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Tag Archives: Johanniskraut

Kräuterallerlei im Garten
07 Jul

Jetzt habe ich mich – zumindest in den Kräuterbriefen – der einen Seite meines Kräutergärtleins gewidmet und es wird Zeit, dass wir den Blick auf die andere Seite werfen. Auch hier tut sich einiges, du meine Güte. Es scheint, als ob das die „Haut-Seite“ wäre. Wer sich hier so aller tummelt: Die Damen Stiefmütterchen und Vogelmiere kamen von selbst – was mich besonders freut, denn das Ackerstiefmütterchen findet man bei uns leider nur noch sehr selten. Frau Ringelblume versucht beharrlich ihren Platz gegen das überall wuchernde Johanniskraut zu behaupten – ich denke, es wird ihr gelingen. Ja und dann wachsen ganz still und vergnügt die Frau Kamille und das Mutterkraut vor sich hin. Wobei Frau Kamille etwas Unterstützung bräuchte – das Johanniskraut…..

Wen haben wir denn auf dieser Seite noch? Ahja, ein Lavendelstock – von 4 – hat es geschafft, leider haben sich in diesem Jahr zum ersten Mal drei Lavendelstöcke von mir verabschiedet. Was für ein Jammer, ich mag ihren Duft doch so sehr. Natürlich habe ich wieder für Nachschub gesorgt, aber es waren teilweise sehr alte, mir vertraute Pflanzenpersönlichkeiten die gegangen sind. Jedenfalls haben sie Platz für neues geschaffen. Herr Majoran scheint heuer eher zaghaft zu sein, dafür blüht auch auf dieser Seite der Herr Salbei mit seinem hübschen blauen Blüten zwischen all dem weiblichen Gelb. Oh, da haben wir ja auch noch Frau Gartenraute – ein bisschen stolz bin ich schon, dass sie sich bei mir so wohl fühlt – auch wenn sie leicht giftig ist, mag ich mir ab und zu ein Blättchen unter die Zunge legen, das stärkt die Gebärmutter und das ganze Drumherum. Und weil wir gerade dabei sind: Das Liebstöckel konnt ich bereits zweimal ernten, es wächst und wächst und wächst. Jaja: „Für’s Dirndl das Liebstöckel und für’n Buam der Sellerie“ oder „Liebstöckel macht den Stöckel lieb“ – die alten Sprichwörter deuten es ja schon ganz dezent an – Liebstöckel ist ein Aphrodisiakum, es regt also den Trieb an – speziell bei Frauen.

Herr Waldmeister schaut auch zufrieden aus auf seinem Platz, neben dem Gartenzwerg – was die sich wohl zu erzählen haben? Ich habe eine Hopfenpflanze neben die beiden hin gesetzt, bis jetzt lässt sich ihre so sprichwörtliche Wuchsfreude aber sehr bitten. Vielleicht helfen die Flachsfäden als Rankhilfen, am End ist es doch zu wenig Sonne am Lärchenstamm. Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt. 

Ein kurzer Abstecher zur Hollerin….

Seit Montag schweift mein Blick wieder vermehrt zur Frau Hollerin. Das Lieblingskaninchen meines Sohnes ist gestorben und wir haben es dort begraben – wie ich finde, ein sehr passender Platz. Der Holunder ist ja ein Schwellenbaum und zieht Seelen und Krankheiten in die Anderswelt – ins Reich der Holle. Aber eigentlich wollte ich mir gerade DIESES Thema auf den November aufsparen. Ausserdem hatten wir den Holler im Juni schon einige Male in den Kräuterbriefen. Also habe ich mich entschieden, dieses Mal etwas näher auf die Damen Mutterkraut und Kamille ein zu gehen. 

