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Tag Archives: aufräumen

Vom Kranksein, Hutziehen und Kniebeugen
13 Sep

Letze Woche war ich krank. Ich konnte nicht anders, reihum hat es uns fast alle erwischt und man schenkte mir zwei halbe Nachmittage zum Auskurieren. Trotz Kranksein waren diese Nachmittage äußerst erholsam und ich hatte das Gefühl, dass ich das gerade JETZT wirklich brauchte. Es war ein wunderschöner, ereignisreicher Sommer und der Herbst verspricht anstatt Ruhe eher rege Betriebsamkeit. Also nahm ich dieses Geschenk in dieser „Zwischenzeit“ dankbar an.

Ich wurde natürlich gefragt, was ich denn gegen diesen „grippalen Infekt“ machen würde und dass ich sicher so meine Mittelchen habe und ganz schnell wieder fit sein würde. Ja klar habe ich solche Kräuterhelfer und ja klar wäre ich schnell wieder „einsatzbereit“ gewesen. Aber wollte und sollte ich das? Ich hatte kaum Fieber, etwas Kopfschmerzen, Husten, Heiserkeit und die Nase war verstopft. Zu diesen Gelegenheiten kommen bei mir auch immer diese obligaten Fieberblasen, also Lippenherpes dazu. Ich habe nichts gemacht, ausser am Abend früh ins Bett zu gehen. Schlaf ist für mich immer ein großer Heiler. Ich denke, es schien für andere schlimmer, als es war, vielleicht war ich auch nur bereit dafür. Jedenfalls habe ich, wie gesagt nichts genommen und habe den Luxus sehr genossen, dass ich weder um meinen Arbeitsplatz Angst haben musste, noch dass ich mich jetzt in ein Wartezimmer setzen musste, mit noch kränkeren Menschen.

Meinen Sohn hat´s etwas schlimmer erwischt, er hatte starke Kopfschmerzen und Fieber. Hier habe ich natürlich fast das gesamte Register gezogen…Mütter eben 😉

Wie so ein „Alle-Register-ziehen“ bei Grippe ausschaut

Also zu allererst ab ins Bett. Wenn´s einem so richtig lausig geht, dann schläft man ohnehin von selbst sehr viel – der Körper braucht das. Folgende Maßnahmen sollten natürlich immer so gestaltet werden, dass es dem Kranken angenehm ist. 

  • Nackt oder mit einer ganz dünnen Bettdecke schlafen. Die Hitze soll abziehen können. 
  • Bei Fieber Wadenwickel (sogenannte Essigpatscherl) machen. Hierzu reicht eigentlich Wasser, man kann jedoch einen Spritzer Essig hinzu geben. ACHTUNG: der Temperaturunterschied soll maximal 1 Grad unter der aktuellen Körpertemperatur sein! Sobald die Wickel warm sind, entfernen und erst nach 2-3 Stunden wiederholen. 
  • Eine Schüssel mit dampfenden Wasser und Erkältungskräutern (Holunder, Mädesüss, Thymian, Fichtennadeln, Pfefferminze,…) hinstellen, damit der Schlafende die Wohltuenden ätherischen Öle einatmen kann.
  • Trinken. Am Besten einen Tee aus Holunder, Mädesüss und Thymian mit etwas Honig gesüsst. Oder pures, nicht zu kaltes Wasser.
  • einen feuchten, kühlen Lappen auf die Stirn.
  • Bei Husten gebe ich immer 3x am Tag von meinem „Wanderhustensirup“. Gerne wechsle ich auch mit Thymiantropfen oder Spitzwegerichtropfen.
  • Bei Fieber und Grippesymptomen gibts bei mir auch das Holundergemmomazerat oder auch Holundertropfen – die helfen ausgezeichnet!
  • Ruhe, Ruhe, Ruhe!
  • Bei Halsweh gibts Zwiebel-Schweineschmalz-Halswickel, Salbeitee oder Tropfen und zum Gurgeln eine ganz leichte Salzlösung. Wenns sehr schlimm ist, dann habe ich Bibernellwurzeltropfen oder Braunelletropfen parat.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich wende NIEMALS alles auf einmal an – weniger ist fast immer mehr! Der Kranke sollte nicht gestresst werden und wenn einmal eine Therapie nicht sofort anschlägt, dann darf man ruhig etwas Geduld haben. Sollte sich natürlich binnen 3 Tagen keine Besserung einstellen, dann gehts auf jeden Fall ab zum Arzt!

Vorbeugen ist immer besser als dann im Bett zu liegen

Meistens erwischt einem die Grippe ja im Winter oder eben in den Übergangszeiten, wie jetzt eine ist. Auch November-Dezember und dann wieder Feber-März sind so typische Grippezeiten.

