hängen. Unsere Vögel können sich im Netz verheddern und sterben einen qualvollen Tod. Ich werde nach guter alter Methode Blumentöpfe mit gutem Schweineschmalz, Körnern und Wildfrüchten füllen und diese aufhängen. Das Herstellen dieser Futterstationen ist eine wundervolle Beschäftigung für Kinder und Erwachsene, wenn es draußen kalt und ungemütlich ist. 

Genug ist, wenn….

…dir die Gier nicht mehr aus den Augen schaut (Gnuag isch, wenn dir die Gier nimmer aus die Augn ausserschaug). Bei den letzten Räucherkursen – wie bei fast allen meiner Workshops – hatten die Teilnehmerinnen manchmal leichte Zweifel an meinen Mengenangaben. Oft gebe ich nicht Gramm oder Milliliter an, sondern Teile. 1 Teil davon, 1/2 Teil hiervon, 3 Teile von diesem…da kommt dann spätestens nach der 3. Zutat die Frage: wie viel ist 1 Teil? Ich frage dann immer zurück: wie viel möchtest du herstellen? Ein Teil kann eine Tasse voll, 100 g, 3 Fingervoll oder 1 Kilo sein. Meistens ernte ich dann zweifelnde Blicke, die Teilnehmer werkeln wieder vor sich hin während ich erzähle. Irgendwann kommt dann etwas entnervt: „Ist das genug?“ Ich denke mir dann immer, ja, genug ist wenn du zufrieden bist. Und neulich hat eine Teilnehmerin von einem recht bekannten Südtiroler Kräutermann erzählt. Ihm wurde auch von einer Teilnehmerin die Frage gestellt: „ist das genug?“ – worauf er antwortete: „Genuag isch´s, wenn dir die Gier nimmer aus die Augen ausser schaug.“ Im Grunde hat er in einer gewohnt unverfälschter alpenländischer Art und Weise das ausgedrückt, was ich mir meistens denke. 

Dies aber so direkt zu hören hat etwas mit mir gemacht. Sofort ist mir eine Begebenheit bei einer Kräuterwanderung eingefallen. Eine Teilnehmerin hat – nach meinem Gefühl – über die Maßen Wurzeln ausgegraben und mitgenommen. Ich habe nichts gesagt, fühlte mich nachher aber nicht gut. Jetzt weiß ich, dass sie so handeln musste, sie wäre sonst nicht zuFRIEDEN gewesen. Es ist ja genug für uns alle da und unsere Geschwister die Pflanzenwesen geben und geben und geben.

Die Frage, wie viel nun ein Teil ist, hat aber nach längerer Betrachtung noch mindestens einen weiteren Aspekt. Nämlich jener des Selbstvertrauens. Traue ich mich, mehr zu nehmen, als die anderen? Scheine ich gierig? Wenn ich  weniger nehme, habe ich dann genug? Sind drei Fingervoll zuviel? Steht mir das zu? Wird das Rezept gut, wenn ich so viel nehme, wie ich meine, dass es passen könnte?

Anstatt beherzt zu zu greifen und einfach drauf los zu mischen, wird oft viel zu lange nach gedacht. Wenn die Gläser, Flaschen und Tiegel gefüllt sind und wirklich genug für alle da ist, wieso so zögerlich? Auf der anderen Seite gilt es aber natürlich auch ab zu schätzen: sind 10 Teilnehmerinnen und das Glas ist relativ klein, die Zutat sehr kostbar, dann ist Rücksichtnahme gefragt – jeder soll seinen Teil bekommen. Oft ist es schwer abzuschätzen, im Grunde zählt aber nur eins: Bin ich zuFRIEDEN, mit dem, was ich habe? Oder habe ich nachher ein schlechtes Gefühl, weil ich zuviel genommen habe und andere zu kurz gekommen sind? Bereue ich es, zu wenig genommen zu haben, obwohl genug da war und die Mischung mir gerade jetzt so gut tun würde? 

Adventkranz

Heute haben wir auch unsere Adventkränze gebunden. Das ist jedes Jahr wieder ein wundervoller Mutter-Tochter-Enkel-Nachmittag. Eine bindet, eine stellt die Büschel zusammen und einer verziert. Der Adventkranz ist ja angeblich erst im vorletzten Jahrhundert erfunden worden. Aber er ist viel älter – ich denke ja, dass er „wieder gefunden“ wurde. Ein Kranz aus immergrünen Gehölzen, der den Jahreskreis oder das Lebensrad darstellt. Ein niemals endender Weg von Geburt-Werden-Sein-Vergehen. Traditionell werden neunerlei Hölzer verwendet und es wird viel Sorgfalt in das Binden dieses Kranzes gelegt. 

Heute ist die Symbolik leider in Vergessenheit geraten. Es gibt kaum noch richtige Kränze. Es werden Gestecke auf Wurzeln, Steinen, Glasschalen, Tellern oder Holzstücken gebastelt, verziert mit allerhand Glitzer und Gefunkel. Wenn man Glück hat, findet man da oder dort ein grünes Zweiglein, das eher zufällig dort hin geraten sein mag. Manche sind sehr schön, aber eben sinnentleert. Am schlimmsten sind die Kränze, die aus Tannenimitaten aus Plastik gemacht sind. Ich finde das immer sehr traurig – die Rechtfertigung ist meistens: die können nicht brennen. Das stimmt, dafür können sie sonst auch nichts. 

Die Kerzen sind tatsächlich erst später auf den Kranz gekommen – sie stellen das Licht dar, das uns in dieser dunklen Zeit fehlt. Man zündet Kerzen an in der Hoffnung, die Sonne erbarmt sich unser und kommt wieder zurück – was sie ja auch am 21. Dezember dann tut. Aber dazu mehr in einem anderen Kräuterbrief. 

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Zeit des Rückzuges
05 Nov

In diesen Tagen ziehen sich die Pflanzenwesen zurück. Sie steigen hinab in das Reich der Holle. Auch die Tiere werden merklich ruhiger. Wer in den letzten Tagen noch nach Wurzeln gegraben hat, hat vermutlich den ein oder anderen Regenwurm entdeckt und in seinem Schlaf gestört. Schnell wieder genug Erde drauf, damit er im nächsten Jahr wieder seine wertvolle Tätigkeit wieder aufnehmen kann!

Die Vögel singen nicht mehr, sie versammeln sich schon um die Vogelhäuschen und warten auf die guten, fetten Samen. Sie sind wichtige Nahrungsquelle, vor allem, weil sich die gefiederten Freunde schon daran gewöhnt haben. In Gegenden, wo nicht gefüttert wird, holen sie sich Hagebutten, Schlehen, Weissdornfrüchte, Berberitzen und was sie sonst noch finden. Diese wertvollen Wildhecken sind bei uns leider sehr selten geworden, deshalb sind die Vögel manchmal auf unsere Gaben angewiesen. 

Auch wir werden ruhig. Sortieren unsere Gedanken, blicken zurück, auf ein gutes Jahr voller Geschenke unserer Mutter Natur. Jetzt dürfen wir genießen und uns verwöhnen. 

Was sich im Garten so tut

Im Garten Sammeln die Vögel die verbliebenen Samen. Deshalb lasse ich immer Sonnenblumen, Ringelblumen, Lein, Borretsch und so weiter stehen. Die Gefiederten brauchen sie notwendig – und wir brauchen sie!

