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Tag Archives: Ahnenzeit

Wurzelzeit – Ahnenzeit
28 Okt

Wurzelzeit – bin ich verwurzelt?

Jetzt geht auch die Zeit des Wurzelgrabens dem Ende zu. Es ist an der Zeit, alle Arbeiten im Außen nieder zu legen und hinein zu gehen. Nicht nur ins Haus, sondern auch in sein Innerstes. Es fällt leicht, wenn man im Rhythmus der Natur geht. Wenn die Sonne scheint, ist es noch recht warm, aber wenn sie hinter den Bergen verschwindet, ist es sofort kalt. Es hat ja in den letzten Tagen ein Stück herunter geschneit und dieser erste Wintergruß macht sich sehr deutlich bei den Temperaturen bemerkbar. Was also liegt näher, als sich in eine kuschelige Decke ein zu mummeln und eine herrliche Tasse Kakao oder Tee zu genießen? Es ist nicht notwendig ein Buch zu lesen, oder irgend etwas zu tun. Eine Kerze vor sich an zu zünden und sich von der Flamme in eine andere Welt führen zu lassen ist gerade jetzt viel erfüllender. Wie im letzten Kräuterbrief angedeutet, sind jetzt die Schleier zwischen den Welten sehr durchlässig. Vielleicht erhältst du Antworten auf lange gestellte Fragen. Ein Versuch ist es jedenfalls wert! Unsere Ahnen sind unsere Wurzeln, durch sie sind wir wer wir sind. Sie begleiten uns und beschützen uns, wie ein Baum können wir ohne unsere Wurzeln keinen Bestand haben – auch wenn wir im Augenblick vielleicht keine guten Erinnerungen an unsere Vorfahren haben sollten – wir sollten sie ehren und den Kontakt zu ihnen pflegen. 

Was sich im Garten so tut

Der Garten schläft. 

Samhain – die Würdigung des Duneklmondes

Samhain ist ein uraltes keltisch-germanisches Fest zu Ehren der dunklen Mondin, des unsichtbaren Neumondes. Der November hieß früher auch Nebelmond. Es ist kalt, feucht, nebelig und die Nächte sind spürbar länger. Die Farbenpracht des Oktobers schwindet mit den ersten Frösten, die Blätter werden braun. Alles Leben zieht sich zurück – es dürfen nun auch keine Kräuter mehr gesammelt werden! Es ist Puka – Tabu.  

Das Dunkelheitsfest wurde in der Zeit des November-Neumondes gefeiert. Wie so vieles hat auch dieses Fest im christlichen Kalender ein Fixdatum erhalten: Allerheiligen und Allerseelen. Wir feiern nun also in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November. In dieser Zeit sind die Schleier, die die Welten trennen, besonders durchlässig. Es fällt uns leicht, Kontakt zu unseren Ahnen auf zu nehmen. Die Seelen der Verstorbenen besuchen uns – wir dürfen sie um ihren Segen bitten, sie um Rat fragen, ihnen von uns erzählen. 

Für unsere Ahnen war das Dunkelheitsfest das Neujahrsfest. Das neue Jahr begann also im Winterhalbjahr – auch „Jahresnacht“ genannt. Bis zur Wintersonnenwende steht nun die Innenschau und die Ruhe im Mittelpunkt. 

Ahnenzeit

Seit je her hatte die Verbindung zu unseren Ahnen einen besonderen Stellenwert. Der Kontakt und die Zwiesprache mit ihnen ist Quelle der Kraft und der Inspiration. Sie wurden geachtet und geehrt, ihr Rat hatte großes Gewicht. Gerade in dieser Zeit konnten die Seelen in die Welt, in der sie einst lebten zurückkehren. Ihnen wurde ein extra Gedeck in der Stube oder am Familientisch aufgelegt. Es gab besondere Speisen, wie zum Beispiel Gebildebrote, die für sie unter den Hofholunder gelegt wurden. Mancherorts wurde eine Mehlspur vom Grab zum Haus gelegt. Die Gebildebrote gibt es heute noch – meine Goti (Patin) hat mir immer zu Allerheiligen und zu Ostern zum Gotlpack diesen Butterzopf geschenkt. 

Die Kirche gedenkt zu Allerheiligen allen verstorbenen Heiligen. Allerseelen ist der Tag, an dem man an die verstorbenen Verwandten denkt. Halloween kommt aus dem irisch-keltischen Kulturkreis, schwappte mit den Irischen Auswanderern nach Amerika und kam in den letzten 10-15 Jahren wieder nach (ganz) Europa zurück. Im Grunde ist an diesem Brauch nichts Verwerfliches. Die Iren/Kelten höhlten Steckrüben aus und stellten Kerzen hinein, damit gingen sie zu den Gräbern ihrer Verstorbenen. Als Schutz vor den Geistern, die ja in dieser Zeit besonders Nachts sehr rege umherschwirrten, schnitzten sie Fratzen in die Rüben. So würden die Geister denken, dies seien ebenfalls Geister und ließen die Lebenden in Ruhe. Das von-Tür-zu-Tür gehen und um Süßigkeiten zu bitten, hängt auch mit den Gaben an die Verstorbenen zusammen. Gab man nichts oder zu wenig, wurden die Geister der Ahnen böse und wirkten (Schadens-) Zauber. Tja: Süßes oder (es gibt) Saures!

Auch in unseren Breiten gibt es einen ähnlichen Brauch – er wurde nach hinten verschoben und wird heute um den 11. November gefeiert. Das Laternenfest am Martinstag ist ein verstümmeltes Dunkelheitsfest – das aber besonders den Kindern viel Spaß macht und einfach wunderbar glänzende Augen zaubert. 

Die Zeitqualität

Es ist die Zeit des Abschiedes, der Trennung und der Trauer. Trauer ist eine unglaublich große Kraft in unserem Leben – es ist so unsagbar wichtig trauern zu können. Nur wenn Tränen fließen kann die Seele kann den Schmerz gehen lassen und ihn wegspülen. Verdrängte Trauer kann zu massiven psychischen und körperlichen Beschwerden führen. Wir lernen, los zu lassen und auch unsere eigene Vergänglichkeit zu akzeptieren. Nur wer Trauer zulässt kann Abschied nehmen und Verlust akzeptieren. 

In dieser Zeit kann man sich selbst auch fragen, wie habe ich mich im letzten Jahr verändert? Welche Gaben haben mir meine Ahnen mitgegeben? Wie gehe ich damit um? Mit welchen Verstorbenen habe ich noch nicht ausgesöhnt? Wie gehe ich mit meiner eigenen Vergänglichkeit um? Wann habe ich erfahren, dass in der tiefsten Dunkelheit immer noch Licht und Kraft zu mir kommen? Wie gönne ich mir mehr Zeit zum Ausruhen und zum Besinnen?

So werde ich in diesem Jahr wieder zu Allerheiligen ein Feuer in der Feuerschale entfachen. Ich werde die übrig gebliebenen Kräuter des letzten Jahres dankbar in das Feuer geben und mit einem Lächeln an meine Altvorderen denken, die mir mein Sein geschenkt haben. Vor dem Schlafengehen werde ich einen Teller mit Keksen oder Kuchen und eine Schale mit Milch unter den Hollerbaum stellen. Ich mache eine Ahnenräucherung und erzähle ihnen von mir und meinem Leben. Es ist gut.

Rezepte und weitere Infos gibt´s in den Kräuterbriefen! Gleich zum Newsletter anmelden und du bleibst auf dem Laufenden 🙂

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