Facebook

Hier darfst du dich auf Neuigkeiten, Rezepte und Tipps freuen.

Tag Archives: Ringelblume

Warum es ein Glück ist, Pech zu haben und was die gute Haut gerne hat
20 Jul

In der Kürze liegt die Würze

Heute ein etwas kürzerer Kräuterbrief – ich bereite mich für die Genußwandernacht vor. Dort darf ich an einem Stand ein paar ausgewählte Kräuter erklären und auch einige meiner Kräuterschätze verkaufen. Es wäre schön, wenn wir uns dort sehen 🙂 Freitag, 21.7. um 19.30, Neustift im Stubaital, kurz vor dem Grawa-Wasserfall.

 

Die zweite Jahreshälfte

Vermutlich ist es euch schon aufgefallen, trotz der heißen Tage und der unbeschreiblichen Fülle im Garten und in der Natur, hat der Jahreslauf seinen Höhepunkt überschritten. Eine gewisse Sattheit und Zufriedenheit erfüllt uns, ja fast schon träge sind wir. Wie im Traum – im Sommernachtstraum. Die Abende sind immer noch lau, aber eine Ahnung von der Herbstkühle streicht schon über unsere Haut. Es wird auch schon merklich früher dunkel. Die Äpfel bekommen schön langsam ihre roten Bäckchen, das Johanniskraut und der Lavendel sind schon fast verblüht. So ist es im Leben – mitten in der Fülle dreht sich das Rad weiter bis zum Absterben um im nächsten Zyklus wieder heran zu wachsen, zu reifen.

Die gute Haut

In letzter Zeit werde ich immer häufiger gefragt, welche Kräutlein es gibt, wenn die Haut Probleme hat, ihre Aufgabe zu erfüllen. Auffällig ist, dass es schon ganz kleinen Kindern anfängt. Dabei sind die Beschwerden ganz unterschiedlich. Mal ist die Haut trocken, sie schuppt oder sie juckt. Mal erscheinen Pusteln, Bläschen oder man leidet gar unter Schuppenflechte oder Neurodermitis. Bei manchen ist der Leidensweg schon sehr lang und geht über viele Stationen wie Cortisonbehandlungen, Antibiotika, ja bei vielen ist es in eine – oder mehrere -handfeste Allergien umgeschlagen.

Sicher bietet die Pflanzenwelt gute Möglichkeiten oft Abhilfe zu schaffen. Ich denke hier an Kräuter wie Stiefmütterchen oder Vogelmiere. Man macht sich einen guten Hauttee oder setzt sich Tinkturen aus ihnen an. Aber auch viele Samen-Öle unterstützen von innen heraus die Haut bei ihrer wichtigen Tätigkeit. So gibt es bereits Kapseln mit Nachtkerzen-, Borretsch- und Johannisbeersamenöl. Diese Öle eignen sich auch sehr gut als Wirkstoffphasen in Salben und Cremen. Besonders angegriffene Haut freut sich über Sanddorn- oder Wildrosenöl. Gut hautverträgliche Salben oder Cremen mit Mandel- oder Jojobaöl mit Shea- oder Kakaobutter sind eine weitere Möglichkeit unsere Haut zu verwöhnen.

Für Erwachsene sind eine gute Leberreinigung und ein systematischer Aufbau des Immunsystems inklusive Darmsanierung ebenfalls Schritte in die richtige Richtung. Auch sollte mit Seife sehr sparsam umgegangen werden – speziell im Gesicht ist Seife nicht nötig, außer man ist wirklich schmutzig. Reines Wasser ist oft ausreichend und es belässt den natürlichen Säureschutzmantel auf der Haut.
Aber gerade beim Thema Haut spielt die Psyche so eine große Rolle – und es ist so ein Tabuthema! Die Haut grenzt uns von der Aussenwelt ab. Sie ist die Hülle vom Mikrokosmos „ICH“. Ist diese Hülle nicht intakt oder zeigt sie auf verschiedene Weisen Störungen, sollte ich mir überlegen: was möchte ich nicht (mehr) anfassen? Wie kann ich meine Grenzen besser wahrnehmen? Womit möchte ich nicht (mehr) in Berührung kommen? Was wird mir aufgedrängt, wogegen ich mich nicht wehren kann? Was kann ich an dieser Situation ändern?

Oft ist es eine kleine Änderung, es braucht nicht viel um eine bemerkenswerte Erleichterung zu erfahren. Begleitend mit unseren Pflanzenhelfern kann das Leben dann auch wieder l(i)ebenswert werden. Speziell bei Kindern stehen die Chancen noch recht gut, Hautprobleme wieder in den Griff zu bekommen – ihr Immunsystem ist im Aufbau und sehr aktiv.

