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Tag Archives: Bergkräuter

Augusthitze und Almkräuter
04 Aug

Also die Hitze hat uns ja jetzt so richtig im Griff. Das an sich wäre ja nicht so schlimm, aber diese drückende Schwüle setzt mir persönlich schon sehr zu. An Tagen wie diesen bin ich froh, dass ich (noch) in einem 500 Jahre alten Haus mit 70 cm dicken Mauern wohne. Hinaus gehen ist eine echte Herausforderung für meinen Kreislauf und mein Körper lässt mich das auch spüren. Sogar im Sitzen und beim Nichtstun schwitzt man. Gut, dass ich ein oder zwei Helfer aus dem Pflanzenreich parat habe. 

Die liebe Frau Rose des Meeres – gängiger Name wäre Rosmarin – ist extrem hilfreich wenn man so abgeschlagen ist und der Kreislauf sich ständig verabschieden will. Rosmarin hebt die Lebensgeister auf sanfte aber sehr bestimmte Art. Man kann ein paar Nadeln mit heißem Wasser überbrühen 3 bis maximal 5 Minuten ziehen lassen und den Tee dann schluckweise genießen. Diesen Tee kann man auch als äußerst angenehmes Fußbad genießen. Über den Rosmarin habe ich ja schon einmal kurz geschrieben. Auch das Rezept für den sehr feinen Balsam, den ich mir jetzt auf die Beine schmiere habt ihr schon. Es ist eine Wohltat und Frau Rosmarin ist in jeder Lebenslage ein Geschenk.

In südlichen Ländern, wo sie eigentlich daheim ist, wird die Wöchnerin auf Rosmarin gebettet um sie bei der Geburt bei Kräften zu halten. Ebenso bekommen Neugeborene ein Zweiglein Rosmarin in die Wiege gelegt, um sie zu stärken und den Lebenswillen zu fördern. So soll auch der böse Blick, Dämonen und negative Energien abgewehrt werden. Die Braut trägt den Rosmarin in ihrem Brautstrauß und der Bräutigam bekommt ein kleines Sträußchen mit dem guten Pflanzengeist angesteckt – das soll die Ehe segnen und viele Kinder bringen. Es ist offensichtlich, dass Frau Rosmarin eine treue und zuverlässige Begleiterin über Lebensschwellen ist – sogar auf unseren letzten irdischen Gang begleitet sie die Menschen. Es ist Brauch, ein Rosmarinzweiglein in den Sarg zu legen und sogar der Weihwasser-Wedel ist oft ein Rosmarinzweig. So gleitet die Seele sanft in den nächsten Raum. 

Bei Bluthochdruck ist der Rosmarin mit Vorsicht zu verwenden!

Almkräuterwanderung

In dieser Woche dreht sich alles um die Bergkräuter. Was es hier für Schätze zu entdecken gibt – du meine Güte! Einige kennt man ja: Edelweiß, Enzian, Almrose, Arnika und  vielleicht kennt man noch die Meisterwurz und ja natürlich die ganzen Nadelgehölze wie Zirbe, Fichte, Lärche, Föhre und Latsche.  dann ist aber auch schon bald Ende im Gelände. 

Silbermantel, Rosenwurz, Katzenpfötchen, Kohlröschen und natürlich auch die giftigen Weißer Germer oder Eisenhut sind dann vielleicht schon eher unbekannt. Ja, für einige muss man nicht so hoch hinaufsteigen und ein paar haben auch ihre Schwestern in den niedrigeren Regionen, wie zum Beispiel die Schafgarbe, Haus- oder Dachwurz und der Frauenmantel. Die Kräuter aus den Bergen haben  einen besonderen Stand. Sie wirken kräftiger, was mit der kurzen Vegetationsperiode zusammenhängt und auch mit der intensiveren Sonneneinstrahlung. Sie sind Kargheit und das raue Klima gewöhnt, dies macht sich in der Konzentration der Inhaltstoffe und somit in der Heilwirkung bemerkbar.

Edelweiß, Enzian und Almrose sind jene drei Pflanzen, die einem als Erstes einfallen, wenn man an Alpen, Berge, Gletscher denkt. Sie sind die Pflanzen der Saligen, der weißen Frauen, die man eigentlich überall in den Bergen kennt. Sie sind in das Reich der Sagen entschwunden, obwohl manche Überlieferungen durchaus andeuten, dass diese guten, helfenden Frauen einst existierten.

