Facebook

Hier darfst du dich auf Neuigkeiten, Rezepte und Tipps freuen.

Tag Archives: Tag-und-Nacht-Gleiche

Mabon – der Wendepunkt im Herbst
21 Sep

Jetzt fängt der Herbst an. Mir kommt vor, als ob Mutter Natur dieses Jahr gleich nahtlos vom Sommer in den Winter übergeht. Wenn ich hinausschaue, dann sieht es aus wie im November. Nebelig, regnerisch und kalt ist es auch noch – lediglich die Wiesen sind noch grün. Wir haben also doch erst September. Es scheint zu stimmen:

„Wie das Wetter an Ägidius (1. September), so es vier Wochen bleiben muss.“

Der Altweibersommer muss offenbar bis Oktober warten – auch gut, so haben wir´s zum Wurzelgraben fein!

Der offizielle Herbstbeginn also – je nach Stand der Erde zur Sonne – zwischen dem 21. und dem 23. September. Auch wenn es sich nicht so anfühlt, der Tag ist nun gleich lang wie die Nacht (Äquinoctium = äqui (lat. gleich) noctum (lat. Nacht). Aber nur an diesem Tag, denn ab nun werden die Nächte wieder merklich länger als die Tage. Die dunkle Zeit beginnt, wie schön! Nach dem regen Treiben im Frühling und im Sommer, sehnt sich die Seele nach Erholung. Wir sollten ihr das gönnen und lange Spaziergänge machen, am Abend gemütlich beisammen sitzen bei einem Glas Wein und ein paar schönen Geschichten. Das tut uns gut!

Was sich im Garten so tut

Im Garten habe ich die letzten Blüten für den Kurs gestern Abend gepflückt. Viele sind es nicht mehr gewesen, ausserdem waren sie ziemlich nass. Aber für die geplante Verwendung war das in Ordnung. In den nächsten Tagen werde ich noch die riesigen Blätter von Herrn Alant zurückschneiden und auch für die anderen Stauden ist es an der Zeit. Aber wie ich gerade ein paar fürwitzige Borretschblüten pflücken will, summen doch glatt noch ein paar übereifrige Bienen darauf herum. Dann tut´s mir doch wieder leid, ihnen diese Mahlzeit weg zu nehmen. Ein Dilemma…sollten die nicht langsam schlafen gehen? Jedenfalls werde ich in den nächsten paar Monaten nicht mehr viel Neues aus meinem Garten berichten können. Er begibt sich auf den Weg zur Ruhe. Nach der letzten Ernte werden alle Gartengeräte gereinigt und in den Schuppen geräumt – bis zum nächsten Frühjahr. Es ist Zeit zum Feiern!

Michaeli, Erntedank, Törggelen

Die Tag-und-Nacht-Gleiche kann auf besondere Art und Weise gefeiert werden. Er ist der Beginn eines bunten Reigens von Festen wie Kirchtage und Märkte. Ursprünglich war es auch ein Opfer- und Schlachtfest, an welchem das Licht der Dunkelheit übergeben wurde. Das Jahr – nun zur reifen Frau geworden, wandelt sich erneut hin zur alten Weisen. Sie erntet und tötet mit stoischer Gelassenheit, mit dem Wissen, dass das neue Leben wieder kommen wird und dass es ohne Sterben kein neues Leben geben würde. Auch unsere Ahnen wussten das und so feierten sie und waren dankbar für diesen Kreislauf.
Wir feiern auch! Mein Sohn fragt schon seit 2 Wochen, wann denn endlich Michaeli-Markt ist. Das ist immer ein Fixpunkt, da kommt fast das ganze Dorf zusammen. Besonders die Kinder, weil es da immer Zuckerwatte und Spielzeug gibt. Früher hat man zu St. Michael auch den Dienstgeber gewechselt – genau so wie zu Lichtmess. Es war Zahl- und Zinstag und immer schon hat sich die Bevölkerung zu Tanz und Belustigung an diesem Tag getroffen. Ab diesem Zeitpunkt hat auch niemand mehr etwas auf der Alm verloren – ab Ende September gehört die Alm wieder dem Kasermandl.
Erntedank wird auch bei uns mit Kornkrone und oft auch noch mit einem letzten Umgang oder auch Prozession (früher um die Felder, heute durch das Dorf) gefeiert.
Und am Abend sitzt man mit der Familie und Freunden beim sogenannten „Törggelen“ zusammen und isst traditionell Weinnudeln und Kastanien, lacht, scherzt und erzählt sich die abenteuerlichsten Schauergeschichten, die wundersamsten Begebenheiten, überlieferte Schwänke und manchmal ist auch ein Märchen oder eine Sage dabei.

 

Was gibt´s sonst noch?

Letzten Samstag fand bei uns – bei strömenden Regen – der Almatrieb statt. Trotz des Wetters spürte man, wie froh die Tiere waren, wieder im Tal zu sein und wieder in den warmen Stall zu kommen. Kein Wunder – hat es doch weit herunter geschneit. Aber es war ein guter Sommer und alle Tiere waren schön geschmückt, am schönsten natürlich die Leit- oder Kranzkuh.

Gestern fing  der Ausbildungslehrgang an der Volkshochschule an. Es ist eine feine Runde und ich freue mich auf die noch verbleibenden 9 Wochen. Es gibt viel zu lernen und zu sehen, wie die Menschen wieder mehr über das alte Wissen und die überlieferten Methoden erfahren möchten, erfreut mein Herz. Es macht mich glücklich, dass gerade ich ihnen das vermitteln darf.

Neulich habe ich Holunderbeeren mit dem Dampfentsafter entsaftet und ganze 9 Liter (!) gewonnen. Es war eine Heidenarbeit die Beeren von den Stielen zu zupfen, aber es macht auch Spaß und nun habe ich eine Riesenfreude, weil es am Ende so viel Saft abgegeben hat. Aus einen Teil habe ich Sirup gemacht und aus einem kleineren Teil einen köstlichen Likör. Beide schmecken himmlisch und sind richtig gesund.

Vor ein paar Tagen habe ich auch Vogelbeeren gesammelt. NEIN, sie sind nicht giftig! Im Gegenteil: sie haben 6x mehr Vitamin C als Zitronen und heißen mancherorts auch „Zitronen des Nordens“. Dass man als Kind schon eingebleut bekommt, dass die Vogelbeeren giftig seien kommt daher, dass man Durchfall bekommen kann, wenn man zuviel von ihnen isst. Aber das ist im rohen Zustand kaum möglich, da sie so dermaßen bitter und sauer schmecken, dass man höchstens 3-4 essen kann. Ich mache aus dem gesunden Wildobst immer ein Gelee.

Rezepte und Tipps gibt es wie immer im Newsletter!

Willst du nie wieder Tipps, Rezepte und Interessantes über Wild- und Gartenkräuter verpassen? Neuigkeiten, Termine und Themen von Workshops, Seminaren, Kräuterwanderungen und Vorträgen stets als erste erfahren? Melde dich doch für die Kräuterbriefe (Newsletter) auf meiner Homepage an!

weiter lesen