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Tag Archives: Krampf

Zum Hohen Frauentag
08 Aug

Sommer! Oder doch schon ein bisschen Herbst?

Es herbstelt – wie im jeden Jahr kann man bereits um den 10. August herum schon ein wenig Herbstluft schnuppern. Auch wenn es tagsüber heiß ist und am Abend die Gewitter gehörig rollen – Petrus bringt die Ernte ein, eine Ahnung von Herbst liegt in der Luft. Gestern habe ich mir zwangsläufig den Irrsinn Stadt angetan und als ich vom Kaufhaus heraus gekommen bin und endlich durchatmen konnte, war trotz der Hitze eine angenehme Würze in der Luft – nein, keine Autoabgase – die Nordkette hat einen Schwung Herbstluft herunter geschickt. 

Es ist eine magische Zeit – Vollmondzeit mit einer teilweisen Finsternis und in keinem Monat sieht man so viele Sternschnuppen. Mutter Natur spielt alle Register und lässt uns glücklich sein, wenn wir wollen. 

Die feinen Herbst-Brisen sind für mich auch immer Zeichen dafür, dass bald die Hoch-Zeit der Kräuter anfängt. Der 15. August ist der Hohe Frauentag und für diesen Feiertag sammelt man ganz bestimmte Kräuter und bindet einen Kräuterbuschen um ihn zu weihen oder weihen zu lassen. Ja, ihr lest richtig, man kann auch selbst segnen – alles und jeden. Oder was meint ihr, was ihr macht, wenn ihr zu euren Lieben sagt, sie sollen auf sich aufpassen, wenn sie ausser Haus gehen? Manchmal macht man sogar ein kleines Ritual, gibt einen Kuss oder streicht über den Kopf – das ist eine wahre Segnung. Die Zwischenschaltung eines Priesters ist im Grunde nicht notwendig, da wir alle Gottes Wesen und also göttlich sind. 

Der Brauch der Kräuterweihe geht so weit zurück, dass er uns fast schon ins Blut über gegangen ist. Keine römisch katholische Kirche und nicht einmal die Reformation konnte diese Tradition auslöschen. Unsere Vorfahren ließen sich den Segen der Kräuter einfach nicht nehmen. So kam es, dass dieser Feiertag einer ganz besonderen Göttin gewidmet wurde – der Großen Göttin, der Mondgöttin, der Muttergottes, der Gottesmutter: Maria. Heute ist es der Maria Himmelfahrtstag – im Grunde ist es aber egal, wie der Tag heisst, an dem gefeiert wird. Maria wird ja oft mit ihrem Gottessohn auf dem Arm auf einem Halbmond stehend dargestellt. Eine Übernahme der Vorstellungen der europäischen Ureinwohner: Die Große Göttin mit ihrem Sohn, der im Lauf des Jahres ihr Gefährte wird – ihr Zeichen der Mond, der den steten Wandel von Werden, Sein und Vergehen symbolisiert. 

Kräuterbuschen und Frauendreißiger

Wie schon in einem früheren Kräuterbrief beschrieben, sind die Kräuter für den Buschen regional unterschiedlich, weil ja nicht überall das Gleiche wächst und verwendet wird. Immer aber waren es 9 oder ein Vielfaches von 9 verschiedene Kräuter. 9 deshalb, weil es für unsere Ahnen eine heilige Zahl war. Mittlerweile ist auch die Rede von 7 – dies ist ebenfalls eine heilige Zahl, aber die 9 ist älter. Diese Kräuterbuschen sind teils Hausapotheke, teils werden sie als Schutz vor Gewittern und Unheil dem Herdfeuer übergeben und ein Teil wird zu Mittwinter an das Vieh verfüttert, damit es gesegnet wird und gesund bleibt. Die Tradition verlangt, dass man früh am Morgen, „unbeschrien“ – also ohne vorher ein Wort gesagt zu haben – zu den Kräutern geht und diese sammelt. Auch während des Sammelns sollte man ganz bei sich sein und sein Tun leben. Dieses Vorgehen verstärkt die Kraft der Pflanzen für den Buschen. 

Jetzt fängt auch der Frauendreißiger oder Frauendreißigst an. Man hat der Einfachheit halber die Zeit vom 15. August bis zum nächsten Frauentag 8. September (Maria Geburt) + 6 festgelegt. Für mich fühlt es sich aber stimmiger an, wenn man von Vollmond zu Vollmond rechnet und wenn nötig, diese zwei fehlenden Tage dazu zählt. Alles ist in dieser Zeit so weiblich und uns Frauen gewidmet, da ist es vom Gefühl her einfach logisch, dass wir den Mond mit einbeziehen. Jedenfalls ist es eine traditionelle Hoch-Zeit zum Kräutersammeln. Die Kräuter sind voll mit ätherischen Ölen und Wirkstoffen – aufgeladen durch die Sonnenenergie der vergangenen Monate. Jedes Kräuterwesen ist geballte Kraft gegen Krankheit und Unheil. In dieser Zeit wurden und werden auch wieder jene Pflanzen gesammelt, die man über´s Jahr für Haus und Hof zur Gesunderhaltung von Mensch und Vieh braucht. Dabei sind auf alle Fälle Frauenmantel, Johanniskraut, Schafgarbe, Thymian oder Quendel, Ringelblume, Königskerze, Beifuß, Wermut, Kamille, Goldrute, Kornhalme und viele mehr. 

 

Ganz Frau sein dürfen – jetzt wird´s persönlich 😉

Diese Zeit nutze ich gerne, um mich meinem Frau sein zu widmen. Ja, ich weiß, ich sollte das das ganze Jahr über praktizieren, aber das gelingt mir manchmal nicht. Immer wieder bin ich mir und meinem Körper gegenüber kritisch und nicht zufrieden mit meinem Sein. Deshalb freue ich mich auch so auf den August – da bin ich Frau. Mutter. Tochter.

