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Tag Archives: Neurodermitis

Warum es ein Glück ist, Pech zu haben und was die gute Haut gerne hat
20 Jul

In der Kürze liegt die Würze

Heute ein etwas kürzerer Kräuterbrief – ich bereite mich für die Genußwandernacht vor. Dort darf ich an einem Stand ein paar ausgewählte Kräuter erklären und auch einige meiner Kräuterschätze verkaufen. Es wäre schön, wenn wir uns dort sehen 🙂 Freitag, 21.7. um 19.30, Neustift im Stubaital, kurz vor dem Grawa-Wasserfall.

 

Die zweite Jahreshälfte

Vermutlich ist es euch schon aufgefallen, trotz der heißen Tage und der unbeschreiblichen Fülle im Garten und in der Natur, hat der Jahreslauf seinen Höhepunkt überschritten. Eine gewisse Sattheit und Zufriedenheit erfüllt uns, ja fast schon träge sind wir. Wie im Traum – im Sommernachtstraum. Die Abende sind immer noch lau, aber eine Ahnung von der Herbstkühle streicht schon über unsere Haut. Es wird auch schon merklich früher dunkel. Die Äpfel bekommen schön langsam ihre roten Bäckchen, das Johanniskraut und der Lavendel sind schon fast verblüht. So ist es im Leben – mitten in der Fülle dreht sich das Rad weiter bis zum Absterben um im nächsten Zyklus wieder heran zu wachsen, zu reifen.

Die gute Haut

In letzter Zeit werde ich immer häufiger gefragt, welche Kräutlein es gibt, wenn die Haut Probleme hat, ihre Aufgabe zu erfüllen. Auffällig ist, dass es schon ganz kleinen Kindern anfängt. Dabei sind die Beschwerden ganz unterschiedlich. Mal ist die Haut trocken, sie schuppt oder sie juckt. Mal erscheinen Pusteln, Bläschen oder man leidet gar unter Schuppenflechte oder Neurodermitis. Bei manchen ist der Leidensweg schon sehr lang und geht über viele Stationen wie Cortisonbehandlungen, Antibiotika, ja bei vielen ist es in eine – oder mehrere -handfeste Allergien umgeschlagen.

Sicher bietet die Pflanzenwelt gute Möglichkeiten oft Abhilfe zu schaffen. Ich denke hier an Kräuter wie Stiefmütterchen oder Vogelmiere. Man macht sich einen guten Hauttee oder setzt sich Tinkturen aus ihnen an. Aber auch viele Samen-Öle unterstützen von innen heraus die Haut bei ihrer wichtigen Tätigkeit. So gibt es bereits Kapseln mit Nachtkerzen-, Borretsch- und Johannisbeersamenöl. Diese Öle eignen sich auch sehr gut als Wirkstoffphasen in Salben und Cremen. Besonders angegriffene Haut freut sich über Sanddorn- oder Wildrosenöl. Gut hautverträgliche Salben oder Cremen mit Mandel- oder Jojobaöl mit Shea- oder Kakaobutter sind eine weitere Möglichkeit unsere Haut zu verwöhnen.

Für Erwachsene sind eine gute Leberreinigung und ein systematischer Aufbau des Immunsystems inklusive Darmsanierung ebenfalls Schritte in die richtige Richtung. Auch sollte mit Seife sehr sparsam umgegangen werden – speziell im Gesicht ist Seife nicht nötig, außer man ist wirklich schmutzig. Reines Wasser ist oft ausreichend und es belässt den natürlichen Säureschutzmantel auf der Haut.
Aber gerade beim Thema Haut spielt die Psyche so eine große Rolle – und es ist so ein Tabuthema! Die Haut grenzt uns von der Aussenwelt ab. Sie ist die Hülle vom Mikrokosmos „ICH“. Ist diese Hülle nicht intakt oder zeigt sie auf verschiedene Weisen Störungen, sollte ich mir überlegen: was möchte ich nicht (mehr) anfassen? Wie kann ich meine Grenzen besser wahrnehmen? Womit möchte ich nicht (mehr) in Berührung kommen? Was wird mir aufgedrängt, wogegen ich mich nicht wehren kann? Was kann ich an dieser Situation ändern?

Oft ist es eine kleine Änderung, es braucht nicht viel um eine bemerkenswerte Erleichterung zu erfahren. Begleitend mit unseren Pflanzenhelfern kann das Leben dann auch wieder l(i)ebenswert werden. Speziell bei Kindern stehen die Chancen noch recht gut, Hautprobleme wieder in den Griff zu bekommen – ihr Immunsystem ist im Aufbau und sehr aktiv.