Man ist, was man isst

Im gut gefüllten Keller reihen sich die Marmeladengläser, die Einmachgläser voller Gemüse und Obst fein säuberlich auf den Regalen aneinander. Die Kartoffeln und die Krautköpfe liegen einträchtig in Kisten gelagert. Da und dort hängt ein Zwiebelzopf und die getrockneten Früchte baumeln in Leinensäcken daneben. Auch die Kühltruhen sind voll und der Speiseplan sehr abwechslungsreich. Wir haben wirklich viel Glück – entweder wir haben einen eigenen Garten, oder wir pachten irgendwo ein Stück Erde und können es selbst bewirtschaften. Natürlich kann man bei uns auch bei den Bauern hervorragende, gesunde Lebensmittel kaufen. Es gibt Gegenden, da ist das bei weitem nicht so einfach. Dort sind die Menschen darauf angewiesen, das zu essen und zu kaufen, was es in den „Lebensmittel“geschäften zu kaufen gibt. Die Qualität und die Nahrhaftigkeit ist dann eher zweifelhaft. Große „Lebensmittelkonzerne“ haben sich die armen Menschen in Südamerika und Afrika vorgeknöpft. In den Armenvierteln entdeckten sie ein riesiges Potenzial, wie sie ihren Mist an den Mann bzw. an die Frau bringen können. In billigen Kleinstpackungen vergiften sie die Frauen, Männer und Kinder mit ekelhaften Suppenwürfelzeug und dergleichen mehr. Die Menschen können dort nicht mehr als ca. 1.- für Lebensmittel am Tag ausgeben und diese Packungen kosten zwischen 12 und 30 Cent – billig auf den ersten Blick. Aber genau so wie bei uns, sind diese Mini-Packungen in Wirklichkeit sauteuer.

Auch bei uns ist es fast unvorstellbar, nicht in ein Geschäft zu gehen und dort seine Nahrung zu kaufen. Aber selbst Gezogenes – und sei es nur auf dem Balkon – ist ein Genuss, der schon fast in Vergessenheit geraten ist, weil alle Tomaten, Salate, Kartoffel usw. so ziemlich gleich schmecken. Natürlich hat man die Wahl zwischen verschiedenen Qualitäten – zum Beispiel konventionell oder bio oder gar „Fair Trade“, aber selbst da bin ich oft skeptisch, ob die vielen Siegel halten, was sie versprechen. So kaufe ich das meiste Gemüse, das ich nicht selbst habe, beim Bauernmarkt. Einiges friere ich ein und vieles Trockne ich – wozu? Im November-Tipp (nur für Kräuterbrief-Abonnenten) steht´s! 

Räucherzeit

Seit einiger Zeit ist Räuchern wieder sehr gefragt. Viele Angebote – sowohl von Räuchermaterial als auch Räuchervorträge, Workshops und Seminare – möchten einem das Räuchern näher bringen. Hier gilt es die Spreu vom Weizen zu trennen. Wenn jemand ein Seminar anbietet und dann nur Produkte einer bestimmten Firma anpreist, so sollte man schon kritisch sein. Viele dieser Veranstaltungen dienen nur dazu, zum Kauf an zu regen. Wenn man erst anfängt zu Räuchern sollte man sich mit der Materie in Ruhe befassen. Man braucht nicht viel. Für die ersten paar Räucherversuche genügt ein feuerfestes Schüsselchen, etwas Sand vom Bach (NEIN, es muss kein steriler, feinst gesiebter, weißer oder schwarzer Sand um 5.- das Beutelchen sein!), ein Stück Kohle – hier geht auch Kohle aus dem Herd, allerdings ist die selten in der passenden Größe. Also kann man die ruhig kaufen. In diesen Kohletabs ist meistens Salpeter als Brennhilfe gemischt – wenn man 1-2x am Tag so eine Kohle abbrennt, liegt der Schadstoffausstoß durchaus in Grenzen. Möchte man öfters räuchern, so empfiehlt es sich auf andere Produkte aus zu weichen. 

Räuchern kann man ja das ganze Jahr über. Aber gerade jetzt, in der Ahnenzeit bietet es sich an, sich etwas intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Nicht nur der Kontakt zu den Ahnen geht über das Verräuchern verschiedenster Räucherstoffe relativ einfach herzustellen, man kann auch einen Dank für das vergangene Jahr Richtung Himmel schicken. 

Das Räuchern oder vielmehr einzelne heimische Räucherpflanzen haben neben den bekannten Eigenschaften wie reinigend, klärend, segnend usw. auch noch andere Ebenen, auf denen sie wirken. 

So können bestimmte Pflanzen eingesetzt werden, wenn zum Beispiel immer wieder die selben Themen in einer Familie auftauchen. Zum Beispiel, wenn in einer Generation immer ein Kind das „schwarze Schaf“ ist, oder wenn vermehrt Selbstmorde auftreten. Man kann auch Räuchern, wenn eine Kuh im Stall ständig verkalbt, oder wenn ein Kind plötzlich ein auffälliges Verhalten aufweist. 

Auch bei einzelnen Personen kann geräuchert werden, wenn gespannte Verhältnisse zu den Eltern, Geschwistern, Vorgesetzten usw. herrschen. Es gibt eine sehr breite Palette an Einsatzgebieten und viele können mit heimischen Pflanzen oder Harzen abgedeckt werden – aber das Systemische Räuchern (nach Marlis Bader und Atita Hammes) geht noch viel weiter – hier werden sogar homöopathische Mittel in sehr hohen Potenzen extrem wirksam verräuchert. Oft braucht es nur eine einzige Gabe und die Energien werden gelöst, der Lebensfluss fließt wieder in seinen vorgesehenen Bahnen. 

Heimisches Räucherwerk

Viele kennen das Räuchern aus der Kirche oder vom „Rachn gehn“ zu Weihnachten, Silvester und Hl. Drei Könige. Hier fällt jedem fast sofort Weihrauch ein. Auch Myrrhe ist vielen noch geläufig, aber dann ist auch schon bald fertig mit den Räucher-Weisheiten. Einige wissen noch, dass Salbei und Lavendel reinigend wirken sollen. Aber es gibt noch so viel mehr Pflanzen und Harze die direkt vor unserer Haustür wachsen und die wir für alle möglichen Lebenslagen verräuchern können. So ist der Wacholder eine gute Pflanze um Krankenzimmer aus zu räuchern, mit ihm kann man aber auch sehr gut mit den Ahnen in Kontakt treten. Fichtenpech zum Beispiel lässt längst verschüttete Emotionen an die Oberfläche kommen – wenn diese bereit zur Lösung sind. Der wunderbare Herr Alant hilft unserem Knochengerüst und besonders der Wirbelsäule, sein Rauch richtet uns auf und lässt uns wieder aufrecht durch das Leben gehen. So gibt es noch viele mehr, die weit mehr Fähigkeiten haben, als wir von der Kräuterkunde her kennen. 

Neugierig geworden? In meinen Räucherseminaren erfährst du mehr über die verschiedenen Wirkungsebenen und die Einsatzgebiete unserer lieben Pflanzenhelfer. 

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Wurzelzeit – Ahnenzeit
28 Okt

Wurzelzeit – bin ich verwurzelt?

Jetzt geht auch die Zeit des Wurzelgrabens dem Ende zu. Es ist an der Zeit, alle Arbeiten im Außen nieder zu legen und hinein zu gehen. Nicht nur ins Haus, sondern auch in sein Innerstes. Es fällt leicht, wenn man im Rhythmus der Natur geht. Wenn die Sonne scheint, ist es noch recht warm, aber wenn sie hinter den Bergen verschwindet, ist es sofort kalt. Es hat ja in den letzten Tagen ein Stück herunter geschneit und dieser erste Wintergruß macht sich sehr deutlich bei den Temperaturen bemerkbar. Was also liegt näher, als sich in eine kuschelige Decke ein zu mummeln und eine herrliche Tasse Kakao oder Tee zu genießen? Es ist nicht notwendig ein Buch zu lesen, oder irgend etwas zu tun. Eine Kerze vor sich an zu zünden und sich von der Flamme in eine andere Welt führen zu lassen ist gerade jetzt viel erfüllender. Wie im letzten Kräuterbrief angedeutet, sind jetzt die Schleier zwischen den Welten sehr durchlässig. Vielleicht erhältst du Antworten auf lange gestellte Fragen. Ein Versuch ist es jedenfalls wert! Unsere Ahnen sind unsere Wurzeln, durch sie sind wir wer wir sind. Sie begleiten uns und beschützen uns, wie ein Baum können wir ohne unsere Wurzeln keinen Bestand haben – auch wenn wir im Augenblick vielleicht keine guten Erinnerungen an unsere Vorfahren haben sollten – wir sollten sie ehren und den Kontakt zu ihnen pflegen. 