….ein etwas längerer zu den Damen Mutterkraut und Kamille

Kennt ihr Mutterkraut? Also Kamille kennt wohl jeder. Wie gesagt – beide wachsen in gemütlicher Eintracht nebeneinander in meinem Garten. Ja natürlich kennt ihr die Kamille, meine Oma zum Beispiel hat mir schlichtweg für oder gegen alles Kamillentee gegeben. Seitdem mag ich diesen Tee nicht mehr. Aber ich rieche sie so gerne, Mutter Kamille. Sie sehen sich ja sehr ähnlich, die beiden Hübschen, sie haben einige ähnliche Wirkungen, aber eben auch unterschiedliche und wir sollten beide wieder häufiger verwenden.

Das Mutterkraut ist quasi die Vorgängerin der Kamille, die Kamille hat das Mutterkraut abgelöst, weil es etwas eigen riecht. Das echte Mutterkraut hat kein gefülltes Köpfchen und sieht der Kamille ähnlich. Bis zum Mittelalter war es eine Frauen- oder Mutter-und-Kindpflanze, so wie die Kamille heute. Sie wirkt sehr gut krampflösend und hilft allgemein bei Krämpfen und speziell bei krampfhaften Frauenleiden. Aus ihr kann man eine ausgezeichnete krampflösende Bauchweh-Salbe machen, die auch für Babies geeignet ist. Auch ist sie eine hervorragende Helferin gegen Kopfweh. Wenn man am Beginn einer Migräne sofort 1-2 Blütenblätter kaut und unter die Zunge legt, dann hilft es. Auch eine Tinktur würde helfen, jedoch ein bisschen schwächer. 

Frau Kamille erkennt man einfach an ihrem so typischen Geruch. Es gibt ja mehrere Kamillen – die strahlenlose ist zum Beispiel die, die man oft am Wegesrand findet, sie hat keine Weißen Zungenblüten, deshalb heisst sie Strahlenlose Kamille. Sie wirkt auch, aber viel weniger als die echte Kamille. Dann gibt es noch Hundskamille und so weiter. Aber die echte erkennt man daran, dass ihr Blütenköpfchen hohl ist, wenn man es der Länge nach durch schneidet. Dieser Hohlraum erinnert an die Gebärmutter und für unsere Ahnen war dies ein sicheres Zeichen – eine Signatur – dass diese Pflanze bei „Frauensachen“ half. Ja und sie ist auch eine typische Gebärmutter-, Mutter-Kind- und Geburtspflanze,  die bei Frauenleiden, als Geburtshilfe, Sterilität und Krämpfen Verwendung findet. Aber auch bei Durchfall, Erkältung, Grippe, Gelenksrheuma und Magenreizung, Geschwüren, Venen, Krampfadern und Diabetes kann sie eingesetzt werden. Sie ist extrem entzündungshemmend, weil sie hoch antibiotisch wirkt und stark krampflösend. Aber Achtung: sie wirkt stark austrocknend, besonders auf unsere Schleimhäute, deshalb rate ich davon ab, sie etwa bei Augenentzündungen zu verwenden – hier wirkt Augentrost oder Fenchel besser. In Teemischungen ist sie unbedenklich auch über einen längeren Zeitraum, aber als Einzeltee ist es wirklich ein Heiltee und darf nicht länger als 2-3 Wochen ohne Pause getrunken werden. 

Mutterkraut – Bauchwehsalbe

Das blühende Kraut in Sheabutter, Butter oder Kokosöl ca. 1 Stunde köcheln lassen, abseihen und diese Salbe dann rund um den Nabel bzw. auf den Unterleib schmieren. Hilft den Babies bei Bauchkrämpfen und uns Frauen bei Regelkrämpfen.

Was gibt es sonst noch?

Morgen habe ich die erste Kräuterwanderung in meinem Kräutergarten-Durcheinander! Ich bin ja gespannt, meistens denken die Leute ja, dass es in den Kräuterfrauen-Gärten immer sehr geordnet und geregelt zu geht. Also bei mir ist das nicht so. Neben den angepflanzten Kräutlein dürfen hier Giersch, Löwenzahn, Brennnessel, Vogelmiere und allerlei anderes wildes Gewächs herumwuchern. Lediglich Herrn Borretsch habe ich heute wirklich Einhalt gebieten müssen. Aber sonst – alles total entspannt. 