Ich erinnere mich, wie es war, als ich das erste mal meine Periode hatte. Ich war 12 und es war einfach so, ohne viele Worte drückte mir meine Mutter ein Stück Watte in die Hand. Heute wünsche ich mir manchmal, jemand hätte mich darauf vorbereitet. Jemand hätte mir erklären können, dass ich jetzt eine Frau bin. Ich kann LEBEN schenken! Himmel, was für eine GABE!  Diese Gabe wurde mir Monat für Monat vor Augen geführt – aber ich nahm dieses Geschenk nicht an, ich nahm es nicht als solches wahr. Es war ein notwendiges, lästiges Übel, noch dazu sehr stark und lang. Es war keine schöne Erfahrung und ich frage mich, wie vielen es wohl noch so geht oder gegangen ist.

Heute mit bald Mitte 40 spreche ich manchmal mit meinen Freundinnen darüber und einige machen sich ihr Frausein einfach weg. Weils praktisch ist. Sie lassen sich eine Spirale oder ein Stäbchen einsetzen oder was weiß ich, was es da noch alles gibt und sie bluten nicht mehr. Das habe ich nie gewollt, trotz Stärke und Länge, ich bin eine Frau und habe immer noch diese Gabe LEBEN zu schenken. Heute erfüllt mich das mit Freude und ja, ein bisschen mit Stolz, obwohl ich ja garnichts dafür kann.

Hätte ich eine Tochter, ich würde sie darauf vorbereiten. Ich würde für sie eine kleine Feier mit Freundinnen, Müttern und Großmüttern machen, wenn sie das möchte. Oder zumindest ein Ritual nur mit ihr – eine Bewusstmachung, dass ein Übergang stattfindet und dass dies etwas Wunderbares und Schönes sein kann. Der Übergang vom Kind zum Mädchen, zur Frau. Eine Einweihung in die Mysterien, sie ist nun in der Lage LEBEN zu schenken. Wenn das nicht göttlich ist! Wer kann denn sonst noch Leben schenken? NIEMAND. Wir brauchen zwar den göttlichen Funken – und ja, in diesem Fall auch den männlichen Samen – aber am Ende ist es an uns, Leben zu schenken oder eben nicht. Frausein bedeutet Macht und wie wir mit dieser Macht umgehen – ob wir sie freudig und verantwortungsvoll annehmen und einsetzen oder sie abgeben oder gar missbrauchen, liegt allein an uns. Es liegt allein an uns Frauen, wie wir diese Macht und ihren Umgang mit ihr an die nächste Generation Mädchen und Frauen weiter geben. 

Hilfe, ich werde zur Frau!

Immer häufiger kommen Mütter zu mir und fragen, ob ich nicht „etwas habe“. Ihre Töchter leiden an extremen Schmerzen vor und während ihrer Regel. Diese Mütter sind sehr besorgt und ich sehe, wie es sie bekümmert, wenn ihre Töchter leiden. Sie verfluchen das Frausein und den manchmal damit verbundenen Schmerz. Und ich fühle den Schmerz der Töchter, die ihr Frausein nicht kennen, nicht annehmen können oder wollen. Sie sind nicht in ihrer Kraft – ja, auch 12, 15 oder 17jährige wären durchaus in der Lage ihre Entwicklung zu verstehen und an zu nehmen. Sie sind fähig Verantwortung für sich und ihren Körper zu übernehmen, das dürfen sie sogar und das sollen sie auch. Nur so kommen sie in ihre Kraft und erlangen Selbstsicherheit und auch Selbstbewusstsein.

Klar soll dieses Annehmen des Frauseins nicht gerade in der Phase der stärksten Krämpfe passieren, womöglich unter Einfluß von allerhand Medikamenten – das wäre schlichtweg sadistisch. Natürlich müssen die Symptome in der Zwischenzeit behandelt werden – am Besten mit pflanzlichen Mitteln – niemand soll und darf leiden! Das würde nur dazu führen, dass man sich von sich abwendet und eben die Periode als notwendiges, lästiges Übel betrachtet und sie aus Bequemlichkeit einfach beseitigt. Aber wenn man sich bewußt dem Prozess „Frau-sein“ hingibt und sich annimmt, dann hört der K(r)ampf auf. Man braucht die lieben Pflanzenhelfer nicht mehr zur Schmerzbekämpfung, man nimmt sie dann, um sich Gutes zu tun. Denn eigenartigerweise sind die meisten Frauenkräuter darauf eingestimmt, der Frau ihr Sein angenehm zu machen. Sie nehmen Schmerzen wo Schmerzen sind und sie bringen Kraft, wo Kraft benötigt wird. 

Und wieder zurück zu den Kräutern…

Ausnehmend gute Frauenkräuter sind natürlich die Damen Frauenmantel, Schafgarbe, Rotklee, Gänsefingerkraut und auch Frau Mutterkraut und Frau Kamille. Mit dieser Handvoll Pflanzengöttinnen bist du schon recht gut aufgestellt. Es gibt noch 1-2 Spezialisten für extreme Fälle, aber die sind nicht oft notwendig und auch mit Vorsicht zu verwenden. Immer ein bisschen abwechselnd, kannst du dir wunderbar schmeckende Frauentees machen. Du wählst dir 2-3 Kräuter aus und kombinierst mit gut duftenden Ringelblumenblüten oder Odermennig. Manchmal kann man etwas Labkraut dazu geben und dann wechselt man wieder. So wird´s nie einseitig und du tust dir Gutes. 

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