Was sich im Garten so tut

Der Garten schläft. 

Samhain – die Würdigung des Duneklmondes

Samhain ist ein uraltes keltisch-germanisches Fest zu Ehren der dunklen Mondin, des unsichtbaren Neumondes. Der November hieß früher auch Nebelmond. Es ist kalt, feucht, nebelig und die Nächte sind spürbar länger. Die Farbenpracht des Oktobers schwindet mit den ersten Frösten, die Blätter werden braun. Alles Leben zieht sich zurück – es dürfen nun auch keine Kräuter mehr gesammelt werden! Es ist Puka – Tabu.  

Das Dunkelheitsfest wurde in der Zeit des November-Neumondes gefeiert. Wie so vieles hat auch dieses Fest im christlichen Kalender ein Fixdatum erhalten: Allerheiligen und Allerseelen. Wir feiern nun also in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November. In dieser Zeit sind die Schleier, die die Welten trennen, besonders durchlässig. Es fällt uns leicht, Kontakt zu unseren Ahnen auf zu nehmen. Die Seelen der Verstorbenen besuchen uns – wir dürfen sie um ihren Segen bitten, sie um Rat fragen, ihnen von uns erzählen. 

Für unsere Ahnen war das Dunkelheitsfest das Neujahrsfest. Das neue Jahr begann also im Winterhalbjahr – auch „Jahresnacht“ genannt. Bis zur Wintersonnenwende steht nun die Innenschau und die Ruhe im Mittelpunkt. 

Ahnenzeit

Seit je her hatte die Verbindung zu unseren Ahnen einen besonderen Stellenwert. Der Kontakt und die Zwiesprache mit ihnen ist Quelle der Kraft und der Inspiration. Sie wurden geachtet und geehrt, ihr Rat hatte großes Gewicht. Gerade in dieser Zeit konnten die Seelen in die Welt, in der sie einst lebten zurückkehren. Ihnen wurde ein extra Gedeck in der Stube oder am Familientisch aufgelegt. Es gab besondere Speisen, wie zum Beispiel Gebildebrote, die für sie unter den Hofholunder gelegt wurden. Mancherorts wurde eine Mehlspur vom Grab zum Haus gelegt. Die Gebildebrote gibt es heute noch – meine Goti (Patin) hat mir immer zu Allerheiligen und zu Ostern zum Gotlpack diesen Butterzopf geschenkt. 

Die Kirche gedenkt zu Allerheiligen allen verstorbenen Heiligen. Allerseelen ist der Tag, an dem man an die verstorbenen Verwandten denkt. Halloween kommt aus dem irisch-keltischen Kulturkreis, schwappte mit den Irischen Auswanderern nach Amerika und kam in den letzten 10-15 Jahren wieder nach (ganz) Europa zurück. Im Grunde ist an diesem Brauch nichts Verwerfliches. Die Iren/Kelten höhlten Steckrüben aus und stellten Kerzen hinein, damit gingen sie zu den Gräbern ihrer Verstorbenen. Als Schutz vor den Geistern, die ja in dieser Zeit besonders Nachts sehr rege umherschwirrten, schnitzten sie Fratzen in die Rüben. So würden die Geister denken, dies seien ebenfalls Geister und ließen die Lebenden in Ruhe. Das von-Tür-zu-Tür gehen und um Süßigkeiten zu bitten, hängt auch mit den Gaben an die Verstorbenen zusammen. Gab man nichts oder zu wenig, wurden die Geister der Ahnen böse und wirkten (Schadens-) Zauber. Tja: Süßes oder (es gibt) Saures!

Auch in unseren Breiten gibt es einen ähnlichen Brauch – er wurde nach hinten verschoben und wird heute um den 11. November gefeiert. Das Laternenfest am Martinstag ist ein verstümmeltes Dunkelheitsfest – das aber besonders den Kindern viel Spaß macht und einfach wunderbar glänzende Augen zaubert. 

Die Zeitqualität

Es ist die Zeit des Abschiedes, der Trennung und der Trauer. Trauer ist eine unglaublich große Kraft in unserem Leben – es ist so unsagbar wichtig trauern zu können. Nur wenn Tränen fließen kann die Seele kann den Schmerz gehen lassen und ihn wegspülen. Verdrängte Trauer kann zu massiven psychischen und körperlichen Beschwerden führen. Wir lernen, los zu lassen und auch unsere eigene Vergänglichkeit zu akzeptieren. Nur wer Trauer zulässt kann Abschied nehmen und Verlust akzeptieren. 

In dieser Zeit kann man sich selbst auch fragen, wie habe ich mich im letzten Jahr verändert? Welche Gaben haben mir meine Ahnen mitgegeben? Wie gehe ich damit um? Mit welchen Verstorbenen habe ich noch nicht ausgesöhnt? Wie gehe ich mit meiner eigenen Vergänglichkeit um? Wann habe ich erfahren, dass in der tiefsten Dunkelheit immer noch Licht und Kraft zu mir kommen? Wie gönne ich mir mehr Zeit zum Ausruhen und zum Besinnen?

So werde ich in diesem Jahr wieder zu Allerheiligen ein Feuer in der Feuerschale entfachen. Ich werde die übrig gebliebenen Kräuter des letzten Jahres dankbar in das Feuer geben und mit einem Lächeln an meine Altvorderen denken, die mir mein Sein geschenkt haben. Vor dem Schlafengehen werde ich einen Teller mit Keksen oder Kuchen und eine Schale mit Milch unter den Hollerbaum stellen. Ich mache eine Ahnenräucherung und erzähle ihnen von mir und meinem Leben. Es ist gut.

Rezepte und weitere Infos gibt´s in den Kräuterbriefen! Gleich zum Newsletter anmelden und du bleibst auf dem Laufenden 🙂

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Feuerwerk, Lostage, alte Kräuter und neues Hexenjahr
17 Okt

Mit einem Lichterfeuerwerk dem Ende entgegen

im Garten schauen nur noch ein paar vorwitzige Ringelblumenblüten heraus. Es ist, als ob sie dem Kreislauf des Lebens widerstehen wollten. Sie möchten nicht wahrhaben, dass Mutter Erde unerbittlich ist und sie zu sich unter die Erde holen wird. Das geschieht nicht still und leise – nein! Ein Blick hinaus zeigt uns, wie das Leben sich selbst feiert – selbst so kurz vor dem Übergang in die Anderswelt. Es ist das Wissen um den Neubeginn, das anstatt Trauer und Tristheit, Farben und Schönheit feiert. Gold, Gelb, Rot, Grün, Braun, Weiß, Blau – eine himmlische Harmonie die nur Mutter Natur zu zaubern vermag.