Das Edelweiß hat – als die Blume der Saligen – eine sehr spezielle, magische Aura. Es soll unverwundbar machen, nicht allein deshalb haben die Hirten immer Edelweiß auf ihren Hüten getragen und weil es auch Mut macht, konnten sie es als besonderes Zeichen der Zuneigung ihrer Liebsten – manchmal sogar in Verbindung mit einem Heiratsantrag – schenken. Früher wurde es schlicht „Bauchwehbliaml“ (Bauchweh-Blümchen) genannt. Es war nicht so selten wie heute und deshalb stand es auch noch nicht unter Naturschutz. Man kochte es in Milch und trank diese bei Bauchweh, Durchfall und anderen Verdauungsbeschwerden. Neuere Forschungen der Uni Innsbruck ergaben, dass besondere Inhaltsstoffe des weißen Sterns tatsächlich Wirkung gegen multiresistente Krankenhauskeime, bestimmte Bakterien, die Auslöser von Lungenentzünung und auch gegen Scharlacherreger zeigen. Es wurden noch viele neue Erkenntnisse bezüglich schweren Erkrankungen wie Leukämie, Herz- und Arterienerkrankungen sowie bei Demenz und Rheuma gemacht, die Ausführungen würden aber den Rahmen hier sprengen. 

An den Enzian denkt man gleich nach dem Edelweiß, wenn man an Alpenblumen oder -kräuter denkt. Hier fällt uns gleich der wunderschöne, blaue Stängellose oder Glocken-Enzian ein. Mit seinen 5 Kelchzipfeln zeichnet er ein Pentagramm und zeigt so seine Verbundenheit mit der großen Muttergöttin. Die Farbe ist so intensiv, wie nur der Himmel in diesen Höhen sein kann. Es ist eine magische Pflanze – so birgt sie ein hohes Potenzial an Weissagekräften. Der Glockenenzian blüht nur dort, wo niemals gedüngt wird. Düngt der Mensch auch  nur einmal dort, so kommt der Enzian für Jahrzehnte nicht mehr an diesen Ort. Wie seine großen Brüder – Gelber, Pannonischer, Punktierter und der Purpur Enzian hat der Blaue Enzian eine ausgezeichnete Wirkung auf den Magen. Seine Wurzeln sind so klein, dass sich das Sammeln als sehr mühsam erweist. Jedoch hat der Glockenenzian eine Spezialität: er wirkt sehr heilsam bei Zuständen, die mit seelischer Erschütterung, Schwäche und Schutzlosigkeit verbunden sind. Er hilft Kindern, die speziell in so einem Zustand von der Grippe regelrecht „überfallen“ werden – eigenartigerweise trinken sie diesen doch recht bitteren Tee aus den Blüten dann sogar sehr gerne. 

Ja, die Pflanzenwesen in der Höhe bergen viele Geheimnisse. Vieles ist leider in Vergessenheit geraten, aber vieles wurde auch überliefert. Wenn man sich die Zeit nimmt und hinauf steigt zu den Saligen und ihren Pflanzenverbündeten kann man sicher das eine oder andere Geheimnis wieder lüften. 

Was es sonst noch zu tun gibt

Ernten, ernten, ernten! In unserem Garten haben wir gerade die erste Partie Rohnen (Rote Beete), Rettich und Karotten geerntet. Zucchini werden sowieso laufend schon geerntet – eine einzige Pflanze hat bisher schon 18 (!) Stück hervor gebracht. Die Tomaten sind in diesem Jahr extrem ergiebig. Hoffentlich werden sie auch alle reif. Es gefällt ihnen offenbar im Garten, es stört sie kein bisschen, wenn es ab und zu regnet. Ich dachte immer, sie mögen es nur, wenn im Wurzelbereich gegossen sind und ausserdem dachte ich, dass sie in unseren Breiten ausgesprochene Kübelfetischisten seien. Mitnichten! Gartenerde und eine warme Mauer im Rücken und sie drehen völlig durch 😉

Wenn man die Kornblumenblüten fleißig abzupft, kommen immer mehr nach! Nur nie alle auf einmal Sammeln. Ringelblumenköpfchen werden zu einem kostbaren Öl – als Salbengrundlage oder pur zu verwenden – angesetzt. Ebenso verfährt man mit der Kamille. Aus beiden können auch Tinkturen angesetzt werden. Das Mutterkraut und der Baldrian sind verblüht, sie habe ich beide zurück geschnitten. Der Mohn bildet schon die Kapseln aus – das gibt heuer wirklich reiche Ernte! Höchste Zeit ist es auch, sich um eine Braunelle-Tinktur zu kümmern. Die Braunelle ist hoch antiviral und hilft sehr bei Herpes, Aphten im Mund und bei Viruserkrankungen im Rachen- und Halsbereich. Ich geb sie auch in meine Antivitalen Tropfen und Grippetropfen. 

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