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Nach einer Woche Urlaub…
08 Jun

Nach einer wundervollen Woche in Sardinien geht es wieder frisch ans Werk! Es ist schon erstaunlich, was sich in einer Woche alles tut. Der Garten ist richtiggehend explodiert! Kohlrabi, Karotten, Radieschen und alle anderen wachsen um die Wette. Aber auch die Kräuter sind nicht mehr zu halten! 

Der Borretsch treibt es ziemlich wild, wenn man ihn lässt. Überall kommen seine saftigen, bläulich-grünen Blätter aus dem Erdreich. Die „Borsten“, die die älteren Blätter besitzen schrecken viele ab – dabei wäre es doch so klug, sie in den sommerlichen Speiseplan ein zu bauen. Kräuterpfarrer Weidinger nannte ihn „Der Wilde mit den blauen Augen“ als Gurkenkraut ist er auch bekannt. Die frischen Blätter erinnern an den erfrischenden Geschmack von Gurke und die herrlich blauen Blüten eignen sich so gut zum Kandieren – sie sind eine hübsche Verzierung für Torten, Obstsalate oder auch im Eiswürfel für sommerliche Getränke.

Aaaaber dieses Raublattgewächs, das übrigens verwandt mit dem Vergissmeinnicht ist, hat noch einige Geheimnisse! 

Im Mittelalter wurde der Borretsch gegen die „Traurigkeit des Herzens“, also gegen Herzschmerz, Traurigkeit, Depression und Liebeskummer empfohlen. Die Blätter und Blüten – ohne Stengel können in eine gute Herztee- oder Beruhigungsteemischung gegeben werden. Ausserdem fördert er den Schlaf. 

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt vom Wilden mit den blauen Augen ist seine große Fähigkeit, das Gehirn zu entgiften. Dazu mixe ein grünes Getränk (Blätter mit ca. 1/4 l Wasser mixen und abseihen) und trinke diese Flüssigkeit am Morgen und vor dem Mittagessen für ca. 2-3 Wochen. In dieser Zeit solltest du noch Chlorella-Algen oder Heilerde einnehmen, damit die Giftstoffe, die das Getränk löst, gebunden und ausgeschieden werden können. Mit dem Borretsch kommt viel Sauerstoff ins Gehirn und zugleich werden aber auch Giftstoffe ausgeleitet. Diese Kur sollte höchstens 1x im Jahr gemacht werden. 

Borretsch und Neurodermitis

Ja und seit einiger Zeit ist es wieder in Mode gekommen, sich den Samen zu zu wenden um daraus kostbarste Öle zu gewinnen. Das Borretschsamenöl besteht unter anderem aus der mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäure Linolsäure und Gamma-Linolensäure welche Vorstufen einer weiteren Fettsäure der Arachindonsäure sind. Die Gamma-Linolensäure kommt nur selten in Pflanzen vor unter anderem eben in den Borretschsamen aber auch im Nachtkerzen- und Johannisbeersamenöl (was es nicht alles gibt!). Beide Säuren fördern die Reifung und Spezialisierung von Blutzellen (zum Beispiel der für das Immunsystem bedeutsamen T-Lymphozyten). Zusätzlich soll Gamma-Linolsäure den Defekt, welcher Neurodermitis auslöst ausgleichen können. Borretschsamenöl eignet sich besonders zur Pflege neurodermitischer, entzündlicher und schuppiger Haut, es wirkt auch juckreizstillend. Natürlich ist beim Kauf auf höchste Qualität zu achten – und möglichst kleine Mengen kaufen, aufgrund der Zusammensetzung wird Borretschsamenöl leider ziemlich schnell ranzig. Es gibt aber auch Kapseln von Nachtkerzensamen, Borretschsamen und Johannisbeersamenöl im guten Fachhandel (Apotheke, Reformhaus,…) zu kaufen. Eine längere Einnahme empfiehlt sich hier um eine Wirkung zu erzielen. 

Intensiv ausgeglichen!

Im Süden ist ja – aus unserer Sicht – vieles sehr intensiv. Die Sonne, das Temperament, die Lebensfreude, die Farben und vieles mehr. Ob das wirklich so ist, kann ich nicht beurteilen. Eines ist aber sicher: auch die Ausgeglichenheit in unseren Breiten ist sehr angenehm! Was ich jedoch bestätigen kann: die ätherischen Öle in den Kräutern sind berauschend. Egal ob Zitronenmelisse, Thymian, Jasmin und all die anderen wunderbaren Pflanzenwesen, sie duften so viel intensiver als bei uns. Wolf-Dieter Storl beschreibt es in seinen Büchern: ätherische Öle sind von den Pflanzen umgewandelte kosmische Kraft. Und fühlen wir uns nicht himmlisch, wenn wir unsere Nase in einen Thymianstrauch stecken? Oder uns ein Windhauch eine Brise Rosenduft herüber schickt? Im Süden riechen die Pflanzen am Vormittag oder am Abend am intensivsten – genau zu diesen Tageszeiten habe ich auch meine Schätze gesammelt. Mein neues Experiment: Jasmiblüten in Jojobaöl ausgezogen. Ich bin gespannt, ob der Duft in das Öl über geht – jedenfalls werde ich berichten!

Einen weiteren Schatz habe ich von unserer lieben Vermieterin bekommen: Rosmarin! Ich habe ihr berichtet, dass er bei mir immer nur über den Sommer wächst und dann stirbt. Bei ihr wachsen im Garten regelrechte Rosmarin-Hecken die ihren Duft mit jedem lauen Lüfterl verströmen. Sie meinte, ich könne ruhig sammeln, die Hecken müssten ohnehin geschnitten werden! Das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen. Noch dazu gab sie mir einen Tipp wie der Rosmarin vielleicht auch unsere Winter überlebt: er liebt mageren Boden. Also Sand, Kies und höchstens 20% unserer lehmigen Gartenerde. Das hab ich heute gleich umgesetzt und bin neugierig, was der nächste Winter bringt. Mit Rosmarin kann man ja auch so viel machen – er belebt und fördert eine ruhige Wachheit im Hirn. Bei Bluthochdruck sollte Rosmarin mit Vorsicht verwendet werden. 

Jetzt köcheln gerade 400 ml Kokosöl mit ca. 5 EL Rosmarinnadeln auf dem Herd. Nach 2-4 Stunden gebe ich 400 ml Olivenöl dazu und lasse alles zusammen abkühlen. Nach 14 Tagen Ruhezeit wird abgefiltert. Dieser Balsam erfrischt, stimuliert und pflegt die Haut. Die ätherischen Öle sowie die Rosmarinsäure wirken dazu noch entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral und pilzhemmend. Darüber hinaus verzögern die Inhaltsstoffe die Hautalterung! Der Sommer kann kommen 😉 

Diesen Auszug kann man aber auch einnehmen. So wird die Verdauung gefördert, die Leber geschützt, der Gallenfluss wird aktiviert und die Magensäure kann reguliert werden. Ein wahres Wundermittel dieses südländische Pflanzenwesen!

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