Was sich im Garten so tut

Es scheint, als ob mein Garten mir jedes Jahr auf´s Neue beweisen möchte, dass er auch im nächsten Jahr wieder für die ganzen Pflanzendevas, Elfen, Feen und Zwerge eine schöne Wirkungsstätte sein wird. Neulich habe ich eine junge Mariendistel entdeckt – nächstes Jahr ist es für sie wieder so weit. Als zweijährige Pflanze stirbt sie nach der Blüte ab und im nächsten Jahr kommen ihre Jungen nach. Erst im übernächsten Jahr blühen diese um Samen zu bilden und wieder ab zu sterben – auch hier ein immer währender Kreislauf. Die vielen Königskerzen-Kinder werden im nächsten Jahr auch blühen, bei ihnen ist es wie bei Frau Mariendistel. Ich freue mich so – mein Garten ist jedes Jahr anders. In diesem Jahr hat es auch Frau Kamille geschafft, ordentlich für Nachwuchs zu sorgen. Im nächsten Frühjahr werde ich viele Kamillenmädchen vom Hochbeet in den Garten verfrachten dürfen.

Die Baldriankinder sind auch allesamt an gute Plätze verteilt worden – wie schön!

Lostag im Oktober

Gestern war ein wichtiger Lostag – St. Gallus. Bis St. Gallus müssen alle Früchte, die im Frühjahr Samen bringen sollen, aus dem Garten in den Keller. Viele Bauernregeln drehen sich um diesen wichtigen Tag.

Oft geht es ums Wetter: 

Hedwig und St. Gall`machen das schöne Wetter all. Oder

Wenn St. Gallus Regen fällt, der Regen sich bis Weihnacht hält.

Trockenheit am St. Gallus-Tag verkündet einen trockenen Sommer.

Aber auch über die Ernte sagt der Lostag einiges:

An St. Gallens Tag muss jeder Apfel in sein Sack.

Auf St. Gallus-Tag nichts mehr draußen bleiben mag.

Und für die Tiere gilt: 

Mit St. Hedwig und St. Gall schweigt der Vögel Sang und Schall.

Auf St. Gall bleibt die Kuh im Stall.

 

In diesen Wochen habe ich auch schon begonnen, die Kräuter vom letzten Jahr, die ich nicht mehr benötige und auch schon die Stängel und unbrauchbare Blätter der neuen Ernte zu sammeln. Sie landen bei mir immer in einen Baumwollsack. Man könnte diese Kräuter noch für Bäder verwenden, aber ich bade nicht so viel und eigentlich finde ich es schöner, sie zu verbrennen. Ich gehe also zu Allerseelen hinaus in den Garten, mache ein Feuer in meiner Feuerschale und lege sie ins Feuer. Es ist ein Dank und zugleich eine Transformation. Was ich nicht benötigte, gebe ich wieder zurück – die Asche wird dann im Garten ausgestreut. Viele Kräuter sind es nicht, aber ich finde, es ist ein wunderbares Ritual – am Übergang vom Alten zum Neuen meinen Dank und meinen Respekt zu zeigen.

Was sich sonst noch tut 

Jetzt dauert es wirklich nicht mehr lange und das alte Jahr neigt sich dem Ende zu. Eigentlich ist es das Bauernjahr, viele sagen heute es ist das Hexenjahr. Es stimmt wohl beides, mit dem 1. November hat alles zu ruhen. Manche nehmen den November-Neumond als Zeit des Neubeginnes. Im Grunde ist es ja der Beginn der Ruhezeit, die bis zur Wintersonnenwende dauert. Dann kommt der fruchtbringende Lichtstrahl aus den himmlischen Sphären und befruchtet Mutter Erde. Unter der dicken Schnee- und Eisschicht beginnt das neue Leben. Aber dazu mehr zum gegebenen Zeitpunkt. Zuerst kommt Allerheiligen und Allerseelen – die Ahnen werden geehrt, beschenkt, bewirtet. Früher wurden sie eingeladen, man streute Mehl vom Grab zum Haus, damit sie auch ja zu ihrer Familie finden würden. Man deckte ein extra Gedeck oder stellte gutes Essen in die Stube. Mancherorts durfte nach dem Einbruch der Dunkelheit kein lebender mehr in die Stube hinein und andernorts wurde orakelt und geweissagt. Der Rat der Ahnen war sehr wichtig und wertvoll. Wir sollten heute wieder mehr auf die Gräber gehen und vielleicht stellen wir am Allerheiligen-Abend eine Schale Milch und ein Stück Kuchen in die Stube – wen stört´s? Wer einen Hof-Holunder hat, der kann die Gaben auch dort hin stellen.

 

Noch was:

Seit Neuem bin ich ganz offiziell Feeling-Vertriebspartner. Wer also hochwertige, naturreine ätherische Öle, Ölmischungen oder Kosmetikgrundlagen kaufen möchte, kann sich gerne an mich wenden. Die ätherischen Öle von Feeling werden von kompetenten Energetikern empfohlen 🙂 Feeling ist eine österreichische Firma und ich freue mich sehr, über die Zusammenarbeit.

 

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15 Okt

Jetzt bin ich dabei, mit Gedanken über den Kräuterbrief für nächste Woche zu machen und sehe, dass ich nun schon zwei Wochen lang keinen Blog mehr geschrieben habe. Das kommt davon, wenn man auf zu vielen Hochzeiten auf einmal tanzt! Die Leitung der Ausbildung an der VHS Wattens beansprucht mich ganz schön. Jede Woche wird ein Skript geschrieben, weil ich flexibel sein möchte und auf die Wünsche der Teilnehmerinnen eingehen will, habe ich das nicht schon im Voraus erledigt. Es ist schön zu sehen, wie die Menschen lernen und wie beGEISTert sie sind. Dazwischen kommen dann immer noch Veranstaltungen an verschiedenen Erwachsenenschulen in der Umgebung und ja, auch meine Kurse werden gerne angenommen. Die beiden Jahreszyklen „Im Jahreskreis“ und „Göttinnenreigen“ sind beide seit dem jeweils 2. Kurstag ausgebucht – ich freue mich immer wieder, die lieben Gesichter zu sehen – mittlerweile sind wir so richtig zusammengewachsen. Eigenartigerweise kommen alle Frauen aus der Ferne, das ist schön, so wird das Wissen und der Geist hinaus getragen.

Es ist also Mitte Oktober und ich bin sehr eingespannt, auch mit den vielen Terminen, die ein Hausbau so mit sich bringt. Ich bin zwar erst in der Vorbereitungsphase, der Bau beginnt nach dem Winter. So bald der Schnee weg ist, aber ich bin gerne vorbereitet und wenn ich sehe, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt, bin ich froh, dass ich noch etwas Luft bis dort hin habe. Der „Nestbau“ für mich und mein Kind ist auch der Grund, weshalb ich im nächsten Jahr mit meinem Angebot ein wenig zurück fahren werde – aber keine Sorge: nur kurzfristig. Im übernächsten Jahr geht es dann richtig los – mit Seminarraum, Kräutergarten und allem drum und dran. Ihr dürft gespannt sein, was ich mir schon überlegt habe und bis da hin noch überlegen werde!

Gestern war ich mit einer kleinen aber sehr feinen Gruppe unterwegs zu den Wurzeln. Wir haben Angelikawurzeln für einen feinen Schnupfenbalsam ausgegraben. Es war ein schöner Nachmittag, wir haben auch genügend Wurzeln gefunden und durften sie mit nehmen. Auch wenn die Teilnehmerinnen und der Teilnehmer das nicht so empfunden haben, die Wurzeln sind relativ leicht aus der Erde gekommen. Wir haben uns bedankt mit Keksen, Haaren und Kupfermünzen, es war alles schön rund. Am Ende wollte eine Teilnehmerin noch mehr Wurzeln graben, es gelang ihr nur mit viel Mühen – für mich ein Zeichen, dass sie über das Maß nehmen wollte. Ich bin drauf gekommen, dass es schwierig ist, Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass es genug ist, wenn das feine Gspür fehlt. Die anderen Teilnehmer hatten genug, es war gut. Ich bin dann am Abend nochmals zu der Stelle hin gegangen und habe einen Dank dort gelassen – der Geist des Ortes und die Pflanzendevas gaben mir das Gefühl, dass dies nicht mehr notwendig war, sie gönnten der Frau die Wurzeln und so sollte es dann wohl auch sein. Mutter Natur gibt viel und gibt gerne, sie nährt uns und sie liebt uns – eben wie eine Mutter. Was für ein schönes Gefühl. Trotzdem sollten wir immer achtsam sein, Respekt und Dank zeigen für ihre Gaben.

