Facebook

Hier darfst du dich auf Neuigkeiten, Rezepte und Tipps freuen.

Tag Archives: Vorrat

Frauendreißiger
16 Aug

Alles Kräuter!

Endspurt – jetzt haben wir noch einen guten Monat, um uns mit Kräutern bis zum nächsten Frühjahr ein zu decken! Das klingt jetzt nach gewaltig viel Arbeit – ist es aber nicht! So viel braucht man ja nicht, und einiges  hängt ja schon im Haus herum zum Trocknen. Oder es dümpelt in Alkohol oder Öl und wartet auf seinen Einsatz. Bis zu dreimal stärker soll die Heilkraft der nun gesammelten Kräuter sein! Aber trotzdem sollte man seine Schätze einmal sichten und mit ein bisschen System vorgehen: habe ich was für Erkältung? Hier wären Hollerblüten, Lindenblüten, Quendel oder Thymian angesagt. Hast du die Zeit der Blüten versäumt? Entspann dich! Quendel oder Thymian kannst du immer noch ernten und dann sind ja noch die Wurzeln. Ab Ende September bis Ende Oktober kannst du zum Beispiel die Engelwurz graben. Eine wundervolle, lichtbringende Pflanze, die sich hervorragend für Erkältungen eignet.

Thymian und Quendel sind übrigens ebenso hervorragende Hustenmittel wie Königskerzenblüten oder Frau Malve. Auch Spitzwegerich kannst du für diese Zwecke wieder ernten.

Für Halsweh kann man Salbeiblätter pflücken bis der Schnee kommt. Oder man gräbt dann ebenfalls eine Wurzel – zum Beispiel die der Bibernelle. Ihr kennt doch den Spruch: „Essts Kranewitt (Wacholder) und Bibernell, packt enk der Diesl (Krankheit, Seuche) nit so schnell. Hängsch donn no den Alant dron, kimmsch am End gor davon.“ (Esst Wacholder und Bibernelle, dann packt euch die Krankheit nicht so schnell. Hängst du dann noch den Alant dran, kommst du am Ende gar davon). Dieser Spruch ist aus Pestzeiten, den – je nach Region – Zwerge, Waldmännlein oder andere Naturgeister den Menschen geflüstert haben. Frau Bibernelle und Herr Wacholder helfen wunderbar bei allen „fliegenden“ also ansteckenden Krankheiten.

Von folgenden Kräutern solltest du ebenfalls einen kleinen Vorrat anlegen bzw. angelegt haben: Goldrute für Schmerzen und Blasenentzündungen, hier hilft auch die Bärentraube oder die Preiselbeere – man nimmt die Blätter und die Beeren. Bei der Goldrute ist es ratsam, eine Tinktur an zu setzen, sie samt leicht aus und verliert ausserdem nach wenigen Monaten bereits ihre Wirksamkeit.

Frauenmantel für allerlei Frauenleiden gehört sowieso immer in die Hausapotheke. Ebenso wie die Schafgarbe – sie hilft der Frau, dem Magen und der Leber. Getrocknete Schwarzbeeren (Heidelbeeren, Moschberen) oder auch eine Blutwurz- oder Gänsefingerkrauttinktur helfen hervorragend bei Durchfall.

Hat man zusätzlich Ackerschachtelhalm, Kamille, Ringelblume, Johanniskraut und noch etwas Pfefferminze daheim, dann kommt man gut über den Winter. Du kannst dich zurücklehnen und völlig entspannt noch ein paar Herbstgeschenke sammeln – quasi als Tüpfelchen auf dem i.

Im Garten

15 kg Kartoffeln haben wir letzte Woche geerntet! Ich freu mich so – sie schmecken einfach köstlich. Die Zwiebel sind auch schon schön rund, aber es ist noch zu früh, sie heraus zu holen. Eigentlich könnte man sie bis Oktober in der Erde lassen. Jetzt habe ich noch etwas Chinakohl gepflanzt. Ich bin ja gespannt, ob das noch was wird – wir haben immerhin schon Mitte August. Ich merke deutlich, um wieviel langsamer die zweite Pflanzung wächst. Aber das ist halt so – die Natur ist jetzt nicht mehr so auf Wachstum gestimmt. Es geht ums Ernten und ja, auch um den langsamen Rückzug. Bald wird es ruhig und die Pflanzenwesen bereiten sich auf den Winter vor. Eigenartig. Draußen hat es um die 30 Grad und ich schreibe vom Winter – aber es ist nun einmal so. Die Sonne scheint bei uns schon um eine Stunde weniger lang, die Marillen haben wir geerntet, bald kommen die Äpfelchen dran und die Pflaumen. Die Mohnkapseln waren eben noch ganz prall und grünlich grau, langsam werden sie bräunlich und die kleinen Löchlein öffnen sich, um den Samen für nächstes Jahr aus zu streuen. Aber ich werde heuer schneller sein – einige Mohnpflanzen sind wunderschön, aber so viele brauche ich dann doch nicht. Das gibt im Herbst einen köstlichen Mohnstrudel!

Geht es euch auch so? Irgendwie mag ich gar nicht ernten gehen – alles blüht so schön und sieht so üppig aus. Gerade jetzt sind die Kräuterhelfer aber am wirksamsten. Ich werde halt vereinzelt heraus schneiden, was ich brauche. Es nützt nix, sie wollen uns helfen und wir brauchen sie. Auch das gehört dazu: einen klaren Schnitt zu setzen und – bei aller Weichheit und Sanftheit – bestimmt zu sein. Zögere nicht.

Die Wilden

Jetzt ist es auch an der Zeit, sich dem Wermut, dem Beifuß und dem Rainfarn zu widmen. Auch der Wilde Majoran blüht noch. Goldruten und wenn man noch braucht, kann auch die Braunelle noch geerntet werden. Langsam sollte man sich überlegen, welches Wildobst man sammeln möchte. Bald sind die Berberitzen (auch Sauerdorn), Weißdorn und Holunder reif. Die Schlehe braucht noch eine Weile – man sollte sie ja mindestens einmal frieren lassen. Wobei, wenn du das beherzigst, bekommst du in 10 Jahren keine anständige Menge Schlehen zusammen! Die wilden Tiere lieben diese köstlichen Vitaminspender viel zu sehr. Deshalb kannst du sie auch schon vor dem ersten Frost sammeln und sie einfach in die Tiefkühltruhe geben. Am Besten du lässt sie 2-3 Monate (!) dort. Sie schmecken dann einfach umwerfend.

Ich wünsche euch eine Zeit der Fülle!

 

Willst du nie wieder Tipps, Rezepte und Interessantes über Wild- und Gartenkräuter verpassen? Neuigkeiten, Termine und Themen von Workshops, Seminaren, Kräuterwanderungen und Vorträgen stets als erste erfahren? Melde dich doch für die Kräuterbriefe (Newsletter) auf meiner Homepage an! 

weiter lesen