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Dunkelheit und Licht
10 Dez

Vorweihnachtszeit

In den Tagen und Wochen vor der Wintersonnenwende geht es richtig an´s Eingemachte. Besondere Tage reihen sich wie wertvolle Perlen an einer Kette. Eigentlich ist das Datum der jeweiligen Tage nicht so wichtig – es sind Zeiten und überlieferte Traditionen die in diesen Wochen zählen. Bei manchen hat die katholische Kirche ihren Deckmantel derart gut darüber drapiert, dass der Ursprung kaum noch zu erkennen ist – aber eben nur KAUM. So geschehen am Beispiel Barbara-Tag. Manche von uns kennen den uralten Brauch noch: man geht an diesem Tag hinaus und holt sich ein paar Zweiglein von einem Kirsch-, Apfel- oder Pflaumenbaum. Die Baumarten variieren hier, mancherorts sind es Forsythien, Lärche, Hasel oder auch Birken. Jedenfalls werden die Zweiglein dann in eine Vase mit Wasser an einen hellen, nicht zu warmen Ort gestellt. Bis Weihnachten sollten sie nun anfangen zu blühen – das verheisst Glück für das nächste Jahr. Eigentlich ist dies ein Fruchtbarkeits-Orakel und die blühenden Zweige zu Weihnachten verheissen Nachwuchs, was ja auch ein Glück ist. Wenn die Zweiglein nicht blühen, dann bedeutet dies, dass das kommende Jahr für dieses Haus wenig Gutes geben wird. 

Woher dieser Brauch stammt, wissen nur noch wenige. Die Quelle liegt weit in unserer Vergangenheit, noch vor Christus, vor den Römern, Kelten und Germanen. Barbara war früher Borbeth – eine der Heiligen Drei Madln. Ambeth, Wilbeth und Borbeth sind die Erscheinung der großen Göttin in ihrer Dreifaltigkeit Jungfrau, Mutter und Alte Weise. Der katholische Deckmantel machte Katharina, Margarete und Barbara aus ihnen, weil man diese mächtigen Göttinnen einfach nicht los wurde. Im Volk lebten sie noch sehr lange fort – bis ins 13. Jhd. können sie nachgewiesen werden. Besonders im Alpenraum wurden ihre Figuren in Kirchen verewigt. So kennt man mancherorts noch den Spruch: „Barbara mit dem Turm, Margret mit dem Wurm und Katharina mitn Radl, des sein die Heiligen Drei Madl. Man nennt sie auch die drei Bethen: Ambeth (Margarete) ist die gebärende Mutter. Sie wird oft mit einem Drachen oder Lindwurm dargestellt, als Symbol für den Kreislauf Geburt-Sterben-Wiedergeborenwerden, ist die Schlange oder eben der Drache seit Urzeiten bekannt. Wilbeth (Katharina) hat immer ein (Spinn-) Rad dabei, das als Lebensrad gedeutet wird. Mit diesem ist sie die Schicksalsgöttin, die den Lebensfaden spinnt. Borbeth (Barbara) schließlich wird mit dem Turm abgebildet. Zum einen hat man hier – wie bei den anderen auch – eine schreckliche christliche Heiligengeschichte dazu erfunden – zum anderen ist der Turm aber auch Zeichen des Wachens und damit der Geborgenheit und des Schutzes. Gerade so, wie wir es im Mutterschoß erleben. Borbeth verkörpert Mutter Erde in ihrem dunklen Aspekt, in dem sie die Seelen verschlingt, sie in ihren Kessel führt und nach kräftigem Umrühren wieder auf die Erde schickt.  

Dunkel und Licht

Am 5. Dezember treiben allerlei Unholde ihr Wesen. Eigentlich sind es ja Holde (der Frau Holle zugehörig). Die Krampusse, die bei uns hier schon seit Wochen Krawall, Angst und Schrecken – besonders bei Kindern – verbreiten, gehören nicht in diese Zeit. Es ist immer noch die Zeit der Ruhe und der Einkehr – für´s Winteraustreiben ist es noch viel zu früh. Da hin gehörten diese Winterdämonen nämlich – in den Spätwinter, dort werden sie dann von den Perchten vertrieben. Dazu ein anderes Mal. 

Aber es stimmt schon, an diesem Tag oder an diesen Tagen sollten wir tief in uns gehen und unsere dunklen Seiten betrachten und ans Licht bringen. Die Percht geht nämlich um, sie schaut in das Herz der Menschen und prüft ganz genau. Wann habe ich gegen meine Natur gelebt, wann habe ich gegen die Natur gelebt? Wann war ich nicht im Einklang mit mir? War ich immer reinen Herzens? Die Percht lässt nichts durchgehen, sie ist erbarmungslos und trägt uns auf, uns zu läutern. Haben wir nach eingehender Prüfung unseres Innersten ein reines Herz und ein gutes Gewissen, dann gibt es für uns eine Belohnung. Die Percht begegnet uns dann als Lichtgestalt, als Segensbringerin. Kleine Geschenke in Form von Nüssen und Äpfeln – diese alten Fruchtbarkeitssymbole – sind uns gewiss. Übrigens: der Nikolaus war ursprünglich eine Frau und das ist noch gar nicht so lange her. In manchen Gegenden von Österreich kommt noch immer eine Frau zu den Kindern und bringt ihnen Geschenke. 

Gier und Frieden….

Mein letzter Kräuterbrief hat wieder einige Resonanz ausgelöst – ich bin mir nicht sicher, ob es das Thema war oder weil ich länger nichts hören hab lassen.  Aber ich freue mich immer über Rückmeldungen!

Nein, der letzte Kräuterbrief soll natürlich kein Aufruf zu rücksichtslosem Egoismus und Egozentrik gewesen sein. Vielmehr habe ich versucht zu erläutern, dass die Menschen dahin streben sollten, zufrieden zu sein. Denn ist man selbst zuFRIEDEN – also mit sich und der Umwelt im Einklang, dann gäbe es keinen Streit mehr. Nur wer zufrieden ist, ist auch in der Lage andere in Frieden zu lassen. Wer mit sich nicht im Reinen ist, der wird immer Versuchen, anderen zu „helfen“. Niemand braucht jemand anderen eine Last ab zu nehmen – meiner Ansicht nach, hat sich jeder sein Packerl selbst ausgesucht. Jede Seele hat sich für eine oder mehrere Aufgaben im Leben entschieden und ist mit anderen Seelen Verträge eingegangen damit sie diese Erfahrungen machen kann um zu reifen. Gerade jetzt ist die passende Zeit dafür, sich zu fragen: wie zuFRIEDEN bin ich? Was brauche ich um zu Frieden zu sein? Erreiche ich das, ohne jemanden zu schaden?

Ich persönlich versuche ja so gut es geht nach dem alten Hexenmotto zu leben: „Tu was du willst, aber schade niemanden.“ Das klingt zwar saulässig, aber so einfach ist das nicht und es gelingt bei Weitem nicht immer.  

Adventmärkte, Bestellungen

Morgen und übermorgen stehe ich noch mit meinen Spezereyen auf dem Adventmarkt in Hall. Auf euren Besuch freue ich  mich sehr – besonders auf einen kleinen Plausch!

Wer bei mir Sachen bestellt hat, den bitte ich, diese in der nächsten Woche ab zu holen – ich habe alles her gerichtet und es steht bereit. Ich bräuchte Platz für die Weihnachtsbestellungen 🙂

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