 

Wer mir begegnet

Zum Glück haben wir Pech

Gestern beim Salbenrührworkshop haben wir eine wunderbare Pechsalbe hergestellt. Pech oder eben Harz von unseren Nadelbäumen hat eine uralte Heiltradition im Alpenraum, aber auch im hohen Norden. Früher nannte man es Lörget heute bekommt man zum Beispiel Fichtenharz in der Apotheke unter der bezeichnung „Burgunderharz“. Die Wirksamkeit dieses Baumgoldes wurde vor einigen Jahren sogar in einer finnischen Studie bestätigt. Aber unsere Vorfahren brauchten keine Studien – sie haben die Natur beobachtet und einfach nach gemacht. Sie sahen, dass die Bäume, wenn sie verletzt sind, klebriges Pech über die Verletzung fließen lassen. Die Verletzung wurde also mit dem Pech eingehüllt und unter der Pechhülle konnte in Ruhe neue Rinde nach wachsen. Besonders die Holzfäller machten sich diese Beobachtungen zu eigen und strichen sich Pech auf Wunden. Heute macht man Salbe daraus. Diese Lärchen- oder Fichtenpechsalbe ist eine vorzügliche Zug- und Heilsalbe. Sie wirkt antibakteriell, antiviral und ist pilzhemmend. So findet sie ein wirklich weites Betätigungsfeld. Sie kann bei Schiefern (Holzsplitter), eitrigen Geschwüren, Pickeln, Wunden, Narben, eingewachsenen Nägeln, Fieberblasen und Haut- oder Nagelpilz eingesetzt werden. Die ätherischen Öle helfen auch bei tiefen, festsitzenden Husten – so können sich Erwachsene Pechsalbe auf die Brust schmieren um das Abhusten zu erleichtern. Für Kinder unter 6 Jahren ist diese Methode nicht so gut geeignet, weil es eine wirklich starke Zugsalbe ist.

Jetzt ist eigentlich die beste Zeit, das Pech zu sammeln. Die Bäume stehen im Saft und das Harz lässt sich gut lösen. Sammle nicht das ganz frische, flüssige Pech – das Brauchen die Bäume. Nimm etwas älteres, das schon mittelhart geworden ist. Nimm nur soviel, wie du benötigst – es sind meist sehr kleine Mengen und achte darauf, den Baum nicht zusätzlich zu verletzen. Wenn du irgendwo ein Sägewerk in der Nähe hast, dann kannst du dort bei den frisch geschnittenen Bäumen das Pech sammeln, es eignet sich genau so gut. Dabei ist es im Grunde egal, ob es von Fichten, Lärchen, Tannen, Föhren, Zedern, Zirben usw. stammt. Im Grunde ist die Wirkung sehr ähnlich. Fichten- und Lärchenpech ist halt das bekannteste und es ist am leichtesten zu sammeln, da es meist in entsprechenden Mengen verfügbar ist.

Ringelblume – Arnika des Gartens

Sie leuchtet gerade so schön vom Garten herauf. Ein paar Pflänzchen blühen schon und viele werden noch ihre wunderschönen, orangen oder gelben Köpfchen der Sonne entgegen recken – bis in den November hinein schenken sie uns ihr Strahlen. Wir kennen sie als ausgezeichnete Pflanze für unsere Haut, hauptsächlich verwenden wir sie als Creme oder Salbe. Aber dieses wundersame Pflanzenwesen kann ja noch so viel mehr!
Es stimmt schon, sie hilft hervorragend bei Wunden, speziell bei solchen mit ausgefransten, fleischigen, zerfetzten Wundrändern – am besten macht man hier Waschungen. Auch bei rissigen Händen und aufgesprungenen Lippen ist sie das Mittel der Wahl. Ein Tee aus den Blütenköpfchen mit einigen Blättern ist sehr stärkend für die Gefäßwände und daher sollte er vorbeugend aber auch bei bereits bestehenden Krampfadern und Besenreißern getrunken werden. Als Auflage oder Salbe macht sich die Ringelblume auch bei Blutergüssen sehr gut. Der Tee wirkt sehr reinigend und gehört daher in jeden Lymph-Tee, man kann sich mit der Salbe auch die Lymphbahnen einschmieren. Ja und zu guter letzt ist die liebe Frau Ringelblume auch noch ein ausgezeichnetes Anti-Krebs-Mittel sowohl vorbeugend als auch unterstützend bei der Krebsbehandlung und Chemo.