Heute hatte ich schlimmes Kopfweh – nachdem nichtmal Mädesüssknospen geholfen haben, legte ich mir Mutterkrautblättchen unter die Zunge. Es ist wirklich besser geworden – was für eine Erleichterung – und so einfach!

Bei uns haben heute die Ferien begonnen – wir freuen uns auf einen schönen Sommer. Mein Sohn möchte bei allen Workshops und Seminaren helfen – ich bin gespannt, bei wie vielen er dann wirklich dabei sein wird. Jedenfalls bin ich glücklich, dass er sich so für die Kräuter interessiert, wie seine Mama. 

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Sonnwendzeit – Orakelzeit
28 Jun

In der Sonnwendzeit wird nicht nur gefeiert, sondern auch fleißig Orakel gelesen. Den Margeriten und Gänseblümchen werden die Blütenblättchen ausgezupft, um zu erfahren, ob man geliebt wird. Die Bauern haben allerlei Regeln und Lostage. Gestern war zum Beispiel einer: Siebenschläfer. Es heißt, dass das Wetter für 7 Wochen so bleibt, wie es gestern war. Also ich bin zufrieden. Aber es gibt ja diese Kalenderreform, nach welcher einfach 10 Tage gestrichen wurden, damit der Kalender wieder mit dem Frühlingsanfang übereinstimmt. Der sehr ungenaue Julianische Kalender wurde zum weniger ungenauen Gregorianischen Kalender. Demnach wäre Siebenschläfer erst in 10 Tagen. Wir dürfen gespannt sein – ich werde mir das gestrige Wetter merken und das Wetter am 7. Juli beobachten und schauen, was sich in den nächsten 7 bzw. 8 Wochen am Himmel so tut.

Sonnwend-Kräuter und Sonnwend-Buschen

Ich habe viele Rückmeldungen auf den letzten Kräuterbrief bekommen, unter anderem mit der Bitte, den Unterschied zwischen Sonnwendbuschen und den Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt – dem Beginn des Frauendreißigst zu erklären. Das mache ich gerne!

Die typischen Sonnwendkräuter sind von Region zu Region verschieden. Im Grunde handelt es sich hier um Kräuter, die gerade blühen und zugleich Unwetter und Unheil abwenden sollen. Darum ging es in dieser Zeit – die Ernte, die gerade im Gange war oder unmittelbar bevor stand, soll nicht durch Unwetter, Hagel oder „Verhexung“ zerstört werden. So sammelte man klassische Abwehrpflanzen wie Alant, Johanniskraut, Schafgarbe, Beifuß, Königskerze, Rainfarn, Ehrenpreis und so weiter und band aus jeweils 7 oder 9 verschiedenen Kräutern einen Buschen – also einen Strauß.

Nahte ein Gewitter so warf man einen Teil des Buschens in das Herdfeuer um so das Unheil ab zu wehren und die Ernte zu retten. Mancherortens band man auch einen Gewitterräucherstab aus den Kräutern und ging bei Gefahr um Haus und Hof.

Bei uns kam der Gewitterräucherstab heuer schon am 23. zum Einsatz. Es wollte ein Hagel kommen und den konnte ich einfach nicht gebrauchen – die Kräuter stehen in voller Blüte und das Gemüse ist kurz vor der Ernte….es gab dann auch nur Gewitter und Regen.

Diese besagten Kräuter wehren aber nicht nur Gewitter & Co ab – man kann sich aus ihnen auch eine schöne Mischung zusammenstellen und sie zum Beispiel gegen Mobbing oder auch bei Streitigkeiten in der Familie verräuchern. Diese Pflanzen nehmen die Spannung aus der Atmosphäre und man spürt das auch!