Wenn man nicht 3-4 mal im Jahr grippig sein will, dann sollte man bei Zeiten vorsorgen. Gerade jetzt im Herbst eigenen sich zwei Kräuterhelfer hervorragend dafür.

An erster Stelle ist hier natürlich der Holler zu nennen – vor dem Holunder zieh den Hut – das wussten schon unsere Ahnen. Wenn du im Oktober-November jede Woche 2-3 mal eine Zubereitung aus den Hollerbeeren zu dir nimmst, dann hast du eine wunderbare natürliche Grippeimpfung. Das kann Marmelade, Sirup, Hollermandl (Hollerkoch), Hollersuppe oder auch mal ein Likörchen sein. Diese Kur stimuliert unser Immunsystem ungemein und bereitet es auf allerlei Bakterien und Viren vor.

Sollte dich trotz allem die Grippe oder ein grippaler Infekt erwischen, so wird diese bei weitem nicht so stark, wie sonst.

Als zweites möchte ich den Wacholder nennen – vor ihm sollst du gar niederknien. Mit soviel Ehrfurcht haben unsere Altvorderen den stacheligen Gesellen behandelt! Er ist ja auch wahrlich ein Meisterheiler! Eine Beerenkur (siehe „September-Tipp) im Oktober erspart dir die Grippe das ganze Jahr. Seit jeher werden die Triebspitzen verräuchert, wenn eine Grippe oder andere ansteckende Krankheiten die Runde machen. Krankenzimmer wurden immer mit Wacholder ausgeräuchert „wider der fliegenden Pestilenz“.

Was sich sonst noch tut 

Morgen Donnerstag findet die letzte wöchentliche Kräuterwanderung für dieses Jahr statt. Danach geht´s ab in den Garten, jetzt wird richtig aufgeräumt. Ich hab mit den Ringelblumen und den paar restlichen Borretschpflanzen noch ein bisschen gewartet, weil immer noch so viele Bienen da waren und ich es einfach nicht über´s Herz gebracht habe, ihnen ihr Futter zu nehmen. Aber nach den Regentagen – und heute hatte es sogar schon einen ganz leichten Reif – hängen sie einfach nur noch welk in der Gegend herum. Ausserdem wird es nun wirklich kalt und die Gartenwesen dürfen und möchten sich gerne zurückziehen. Ihre Zeit ist schön langsam vorbei.

 

Achja – was ich im Kräuterbrief vergessen habe…

Ich hätte ein paar Baldrianpflanzen, ein paar Königskerzen, Ringelblumen- und Mohnsamen, Alantwurzeln (ab Oktober) und vor allem auch Johanniskrautpflanzen ab zu geben – also zu verschenken oder gerne auch zu tauschen. Es finden sich sicher noch mehr Damen und Herren in meinem Garten, die einen guten, neuen Platz finden möchten, die fallen mir aber gerade nicht ein. Wenn wer Interesse hat – bitte meldet euch 🙂

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August – Ausklang
23 Aug

Frühherbst

Kaum zu glauben! Jetzt ist der August auch schon wieder fast vorbei. Seid ihr auch alle fleissig beim Sammeln, Trocknen, Verarbeiten? Diese Jahreszeit ist schlichtweg traumhaft! Die Fülle des Sommers ist noch da, aber die Hitze ist verflogen. Die klare Herbstluft lässt durchatmen und dieses unvergleichliche Blau des Himmels gibt es nur jetzt. In der Früh ist alles taunass und der Boden ist beim Barfußgehen merklich kühl. Die Nachmittage laden zum Wandern ein und die Haselnüsse locken. Genau so, wie die ersten Hollerbeeren. Ich freu mich schon, der Saft schmeckt so herrlich und ist auch noch gesund! Wenn sie bei euch schon reif sind, dann vergesst bitte ja nicht, Hollerbeeren zu sammeln und zu entsaften – nächstes Mal erfahrt ihr, warum!

Was sich im Garten so tut

Vorgestern hatte ich eine private Kräuterwanderung der besonderen Art. Eingestellt auf eine kurze Wanderung zu den Wildkräutern und einem anschließenden Plausch über sammeln, verarbeiten und verwenden, saßen wir fast die ganze Zeit vor dem Gartenhaus und haben von dort aus meinen Kräutergarten betrachtet. Immer wieder schickte eine Kräuterelfe einen Gruß und wir folgten ihm. So besprachen wir das Johanniskraut, Frau Zitronenmelisse, Herrn Beinwell und ja, die anderen kennt ihr ja schon aus meinen früheren Blogs. Eine gute Fee hat es uns aber ganz besonders angetan – immer wieder schweiften unsere Gedanken zur Dame Frauenmantel und immer wieder kamen in unseren Gesprächen Themen auf, die gerade zu dieser wunderhübschen, extrem heilkräftigen und hochwirksamen Pflanzendeva passten. Passend ist auch die Zeit – wir sind ja mitten im Frauendreißiger!