Ich wünsche euch wundervolle Sommernachtsträume!

 

Willst du auf dem Laufenden bleiben und keine Neuigkeiten (das sind meine „Kräuterbriefe“) mehr verpassen? Melde dich doch beim Newsletter an! Ich freu mich 🙂

weiter lesen

Kräuterallerlei im Garten
07 Jul

Jetzt habe ich mich – zumindest in den Kräuterbriefen – der einen Seite meines Kräutergärtleins gewidmet und es wird Zeit, dass wir den Blick auf die andere Seite werfen. Auch hier tut sich einiges, du meine Güte. Es scheint, als ob das die „Haut-Seite“ wäre. Wer sich hier so aller tummelt: Die Damen Stiefmütterchen und Vogelmiere kamen von selbst – was mich besonders freut, denn das Ackerstiefmütterchen findet man bei uns leider nur noch sehr selten. Frau Ringelblume versucht beharrlich ihren Platz gegen das überall wuchernde Johanniskraut zu behaupten – ich denke, es wird ihr gelingen. Ja und dann wachsen ganz still und vergnügt die Frau Kamille und das Mutterkraut vor sich hin. Wobei Frau Kamille etwas Unterstützung bräuchte – das Johanniskraut…..

Wen haben wir denn auf dieser Seite noch? Ahja, ein Lavendelstock – von 4 – hat es geschafft, leider haben sich in diesem Jahr zum ersten Mal drei Lavendelstöcke von mir verabschiedet. Was für ein Jammer, ich mag ihren Duft doch so sehr. Natürlich habe ich wieder für Nachschub gesorgt, aber es waren teilweise sehr alte, mir vertraute Pflanzenpersönlichkeiten die gegangen sind. Jedenfalls haben sie Platz für neues geschaffen. Herr Majoran scheint heuer eher zaghaft zu sein, dafür blüht auch auf dieser Seite der Herr Salbei mit seinem hübschen blauen Blüten zwischen all dem weiblichen Gelb. Oh, da haben wir ja auch noch Frau Gartenraute – ein bisschen stolz bin ich schon, dass sie sich bei mir so wohl fühlt – auch wenn sie leicht giftig ist, mag ich mir ab und zu ein Blättchen unter die Zunge legen, das stärkt die Gebärmutter und das ganze Drumherum. Und weil wir gerade dabei sind: Das Liebstöckel konnt ich bereits zweimal ernten, es wächst und wächst und wächst. Jaja: „Für’s Dirndl das Liebstöckel und für’n Buam der Sellerie“ oder „Liebstöckel macht den Stöckel lieb“ – die alten Sprichwörter deuten es ja schon ganz dezent an – Liebstöckel ist ein Aphrodisiakum, es regt also den Trieb an – speziell bei Frauen.

Herr Waldmeister schaut auch zufrieden aus auf seinem Platz, neben dem Gartenzwerg – was die sich wohl zu erzählen haben? Ich habe eine Hopfenpflanze neben die beiden hin gesetzt, bis jetzt lässt sich ihre so sprichwörtliche Wuchsfreude aber sehr bitten. Vielleicht helfen die Flachsfäden als Rankhilfen, am End ist es doch zu wenig Sonne am Lärchenstamm. Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt. 

Ein kurzer Abstecher zur Hollerin….

Seit Montag schweift mein Blick wieder vermehrt zur Frau Hollerin. Das Lieblingskaninchen meines Sohnes ist gestorben und wir haben es dort begraben – wie ich finde, ein sehr passender Platz. Der Holunder ist ja ein Schwellenbaum und zieht Seelen und Krankheiten in die Anderswelt – ins Reich der Holle. Aber eigentlich wollte ich mir gerade DIESES Thema auf den November aufsparen. Ausserdem hatten wir den Holler im Juni schon einige Male in den Kräuterbriefen. Also habe ich mich entschieden, dieses Mal etwas näher auf die Damen Mutterkraut und Kamille ein zu gehen. 

….ein etwas längerer zu den Damen Mutterkraut und Kamille

Kennt ihr Mutterkraut? Also Kamille kennt wohl jeder. Wie gesagt – beide wachsen in gemütlicher Eintracht nebeneinander in meinem Garten. Ja natürlich kennt ihr die Kamille, meine Oma zum Beispiel hat mir schlichtweg für oder gegen alles Kamillentee gegeben. Seitdem mag ich diesen Tee nicht mehr. Aber ich rieche sie so gerne, Mutter Kamille. Sie sehen sich ja sehr ähnlich, die beiden Hübschen, sie haben einige ähnliche Wirkungen, aber eben auch unterschiedliche und wir sollten beide wieder häufiger verwenden.