Der Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt wurde als Haus- und Hofapotheke für den kommenden Winter gesammelt und gesegnet. Doch dazu mehr in einem der August-Blogs!

 

Was es sonst noch zu tun gibt

Die letzten Holunderblüten habe ich noch rasch in Jojobaöl angesetzt. Dieses herrlich duftende Öl eignet sich sehr gut als Salbengrundlage für strapazierte, rissige, gestresste Haut. Auch Kamillenöl habe ich angesetzt. Kamille ist entzündungshemmend und sehr hautfreundlich.

Mein Jasmin-Öl, das ich gleich nach dem Urlaub angesetzt habe, riecht leider gar nicht nach Jasmin. Trotz guter Pflege (täglich lüften und schütteln), ist es nicht so gut gelungen – ich werde noch eine Woche warten und dann schauen, was daraus geworden ist.

In unserem Garten gibt es einen sagenhaften Radieschen-Boom! Radieschen wohin man schaut – und die sind lecker!!!! Aber es ist jetzt höchste Zeit sie zu ernten, bevor sie holzig werden. Bin schon fleißig beim Verteilen – soviele Radieschen weg zu futtern schafft unsere Familie nicht. Dabei sind sie so gesund! Sie entwässern und unterstützen die Verdauung, nebenbei wirken sie antibakteriell und sind krebshemmend. Regelmäßiger Verzehr soll die Symptome bei Bronchitis lindern. Diese Wirkung entfalten die kleinen Wunderkugeln durch die enthaltenen Senfölglycoside, die machen sie auch so schön scharf.

Heute musste ich mich von ein paar Borretschpflanzen verabschieden. Der Gute wuchert überall herum und lässt den Malven, dem Salbei und auch den Rosen fast keinen Platz mehr. Einzig Herrn Alant scheint das Gewusel um seine Beine nichts aus zu machen. Ja und auch Herr Baldrian versteht es, sich den Wilden mit den blauen Augen vom Leibe zu halten. Er scheint eine Aura um sich zu haben, die ihn schützt. Aus seiner Wurzel kann man einen Tee oder eine Tinktur machen, beide wirken stark beruhigend aber NICHT schlaffördernd, er regt das Träumen an. Wenn dich etwas beschäftigt, was in der Zukunft liegt, wenn dich etwas belastet und dich nicht mehr los lässt, dann ist Baldrian die richtige Wahl. Liegt diese Thematik jedoch in der Vergangenheit, so hilft Hafer als Tee oder auch als Tinktur.

Ach ich liebe diese Ansammlung der verschiedensten Pflanzendevas in meinem Garten! 

Bei uns ist es jetzt auch an der Zeit, die Knospen und Blüten vom Johanniskraut zu ernten. Ich setze damit immer das heilsame Johanniskraut- oder Rotöl an. Wenn es einen Monat in der Sonne oder in der Wärme steht, dann nimmt es den wundervollen, blutroten Farbton an. Diese Farbe kommt vom Hypericin, das zugleich auch einer der wichtigsten Wirkstoffe im Johanniskraut ist. Dieses Öl kann man wunderbar als Massageöl bei Verspannungen und Muskelschmerzen einsetzen. Es eignet sich auch bei kleinen Hautverletzungen, vor allem aber auch bei Verbrennungen und Sonnenbrand. Im Winter, wenn wir aufgrund des Sonnen- und Lichtmangels manchmal in eine verstimmte Phase rutschen, holt uns der Johanniskraut-Blüten-Tee wieder aus der Lethargie. Aber auch ein Tropfen des Öls auf ein Stück Brot geträufelt und gut eingespeichelt genossen, bringt die Sonne in den Magen und in den ganzen Körper!

Bei übermäßigem Genuss muss man aufpassen: Johanniskraut kann Lichtempfindlichkeit verursachen und es kann die Wirksamkeit mancher Medikamente (zB Anti-Baby-Pille) beeinflussen – das heisst verstärken oder abschwächen.

 

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