Kommenden Donnerstag bin ich mit dem Kurs „Salben II“ einem Workshop für Fortgeschrittene in der Erwachsenenschule Mutters. Es sind noch Plätze frei, wer möchte, kann sich gerne noch anmelden.

 

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28 Sep

Der Blick aus meinem Fenster zeigt mir immer noch grüne Felder. Die Kühe kauen genüsslich und zufrieden das Gras, fein ist´s wieder im Tal zu sein. Auch die Bäume sind grün, aber man sieht schon die ersten roten und gelben Blätter. Ein wunderschönes Farbenspiel zeigt sich uns in den kommenden Wochen. Kleinere Sträucher haben schon mehr Gelb und Rot angesetzt. 

Gestern saß ich am Schreibtisch und habe diese Zeilen geschrieben, eine gute Schale Tee stand vor mir und ihr Duft zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Lauter gute Sommerkräuter und schon ein paar Herbstfrüchte haben sich im Teekessel zusammen gefunden. Ich überlegte, was ich am Abend mit meinen Kursteilnehmerinnen so anstellen werde. Es würde wohl unter anderem etwas mit Goldrute zu tun haben. Die fröhlichen gelben Wedel strahlen uns ja derzeit bei jeder Gelegenheit an. Es ist meistens die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), sie fühlt sich an Wegesrändern und Bahndämmen sehr wohl. Langsam ist sie aber schon wieder beim Abblühen. Bei uns gibts dann noch die Große oder Riesen-Goldrute (Solidago gigantea), sie blüht etwas später, hat also jetzt ihren Höhepunkt und dann haben wir natürlich noch die Echte Goldrute (Solidago virgaurea). Sie ist die einzige richtig heimische Goldrute und unterscheidet sich auch in der Erscheinung von den anderen beiden. Die ersteren zwei sind Einwanderer aus Nordamerika – dort gibt es über 100 Goldruten-Arten. 

Die Echte Goldrute mag trockene Schläge und Waldränder, auf der sonnenzugewandten Seite ist ihr Stiel tiefrot gefärbt. Früher hieß sie „Heidnisch Wundkraut“ und ist eine der größten Heilerinnen bei Wunden, sie ist schmerzstillend und desinfizierend. Erst in den 1880er Jahren entdeckte man, dass sie auch ein großartiges Nieren- und Blasenheilmittel ist. Sie hilft am schnellsten bei entzündlichen Prozessen im Urogenital-Bereich und unterstützt auch bei Rheumaschüben. Da sie beim Trocknen sehr rasch aussamt und ausserdem die Wirkstoffe innerhalb eines halben Jahres rapide abgebaut werden, empfiehlt es sich, eine Tinktur aus dem blühenden Kraut an zu setzen. 

Die Kanadische Goldrute ist für Weidetiere giftig, wir können sie leicht mit einigen Greiskräutern verwechseln, aber wenn wir genau schauen, dann sieht man doch einige Unterschiede. Sie hat einen behaarten Stiel und wird bis zu 1,80m hoch. In ihrer Heimat Nordamerika haben die Ureinwohner sie bei Nierenleiden verwendet. Im Prinzip hat sie ähnliche Heilwirkungen wie die Echte Goldrute, aber die Kanadische soll einen sehr starken krebshemmenden Aspekt haben, speziell im Urogenitalbereich und bei den Nieren.  

Die Riesengoldrute ist – obwohl es ihr Name andeutet – nicht so groß wie die Kanadische. Sie hat keine Härchen am Stiel, sondern ist „bereift“. Das bedeutet, sie hat eine weißliche Schicht am Stiel, die man leicht abkratzen kann. Auch sie wirkt ähnlich wie ihre zwei Schwestern. Die Riesen-Goldrute ist aber am stärksten entzündungshemmend und auch stärker harntreibend, als die anderen zwei. 

Am Nachmittag ging´s raus!

Ich habe mich auf die Suche nach den drei Damen begeben. Wo ich die Kanadische und die Echte finden würde, wusste ich schon, aber bei der Riesen-Goldrute war ich mir nicht so sicher. So häufig trifft man sie nämlich nicht an, bei uns.  Ich war gespannt, was mir noch alles unter kommen wird. Vermutlich würde ich wieder alles Mögliche mit nach Hause schleppen. Ganz stark im Verdacht hatte ich dabei ein paar Holunderbeeren und Hagebutten. Ja, endlich ist es so weit! Die Hagebutten sind schön reif, ich hoffte, dass die Tiere nicht schneller waren. Mäuse, Vögel und andere Wildtiere lieben die Wildfrüchte und sie brauchen sie ja auch notwendig für den Winterspeck. 

Tja, so war es dann auch: ich habe die Kanadische und die Echte Goldrute gefunden, von der Riesen-Goldrute keine Spur. Ich werde mich weiterhin nach ihr umsehen. 

Natürlich habe ich einen Eimer Hollerbeeren gepflückt – das war aber heute Nachmittag, weil ich gestern keine Leiter dabei hatte. Mit den Hagebutten wurde es (noch) nichts. 

Kribbelt´s euch auch schon in den Fingern?

Die Wurzeln rufen, ich hör es ganz deutlich! Wer auf den Mond schauen möchte: ab nächsten Freitag könnte man starten. Wer es noch ganz leicht abwarten kann, der darf bis zum 8. Oktober warten, da ist der abnehmende Mond auch noch in einem Wurzel-Zeichen (Stier). Am 16. und 17. Oktober wäre es sogar noch besser, da ist Jungfrau und am 19. ist Neumond – der Wurzel-Grab-Tag schlechthin. Das ist eine Freude! Beim Wurzelngraben ist das Wetter nämlich einfach nur egal. Da kanns Eisenkeile regnen. Wurzeln sind ja sowieso immer feucht – es ist also vielleicht sogar wünschenswert, wenn die Sonne mal nicht vom Himmel strahlt. Manche graben ihre Wurzeln deshalb auch in der Nacht, nicht wegen dem Grusel-Faktor, sondern damit zum einen die Wurzel kein Sonnenlicht sieht und zum anderen, weil die Wurzel vielleicht einem Körperteil helfen soll, der gerade in der Nacht aktiv ist – Stichwort Organuhr. 