Ihr kennt sie sicher, sie ist eine der wichtigsten Frauenheilpflanzen in der Volksheilkunde. Die Dame Frauenmantel ist ein Rosengewächs und uns Frauen ganz besonders wohl gesonnen. Ihre Blätter haben die Form eines Schutzmantels und wenn du im Mai die sogenannten Guttationstropfen (= der sogenannte „Tau“) die sich in den Blättern bilden, sammelst und sie mit etwas Alkohol vermischt, hast du einen wunderbaren Auraspray. Dieser schützt dich vor unliebsamen Energien und hüllt dich wohlig – mütterlich ein. Die gute Frauenmantel-Frau wirkt hormonell ausgleichend, auch für den Mann! So sollte jeder Mensch einmal im Jahr eine 2wöchige Kur mit Frauenmanteltinktur oder Tee machen, auch wenn man keine Beschwerden hat! Die Dame enthält verschiedene wertvolle Gerbstoffe, wie zum Beispiel das Agrimoniin, welches Krebszellen (speziell Brustkrebszellen) schon im Entstehen zerstören kann. Ausserdem sind die Gerbstoffe gewebefestigend und -straffend, wundheilend und auch stopfend. Wenn du vor der Regel Brustspannen hast, dann kannst du dir mit dem Frauenmantel ein Öl ansetzen und dir damit den Busen einreiben, das hilft sehr und ist eine Wohltat. 

Herr Beinwell ein Frauenversteher?

Ja, wer hätte das gedacht? Der beste Heiler für Knochen, Haut, Sehnen und arthritischen Gelenken ist ein hervorragender Helfer bei Osteoporose. Dieses furchtbare Übel befällt hormonbedingt hauptsächlich uns Frauen nach der Menopause. Aber wenn man die Tinktur auf D4 (homöopatisch) potenziert und dann regelmäßig einnimmt, hilft dies hervorragend die Knochen wieder zu stärken. Diese Tinktur auf D2 oder eben auf D4 potenziert hilft eingenommen auch bei Knochenbrüchen! Herr Beinwell ist ein sehr guter Zellerneuerer und besonders gut geeignet um Parodontose zu heilen. Du liest richtig – wenn du Zahnfleischbluten hast, dann massiere dein Zahnfleisch sanft mit der Tinktur (etwas verdünnt) ein. Noch besser hilft´s, wenn der Mond zu nimmt. Manche verwenden bei Zahnfleischbluten Herrn Salbei – der ist zwar auch ein großer Heiler, aber hier eher fehl am Platz, weil er so zusammenziehend wirkt und das Problem möglicherweise noch verschlimmert. Herr Beinwell regeneriert und lässt wieder (zusammen) wachsen. Er wirkt wunderbar entzündungshemmend und ist das Mittel der Wahl bei Brustdrüsenentzündung. Hierfür werden die Blätter etwas gequetscht und dann aufgelegt. Den jungen Mädchen und auch Burschen hilft diese entzündungshemmende Eigenschaft, wenn sie Akne haben. Dazu stellst du einen Brei aus den Blättern und etwas Wasser her und legst es dann auf die entzündete Stelle. Der Brei hilft übrigens auch bei Furunkeln.

Aufräumarbeiten

Schön langsam geht´s ans Zusammenräumen. Gestern habe ich alle restlichen Karotten heraus genommen, viel war nicht dran. Nächstes Jahr muss ich sie etwas sorgfältiger säen oder eben pikieren. Die Tomaten habe ich auch ordentlich ausgegeizt, damit sie noch reifen können. Wir ernten schon laufend, aber viele sind noch ganz grün. Die Buschbohnen dürfen genau so wie die Zwiebel noch etwas verweilen. Herr Borretsch hat nur noch ganz wenig von seiner Fülle behalten dürfen, nach den Regentagen war er ein trauriger Anblick. Ich hoffe, er konnte sich noch anständig vermehren – ich freu mich schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Bei Herrn Alant und Herrn Baldrian ist es auch an der Zeit sich zu verabschieden. Herr Alant hat sich aber auch ausgebreitet! Was mach ich mit ihm bloß? Hat vielleicht jemand einen schönen Flecken für diese majestätische Pflanze? Ich würde im Herbst den Wurzelstock teilen – wobei ich fast befürchte (oder insgeheim eher hoffe), dass ihn das zu noch größerem Wachstum anspornt! Du meine Güte. Die Apfelminze hat sich zu einer wunderhübschen Blüte durchgerungen – wie schön sie ist! Die vornehmen Damen Sonnenblumen lassen auch schon langsam ihre Köpfe hängen, ich bin gespannt, wann die ersten Vögel kommen um die köstlichen Samen heraus zu picken. Ach – so ein Garten ist doch viel schöner und unterhaltsamer als Fernsehen!

Ich wünsche euch fröhliches Tautreten!

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