 

Wer mir begegnet

Zum Glück haben wir Pech

Gestern beim Salbenrührworkshop haben wir eine wunderbare Pechsalbe hergestellt. Pech oder eben Harz von unseren Nadelbäumen hat eine uralte Heiltradition im Alpenraum, aber auch im hohen Norden. Früher nannte man es Lörget heute bekommt man zum Beispiel Fichtenharz in der Apotheke unter der bezeichnung „Burgunderharz“. Die Wirksamkeit dieses Baumgoldes wurde vor einigen Jahren sogar in einer finnischen Studie bestätigt. Aber unsere Vorfahren brauchten keine Studien – sie haben die Natur beobachtet und einfach nach gemacht. Sie sahen, dass die Bäume, wenn sie verletzt sind, klebriges Pech über die Verletzung fließen lassen. Die Verletzung wurde also mit dem Pech eingehüllt und unter der Pechhülle konnte in Ruhe neue Rinde nach wachsen. Besonders die Holzfäller machten sich diese Beobachtungen zu eigen und strichen sich Pech auf Wunden. Heute macht man Salbe daraus. Diese Lärchen- oder Fichtenpechsalbe ist eine vorzügliche Zug- und Heilsalbe. Sie wirkt antibakteriell, antiviral und ist pilzhemmend. So findet sie ein wirklich weites Betätigungsfeld. Sie kann bei Schiefern (Holzsplitter), eitrigen Geschwüren, Pickeln, Wunden, Narben, eingewachsenen Nägeln, Fieberblasen und Haut- oder Nagelpilz eingesetzt werden. Die ätherischen Öle helfen auch bei tiefen, festsitzenden Husten – so können sich Erwachsene Pechsalbe auf die Brust schmieren um das Abhusten zu erleichtern. Für Kinder unter 6 Jahren ist diese Methode nicht so gut geeignet, weil es eine wirklich starke Zugsalbe ist.

Jetzt ist eigentlich die beste Zeit, das Pech zu sammeln. Die Bäume stehen im Saft und das Harz lässt sich gut lösen. Sammle nicht das ganz frische, flüssige Pech – das Brauchen die Bäume. Nimm etwas älteres, das schon mittelhart geworden ist. Nimm nur soviel, wie du benötigst – es sind meist sehr kleine Mengen und achte darauf, den Baum nicht zusätzlich zu verletzen. Wenn du irgendwo ein Sägewerk in der Nähe hast, dann kannst du dort bei den frisch geschnittenen Bäumen das Pech sammeln, es eignet sich genau so gut. Dabei ist es im Grunde egal, ob es von Fichten, Lärchen, Tannen, Föhren, Zedern, Zirben usw. stammt. Im Grunde ist die Wirkung sehr ähnlich. Fichten- und Lärchenpech ist halt das bekannteste und es ist am leichtesten zu sammeln, da es meist in entsprechenden Mengen verfügbar ist.

Ringelblume – Arnika des Gartens

Sie leuchtet gerade so schön vom Garten herauf. Ein paar Pflänzchen blühen schon und viele werden noch ihre wunderschönen, orangen oder gelben Köpfchen der Sonne entgegen recken – bis in den November hinein schenken sie uns ihr Strahlen. Wir kennen sie als ausgezeichnete Pflanze für unsere Haut, hauptsächlich verwenden wir sie als Creme oder Salbe. Aber dieses wundersame Pflanzenwesen kann ja noch so viel mehr!
Es stimmt schon, sie hilft hervorragend bei Wunden, speziell bei solchen mit ausgefransten, fleischigen, zerfetzten Wundrändern – am besten macht man hier Waschungen. Auch bei rissigen Händen und aufgesprungenen Lippen ist sie das Mittel der Wahl. Ein Tee aus den Blütenköpfchen mit einigen Blättern ist sehr stärkend für die Gefäßwände und daher sollte er vorbeugend aber auch bei bereits bestehenden Krampfadern und Besenreißern getrunken werden. Als Auflage oder Salbe macht sich die Ringelblume auch bei Blutergüssen sehr gut. Der Tee wirkt sehr reinigend und gehört daher in jeden Lymph-Tee, man kann sich mit der Salbe auch die Lymphbahnen einschmieren. Ja und zu guter letzt ist die liebe Frau Ringelblume auch noch ein ausgezeichnetes Anti-Krebs-Mittel sowohl vorbeugend als auch unterstützend bei der Krebsbehandlung und Chemo.

Ich wünsche euch wundervolle Sommernachtsträume!

 

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