Zum Wurzelgraben verwende ich immer Kupferwerkzeug, manchmal auch ein Hirschgeweih – jaja, das ist traditionell DAS Wurzelgrabwerkzeug. Bitte nicht vergessen: wenn du eine Wurzel nimmst, dann bitte lass ein Dankeschön da. Das kann eine Kupfermünze sein, etwas Milch, Wein oder auch Spucke, ein paar Haare oder ein Stück deines Fingernagels. Die Pflanze gibt ihr Leben – ehre ihren Geist mit einer Gabe

Was ich in den letzten 2 Kräuterbriefen vergessen habe

Ich hätte Pflanzen zu vergeben, die heuer noch anwachsen würden: wer hätte gerne Baldrian, Alant und Königskerze in seinem Garten? Bitte melden, ich geb sie an gute Plätze ab und würde mich über einen Tausch sehr freuen 🙂 

 

 

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Mabon – der Wendepunkt im Herbst
21 Sep

Jetzt fängt der Herbst an. Mir kommt vor, als ob Mutter Natur dieses Jahr gleich nahtlos vom Sommer in den Winter übergeht. Wenn ich hinausschaue, dann sieht es aus wie im November. Nebelig, regnerisch und kalt ist es auch noch – lediglich die Wiesen sind noch grün. Wir haben also doch erst September. Es scheint zu stimmen:

„Wie das Wetter an Ägidius (1. September), so es vier Wochen bleiben muss.“

Der Altweibersommer muss offenbar bis Oktober warten – auch gut, so haben wir´s zum Wurzelgraben fein!

Der offizielle Herbstbeginn also – je nach Stand der Erde zur Sonne – zwischen dem 21. und dem 23. September. Auch wenn es sich nicht so anfühlt, der Tag ist nun gleich lang wie die Nacht (Äquinoctium = äqui (lat. gleich) noctum (lat. Nacht). Aber nur an diesem Tag, denn ab nun werden die Nächte wieder merklich länger als die Tage. Die dunkle Zeit beginnt, wie schön! Nach dem regen Treiben im Frühling und im Sommer, sehnt sich die Seele nach Erholung. Wir sollten ihr das gönnen und lange Spaziergänge machen, am Abend gemütlich beisammen sitzen bei einem Glas Wein und ein paar schönen Geschichten. Das tut uns gut!

Was sich im Garten so tut

Im Garten habe ich die letzten Blüten für den Kurs gestern Abend gepflückt. Viele sind es nicht mehr gewesen, ausserdem waren sie ziemlich nass. Aber für die geplante Verwendung war das in Ordnung. In den nächsten Tagen werde ich noch die riesigen Blätter von Herrn Alant zurückschneiden und auch für die anderen Stauden ist es an der Zeit. Aber wie ich gerade ein paar fürwitzige Borretschblüten pflücken will, summen doch glatt noch ein paar übereifrige Bienen darauf herum. Dann tut´s mir doch wieder leid, ihnen diese Mahlzeit weg zu nehmen. Ein Dilemma…sollten die nicht langsam schlafen gehen? Jedenfalls werde ich in den nächsten paar Monaten nicht mehr viel Neues aus meinem Garten berichten können. Er begibt sich auf den Weg zur Ruhe. Nach der letzten Ernte werden alle Gartengeräte gereinigt und in den Schuppen geräumt – bis zum nächsten Frühjahr. Es ist Zeit zum Feiern!

Michaeli, Erntedank, Törggelen

Die Tag-und-Nacht-Gleiche kann auf besondere Art und Weise gefeiert werden. Er ist der Beginn eines bunten Reigens von Festen wie Kirchtage und Märkte. Ursprünglich war es auch ein Opfer- und Schlachtfest, an welchem das Licht der Dunkelheit übergeben wurde. Das Jahr – nun zur reifen Frau geworden, wandelt sich erneut hin zur alten Weisen. Sie erntet und tötet mit stoischer Gelassenheit, mit dem Wissen, dass das neue Leben wieder kommen wird und dass es ohne Sterben kein neues Leben geben würde. Auch unsere Ahnen wussten das und so feierten sie und waren dankbar für diesen Kreislauf.
Wir feiern auch! Mein Sohn fragt schon seit 2 Wochen, wann denn endlich Michaeli-Markt ist. Das ist immer ein Fixpunkt, da kommt fast das ganze Dorf zusammen. Besonders die Kinder, weil es da immer Zuckerwatte und Spielzeug gibt. Früher hat man zu St. Michael auch den Dienstgeber gewechselt – genau so wie zu Lichtmess. Es war Zahl- und Zinstag und immer schon hat sich die Bevölkerung zu Tanz und Belustigung an diesem Tag getroffen. Ab diesem Zeitpunkt hat auch niemand mehr etwas auf der Alm verloren – ab Ende September gehört die Alm wieder dem Kasermandl.
Erntedank wird auch bei uns mit Kornkrone und oft auch noch mit einem letzten Umgang oder auch Prozession (früher um die Felder, heute durch das Dorf) gefeiert.
Und am Abend sitzt man mit der Familie und Freunden beim sogenannten „Törggelen“ zusammen und isst traditionell Weinnudeln und Kastanien, lacht, scherzt und erzählt sich die abenteuerlichsten Schauergeschichten, die wundersamsten Begebenheiten, überlieferte Schwänke und manchmal ist auch ein Märchen oder eine Sage dabei.

 

Was gibt´s sonst noch?

Letzten Samstag fand bei uns – bei strömenden Regen – der Almatrieb statt. Trotz des Wetters spürte man, wie froh die Tiere waren, wieder im Tal zu sein und wieder in den warmen Stall zu kommen. Kein Wunder – hat es doch weit herunter geschneit. Aber es war ein guter Sommer und alle Tiere waren schön geschmückt, am schönsten natürlich die Leit- oder Kranzkuh.

Gestern fing  der Ausbildungslehrgang an der Volkshochschule an. Es ist eine feine Runde und ich freue mich auf die noch verbleibenden 9 Wochen. Es gibt viel zu lernen und zu sehen, wie die Menschen wieder mehr über das alte Wissen und die überlieferten Methoden erfahren möchten, erfreut mein Herz. Es macht mich glücklich, dass gerade ich ihnen das vermitteln darf.

Neulich habe ich Holunderbeeren mit dem Dampfentsafter entsaftet und ganze 9 Liter (!) gewonnen. Es war eine Heidenarbeit die Beeren von den Stielen zu zupfen, aber es macht auch Spaß und nun habe ich eine Riesenfreude, weil es am Ende so viel Saft abgegeben hat. Aus einen Teil habe ich Sirup gemacht und aus einem kleineren Teil einen köstlichen Likör. Beide schmecken himmlisch und sind richtig gesund.

Vor ein paar Tagen habe ich auch Vogelbeeren gesammelt. NEIN, sie sind nicht giftig! Im Gegenteil: sie haben 6x mehr Vitamin C als Zitronen und heißen mancherorts auch „Zitronen des Nordens“. Dass man als Kind schon eingebleut bekommt, dass die Vogelbeeren giftig seien kommt daher, dass man Durchfall bekommen kann, wenn man zuviel von ihnen isst. Aber das ist im rohen Zustand kaum möglich, da sie so dermaßen bitter und sauer schmecken, dass man höchstens 3-4 essen kann. Ich mache aus dem gesunden Wildobst immer ein Gelee.

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Vom Kranksein, Hutziehen und Kniebeugen
13 Sep

Letze Woche war ich krank. Ich konnte nicht anders, reihum hat es uns fast alle erwischt und man schenkte mir zwei halbe Nachmittage zum Auskurieren. Trotz Kranksein waren diese Nachmittage äußerst erholsam und ich hatte das Gefühl, dass ich das gerade JETZT wirklich brauchte. Es war ein wunderschöner, ereignisreicher Sommer und der Herbst verspricht anstatt Ruhe eher rege Betriebsamkeit. Also nahm ich dieses Geschenk in dieser „Zwischenzeit“ dankbar an.