Das Mutterkraut ist quasi die Vorgängerin der Kamille, die Kamille hat das Mutterkraut abgelöst, weil es etwas eigen riecht. Das echte Mutterkraut hat kein gefülltes Köpfchen und sieht der Kamille ähnlich. Bis zum Mittelalter war es eine Frauen- oder Mutter-und-Kindpflanze, so wie die Kamille heute. Sie wirkt sehr gut krampflösend und hilft allgemein bei Krämpfen und speziell bei krampfhaften Frauenleiden. Aus ihr kann man eine ausgezeichnete krampflösende Bauchweh-Salbe machen, die auch für Babies geeignet ist. Auch ist sie eine hervorragende Helferin gegen Kopfweh. Wenn man am Beginn einer Migräne sofort 1-2 Blütenblätter kaut und unter die Zunge legt, dann hilft es. Auch eine Tinktur würde helfen, jedoch ein bisschen schwächer. 

Frau Kamille erkennt man einfach an ihrem so typischen Geruch. Es gibt ja mehrere Kamillen – die strahlenlose ist zum Beispiel die, die man oft am Wegesrand findet, sie hat keine Weißen Zungenblüten, deshalb heisst sie Strahlenlose Kamille. Sie wirkt auch, aber viel weniger als die echte Kamille. Dann gibt es noch Hundskamille und so weiter. Aber die echte erkennt man daran, dass ihr Blütenköpfchen hohl ist, wenn man es der Länge nach durch schneidet. Dieser Hohlraum erinnert an die Gebärmutter und für unsere Ahnen war dies ein sicheres Zeichen – eine Signatur – dass diese Pflanze bei „Frauensachen“ half. Ja und sie ist auch eine typische Gebärmutter-, Mutter-Kind- und Geburtspflanze,  die bei Frauenleiden, als Geburtshilfe, Sterilität und Krämpfen Verwendung findet. Aber auch bei Durchfall, Erkältung, Grippe, Gelenksrheuma und Magenreizung, Geschwüren, Venen, Krampfadern und Diabetes kann sie eingesetzt werden. Sie ist extrem entzündungshemmend, weil sie hoch antibiotisch wirkt und stark krampflösend. Aber Achtung: sie wirkt stark austrocknend, besonders auf unsere Schleimhäute, deshalb rate ich davon ab, sie etwa bei Augenentzündungen zu verwenden – hier wirkt Augentrost oder Fenchel besser. In Teemischungen ist sie unbedenklich auch über einen längeren Zeitraum, aber als Einzeltee ist es wirklich ein Heiltee und darf nicht länger als 2-3 Wochen ohne Pause getrunken werden. 

Mutterkraut – Bauchwehsalbe

Das blühende Kraut in Sheabutter, Butter oder Kokosöl ca. 1 Stunde köcheln lassen, abseihen und diese Salbe dann rund um den Nabel bzw. auf den Unterleib schmieren. Hilft den Babies bei Bauchkrämpfen und uns Frauen bei Regelkrämpfen.

Was gibt es sonst noch?

Morgen habe ich die erste Kräuterwanderung in meinem Kräutergarten-Durcheinander! Ich bin ja gespannt, meistens denken die Leute ja, dass es in den Kräuterfrauen-Gärten immer sehr geordnet und geregelt zu geht. Also bei mir ist das nicht so. Neben den angepflanzten Kräutlein dürfen hier Giersch, Löwenzahn, Brennnessel, Vogelmiere und allerlei anderes wildes Gewächs herumwuchern. Lediglich Herrn Borretsch habe ich heute wirklich Einhalt gebieten müssen. Aber sonst – alles total entspannt. 

Heute hatte ich schlimmes Kopfweh – nachdem nichtmal Mädesüssknospen geholfen haben, legte ich mir Mutterkrautblättchen unter die Zunge. Es ist wirklich besser geworden – was für eine Erleichterung – und so einfach!

Bei uns haben heute die Ferien begonnen – wir freuen uns auf einen schönen Sommer. Mein Sohn möchte bei allen Workshops und Seminaren helfen – ich bin gespannt, bei wie vielen er dann wirklich dabei sein wird. Jedenfalls bin ich glücklich, dass er sich so für die Kräuter interessiert, wie seine Mama. 

weiter lesen