Ich wurde natürlich gefragt, was ich denn gegen diesen „grippalen Infekt“ machen würde und dass ich sicher so meine Mittelchen habe und ganz schnell wieder fit sein würde. Ja klar habe ich solche Kräuterhelfer und ja klar wäre ich schnell wieder „einsatzbereit“ gewesen. Aber wollte und sollte ich das? Ich hatte kaum Fieber, etwas Kopfschmerzen, Husten, Heiserkeit und die Nase war verstopft. Zu diesen Gelegenheiten kommen bei mir auch immer diese obligaten Fieberblasen, also Lippenherpes dazu. Ich habe nichts gemacht, ausser am Abend früh ins Bett zu gehen. Schlaf ist für mich immer ein großer Heiler. Ich denke, es schien für andere schlimmer, als es war, vielleicht war ich auch nur bereit dafür. Jedenfalls habe ich, wie gesagt nichts genommen und habe den Luxus sehr genossen, dass ich weder um meinen Arbeitsplatz Angst haben musste, noch dass ich mich jetzt in ein Wartezimmer setzen musste, mit noch kränkeren Menschen.

Meinen Sohn hat´s etwas schlimmer erwischt, er hatte starke Kopfschmerzen und Fieber. Hier habe ich natürlich fast das gesamte Register gezogen…Mütter eben 😉

Wie so ein „Alle-Register-ziehen“ bei Grippe ausschaut

Also zu allererst ab ins Bett. Wenn´s einem so richtig lausig geht, dann schläft man ohnehin von selbst sehr viel – der Körper braucht das. Folgende Maßnahmen sollten natürlich immer so gestaltet werden, dass es dem Kranken angenehm ist. 

  • Nackt oder mit einer ganz dünnen Bettdecke schlafen. Die Hitze soll abziehen können. 
  • Bei Fieber Wadenwickel (sogenannte Essigpatscherl) machen. Hierzu reicht eigentlich Wasser, man kann jedoch einen Spritzer Essig hinzu geben. ACHTUNG: der Temperaturunterschied soll maximal 1 Grad unter der aktuellen Körpertemperatur sein! Sobald die Wickel warm sind, entfernen und erst nach 2-3 Stunden wiederholen. 
  • Eine Schüssel mit dampfenden Wasser und Erkältungskräutern (Holunder, Mädesüss, Thymian, Fichtennadeln, Pfefferminze,…) hinstellen, damit der Schlafende die Wohltuenden ätherischen Öle einatmen kann.
  • Trinken. Am Besten einen Tee aus Holunder, Mädesüss und Thymian mit etwas Honig gesüsst. Oder pures, nicht zu kaltes Wasser.
  • einen feuchten, kühlen Lappen auf die Stirn.
  • Bei Husten gebe ich immer 3x am Tag von meinem „Wanderhustensirup“. Gerne wechsle ich auch mit Thymiantropfen oder Spitzwegerichtropfen.
  • Bei Fieber und Grippesymptomen gibts bei mir auch das Holundergemmomazerat oder auch Holundertropfen – die helfen ausgezeichnet!
  • Ruhe, Ruhe, Ruhe!
  • Bei Halsweh gibts Zwiebel-Schweineschmalz-Halswickel, Salbeitee oder Tropfen und zum Gurgeln eine ganz leichte Salzlösung. Wenns sehr schlimm ist, dann habe ich Bibernellwurzeltropfen oder Braunelletropfen parat.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich wende NIEMALS alles auf einmal an – weniger ist fast immer mehr! Der Kranke sollte nicht gestresst werden und wenn einmal eine Therapie nicht sofort anschlägt, dann darf man ruhig etwas Geduld haben. Sollte sich natürlich binnen 3 Tagen keine Besserung einstellen, dann gehts auf jeden Fall ab zum Arzt!

Vorbeugen ist immer besser als dann im Bett zu liegen

Meistens erwischt einem die Grippe ja im Winter oder eben in den Übergangszeiten, wie jetzt eine ist. Auch November-Dezember und dann wieder Feber-März sind so typische Grippezeiten.

Wenn man nicht 3-4 mal im Jahr grippig sein will, dann sollte man bei Zeiten vorsorgen. Gerade jetzt im Herbst eigenen sich zwei Kräuterhelfer hervorragend dafür.

An erster Stelle ist hier natürlich der Holler zu nennen – vor dem Holunder zieh den Hut – das wussten schon unsere Ahnen. Wenn du im Oktober-November jede Woche 2-3 mal eine Zubereitung aus den Hollerbeeren zu dir nimmst, dann hast du eine wunderbare natürliche Grippeimpfung. Das kann Marmelade, Sirup, Hollermandl (Hollerkoch), Hollersuppe oder auch mal ein Likörchen sein. Diese Kur stimuliert unser Immunsystem ungemein und bereitet es auf allerlei Bakterien und Viren vor.

Sollte dich trotz allem die Grippe oder ein grippaler Infekt erwischen, so wird diese bei weitem nicht so stark, wie sonst.

Als zweites möchte ich den Wacholder nennen – vor ihm sollst du gar niederknien. Mit soviel Ehrfurcht haben unsere Altvorderen den stacheligen Gesellen behandelt! Er ist ja auch wahrlich ein Meisterheiler! Eine Beerenkur (siehe „September-Tipp) im Oktober erspart dir die Grippe das ganze Jahr. Seit jeher werden die Triebspitzen verräuchert, wenn eine Grippe oder andere ansteckende Krankheiten die Runde machen. Krankenzimmer wurden immer mit Wacholder ausgeräuchert „wider der fliegenden Pestilenz“.

Was sich sonst noch tut 

Morgen Donnerstag findet die letzte wöchentliche Kräuterwanderung für dieses Jahr statt. Danach geht´s ab in den Garten, jetzt wird richtig aufgeräumt. Ich hab mit den Ringelblumen und den paar restlichen Borretschpflanzen noch ein bisschen gewartet, weil immer noch so viele Bienen da waren und ich es einfach nicht über´s Herz gebracht habe, ihnen ihr Futter zu nehmen. Aber nach den Regentagen – und heute hatte es sogar schon einen ganz leichten Reif – hängen sie einfach nur noch welk in der Gegend herum. Ausserdem wird es nun wirklich kalt und die Gartenwesen dürfen und möchten sich gerne zurückziehen. Ihre Zeit ist schön langsam vorbei.

 

Achja – was ich im Kräuterbrief vergessen habe…

Ich hätte ein paar Baldrianpflanzen, ein paar Königskerzen, Ringelblumen- und Mohnsamen, Alantwurzeln (ab Oktober) und vor allem auch Johanniskrautpflanzen ab zu geben – also zu verschenken oder gerne auch zu tauschen. Es finden sich sicher noch mehr Damen und Herren in meinem Garten, die einen guten, neuen Platz finden möchten, die fallen mir aber gerade nicht ein. Wenn wer Interesse hat – bitte meldet euch 🙂

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Kaum kündigt sich der Herbst an…
06 Sep

…schaut auch schon der Schnee von den Bergspitzen. Das war jetzt wahrlich kein sanfter Übergang. Aber vielleicht bekommen wir ja einen wunderschönen, feinen Altweibersommer. Der Name kommt übrigens von den feinen Spinnfäden, die so zauberhaft und geheimnisvoll durch die Luft schweben, wie lange, silberne Frauenhaare. 

Im letzten Kräuterbrief habe ich kurz angedeutet, dass der Herbst die Zeit des Feierns ist. Das kündigt sich im September schon an, wenn die bekränzten Kühe, Ziegen und anderen Tiere von den Almen kommen. Auch heute müssen sie die teilweise langen Wege von der Alm bis zu ihrem Heimatstall zu Fuß bewältigen. Aber den Tieren macht das nichts, sie sind vom Sommer in den Bergen gut beisammen, wie man so schön sagt. Auch tragen sie ihren Schmuck mit Stolz und sie freuen sich, wieder im Tal zu sein. Auch die Menschen sind froh, wenn auf der Alm nichts passiert ist oder wenn eine gute Ernte eingefahren werden konnte. Man war dankbar für die Gaben, die Mutter Erde so gerne verschenkt. Man war nicht achtlos und nahm alles für selbstverständlich. Eine tief empfundene Dankbarkeit, Zufriedenheit und Glück machte sich im Herbst breit. So gibt es auch heute noch Kirchtage, Almatriebsfeste, Erntedankfeste und vieles mehr, bevor Kathrein (Hl. Katharina im November) den Tanz einstellt. 

Ab Michaeli, also dem 29. September, hat auf der Alm kein Mensch mehr was zu suchen. Dann gehört das Reich wieder den Kasermandln, das sind die Alm- oder Naturgeister, die sich während des Sommers weit in die Berge hinauf zurück ziehen. Wehe dem, der es wagt, nach Ende September noch auf der Alm zu sein. Eigentümliche Geschichten hört man von jenen, die dieses Gebot missachtet haben.

Ihr werdet merken, dass ich im Herbst die ein oder andere Geschichte erzählen werde. Traditionell verlagerte sich mit dem kürzer werdenden Tag die Arbeit ins Haus. Dort spann man die Wolle oder den Flachs, man reparierte Arbeitsgerät, nähte, strickte, schnitzte und ruhte sich auch mal aus. In den Stuben fanden sich also alle Bewohner des Hofes ein, der Bauer und die Bäuerin, Mägde, Knechte und natürlich die Kinder und die noch lebenden Großeltern sowie unverheiratete Onkel oder Tanten. Da wurden oft Geschichten, Märchen und Sagen erzählt. Sie sind Nahrung für die Seele, genau so, wie das Graben und Wühlen mit den bloßen Händen in der Frühlingserde, wie das Streifen durch den blühenden Sommergarten oder Musik und Tanz zum Erntedank. Geschichten und Märchen dürfen nicht unterschätzt und als Unfug oder Kinderkram abgetan werden. Wenn man sich ihnen hingibt, eröffnen sie einem ungeahnte Welten, Einblicke und Erkenntnisse. 

Was sich im Garten so tut

Langsam lässt auch die Zucchini-Pflanze nach – sie hat sich in diesem Sommer wahrlich verausgabt. So eine reiche Zucchiniernte hatte ich noch nie. Die Buschbohnen konnten schon gepflückt werden, die Stangenbohnen sind noch ganz gelb, die brauchen etwas länger. Es hat wieder geregnet, die Tomaten verfaulen schön langsam an den Stauden. Ausserdem habe ich genug geerntet – es waren 7 kg! Ich denke, ich werde einige von ihnen heraus nehmen, damit die Kräuter unter und hinter den Stauden – die haben ja heuer wirklich gewuchert – noch ein bisschen Licht bekommen. Dort habe ich ja im Frühling richtige Schätze eingepflanzt. Eine Zitronenmelisse, zwei Rosmarin, einen Thymian, Griechischen Bergtee und das Kraut des Lebens Jiaogulan. Ich hab sie lange schon nicht mehr zu Gesicht bekomen – ich bin gespannt, wer die Tomaten überlebt hat. Ich werde euch auf dem Laufenden halten. Kürbisse leuchten orange und gelb zwischen den dichten Blättern hervor – es ist so ein fröhliches Volk, die Kürbisse, Gurken und Zucchini! Ich freu mich schon auf die erste orange-gelbe Kürbiscremesuppe mit gerösteten Kürbiskernen und ein bisschen Safran. 

Die lieben Wurzeln 

Langsam ist es auch an der Zeit, sich gedanken darüber zu machen, welche Wurzeln man im Winter bzw. nächstes Jahr so braucht. Bis Ende Oktober haben wir ja Zeit, eigentlich bis zum November-Neumond. Danach ist alles „Puka“ das heisst, wir entnehmen nichts mehr dem Pflanzenreich, es gehört wieder alles den Naturgeistern und Mutter Erde nimmt ihre Kinder in ihr Reich mit hinab um sie schlafen zu legen. Auch wenn noch genügend Zeit bleibt, sollten wir uns bereits auf die Suche begeben. Nicht jedes Jahr stehen die Pflanzen an der gleichen Stelle und ab und zu „verschwinden“ sie auch, wie zum Beispiel das Salomonssiegel. Das könnte rein theoretisch bereits Ende Juni gegraben werden, da alle oberirdischen Teile absterben und sich die Kraft bereits in der Wurzel befindet. Wenn du trotzdem auf den Herbst warten möchtest, solltest du die Stelle unbedingt markieren – sonst findest du die Wurzel nie wieder!

Von den Wurzeln nehmen wir nicht so viel – sie sind sehr heilkräftig und oft genügen eine oder zwei. Ich brauche in diesem Jahr unbedingt wieder Bibernelle, Beinwell, Angelikawurz, Meisterwurz und Blutwurz. Aus meinem Garten werde ich Alant und Liebstöckelwurzel nehmen. Aus der Liebstöckelwurz kann man eine wunderbare Sehnensalbe herstellen. Löwenzahnwurzel ist im Herbst eine Wohltat für die Bauchspeicheldrüse, Brennesselwurzeln kann man jetzt dann ebenfalls wieder ernten. 

Was sich sonst noch tut 

Vor ein paar Tagen habe ich Brennesseln geerntet. Ich schneide immer das obere Drittel ab und lege die Pflanzen dann zum Trocknen auf ein Tuch. Nach wenigen Tagen sind sie trocken, nun brauche ich nur noch drauf zu klopfen – aber Achtung, sie können auch in trockenem Zustand noch ganz schön brennen! Nach dem Draufklopfen nehme ich die Stängel mit den Blättern weg und übrig bleiben die Samen – das Viagra der Alpen 😉 Die Brennesselsamen sind ein echtes Power-Food, man kann sie in Smoothies geben, in den Salat, in Suppen oder ins Müsli. Sie haben mehrfach ungesättigte Omega3-Fettsäuren, unzählige Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine. Die Brennesselsamen geben Kraft, nach langer und schwerer Krankheit, schwächlichen Kindern oder alten Menschen. Es ist so einfach sie zu gewinnen und sie sind so gesund! 

Heut war ich auch noch Hollerbeeren sammeln. Sowas – von weitem schaut es immer so aus, als ob alle schön prall und reif sind und wenn man dann näher kommt, gibts fast jedes Mal eine Überraschung. Entweder die Beeren sind unerreichbar weit oben, die herunten haben die Vögel schon vernascht. Manchmal sind es auch Leute, die es entweder nicht erwarten können, bis sie reif sind, oder einfach schneller sind als andere. Oder sie sind noch grün oder schon verdorrt. Heute hatte ich von allem ein bisschen und so werde ich – wieder einmal – Hollerbeeren in Etappen sammeln. Ist auch in Ordnung, ich mach´s ja gerne! Die Ausbeute war also nicht so riesig, dafür habe ich ordentlich Berberitzen (Sauerdorn, auf Stubaierisch: Poaßlbeern) gefunden! Heuer ist ja wieder ein sehr gutes Jahr – man sieht sie schon von weitem, die rot leuchtenden Sträucher! Auch wenn sie nicht sehr ergiebig sind, man sollte sie sammeln – sie sind ein guter Vitamin C Lieferant, also sehr sauer. Man kann sie trocknen und dann für einen Tee mörsern oder einfach ab und zu ein paar getrocknete Beeren naschen. Das bringt Abwechslung und ist gesund. 

Ich wünsche euch goldene Tage!

Willst du nie wieder Tipps, Rezepte und Interessantes über Wild- und Gartenkräuter verpassen? Neuigkeiten, Termine und Themen von Workshops, Seminaren, Kräuterwanderungen und Vorträgen stets als erste erfahren? Melde dich doch für die Kräuterbriefe (Newsletter) auf meiner Homepage an! 

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