Facebook

Hier darfst du dich auf Neuigkeiten, Rezepte und Tipps freuen.

Über Neubeginn, Asche und Knospen
24 Feb

Neubeginn? JETZT!

Der Feber ist ja DER perfekte Monat für einen Neubeginn jeder Art. Nicht nur das stärker werdende Licht, auch die Luft und die ganze Stimmung regt zum Aufbruch an. Ja, Aufbruch – die winzigen Keime machen sich auf dem Weg um die Erde auf zu brechen. Auch wir dürfen jetzt das Alte, Schwere und Düstere des Winters hinter uns lassen und aufbrechen. Die Nase in die herrlich nach Erde und Wasser riechende Luft gestreckt und mit einem Lächeln im Gesicht machen wir uns auf den Weg um Neues zu entdecken und Vorhaben, die wir den Winter über ausgebrütet haben, können jetzt umgesetzt werden. Aber alles Neue braucht einen reichhaltigen Boden um gut gedeihen zu können. Was eignet sich besser dafür als die Asche von Altem und Vergangenem? Wir können aufbauen, auf den Erfahrungen der Vergangenheit. Nur so wachsen und reifen wir, wer nicht aus dem Vergangenen lernt und aus der Fülle des Wissens schöpft, wird irre gehn und verkümmern. So zeigt es uns die Natur vor – aus den abgestorbenen Pflanzen, dem im Herbst gefallenen Laub oder abgestorbenen Holz wächst neues, frisches Leben. Samen, die auf ungeeigneten Boden fallen, verkümmern. 

Was im Garten so los ist

Langsam, ganz langsam wird es Zeit für die Knospen. In letzter Zeit erfahren diese kleinen Wunderwerke der Natur ja wieder einen wahren Boom. Wieso gerade jetzt? Ist es nur wieder ein neu entdecktes Gebiet der Marketingleute im Bereich der Pflanzenheilkunde? Nein! Überhaupt nicht – im Gegenteil: die Knospenheilkunde gibt es eigentlich schon immer. Sie ist nur aus dem Bewusstsein der breiten Bevölkerung verschwunden, wie so vieles. Aber das Wissen um die Heilkräfte der kleinen Wunderdinger bahnt sich wieder seinen Weg. Das ist gut so, denn kaum ein anderer Pflanzenteil verfügt über derart viel Kraft und Wirkung wie die Knospen – und das mit relativ wenig Substanz. Für eine wirkungsvolle Zubereitung braucht man wirklich Mini-Mengen.  

Früher war ja alles viel weniger aufwändig. Weder bereitete man sich Tee, Tinkturen oder andere Auszüge zu. Man ging einfach hin, sammelte ein paar Knospen, Blätter, Wurzeln oder was man halt brauchte und aß es gleich an Ort und Stelle. Oder man gab das gesammelte Pflanzengut ins tägliche Essen – Nahrung war immer zugleich auch Heilmittel. Mit der Zeit wurde diese unglaublich effiziente und praktische Methode der Gesunderhaltung verdrängt. Von Nahrungsergänzungsmitteln wie künstlichen Vitaminen, Spurenelementen usw. und ja leider auch von Medikamenten, die teilweise eingenommen werden, wie das tägliche Brot. 

Wieso sind Knospen so wirkungsvoll?

Das liegt daran, dass sie im Grunde genommen das Embryonalgewebe der Pflanzen sind. In jeder Knospe ist das gesamte Genmaterial der Pflanze angelegt und aus ihr kann alles werden – entweder Blatt oder Blüte und Frucht. Diese Eigenschaft macht sie so wertvoll, denn die Inhaltstoffe sind nicht nur für den Baum oder Strauch vielseitig einsetzbar, sondern finden auch für unseren Organismus eine vielfältige Verwendung. Das Ganze ist sehr spannend, denn teilweise sind die Einsatzgebiete zwar identisch mit herkömmlichen Auszügen aus den Pflanzen (Blättern, Blüten, Rinde usw.)wie Tee oder Tinktur, aber halt nicht immer. Oft schlummern unerwartete Fähigkeiten in den kleinen Powerpaketen. In den nächsten Kräuterbriefen werde ich einige der gängigsten Bäume und Sträucher in unseren Gegenden beschreiben und versuchen, auf die bekannten Wirkweisen und auch auf die Wirkungen hinsichtlich der Knospen ein zu gehen. Die beste Zeit um Knospen zu sammeln ist im März und April – je nach Höhenlage und Klima. 

Die Grauerle – ein wahrer Frauenbaum!

Die Grau- oder Weißerle wächst bei uns in Auengebieten und an Bachläufen. Sie ist ziemlich weit verbreitet und kommt in Höhenlagen zwischen 600 m und ca. 1200 m vor. Sie ist nicht zu verwechseln mit ihren Schwestern der Schwarzerle, die ihr bevorzugtes Revier an niedriger gelegenen Auen- und Flusslandschaften wie Inn, Salzach oder Donau hat. Sie wächst bis maximal 600 m – 700 m Seehöhe. Die dritte im Bunde ist die Grünerle – sie ist eine wahre Kämpferin, sie liebt das Hochgebirge und die Tundren unserer Welt. Ab 1200 m fühlt sie sich wohl. Oft trifft man sie im sogenannten Krummholzgürtel gemeinsam mit ihren Freundinnen Latsche und Birke an. 

Aber heute widmen wir uns eben der Grauerle. Sie hat einen großen Bezug zum Wasser und nasse Füße zu haben, macht ihr nichts aus – Staunässe aber mag sie nicht. Von ihr können wir Rinde und Blätter sammeln und als Tee oder Tinktur zu uns nehmen. Sie wirkt Fieber- und Entzündungshemmend und ist sowohl bei rheumatischen Beschwerden als auch bei fiebrigen Erkrankungen gut einsetzbar. Ihr Holz ist sehr beständig, aus ihm wurden früher Schuhe gemacht und die Lagunenstadt Venedig ist auf Erlenholz gebaut. 

Ein Auszug aus den Knospen von Frau Erle stärkt und reguliert das Gewebe der weiblichen Genitalien, der Gebärmutter und der Eierstöcke. Die Erlenknospe wirkt sehr stark auf Gewebeneubildungen und Abkapselungstendenzen ein – dies im ganzen Körper und besonders auch bei Verhärtungen der weiblichen Brust. Sie verbessert das Herz-Kreislauf-System, stärkt die Gefäßwende und wirkt blutverdünnend. 

Ein Baum – zwei Gesichter! Ich finde das sehr spannend – wem das noch so geht kann sich gerne zu einem meiner Knospen-Workshops anmelden und mehr über die Möglichkeiten und Geheimnisse der Baumknospen erfahren:

Samstag, 3. März, 14.00 Uhr im Raum Wattens (Tiroler Unterland)

Samstag, 17. März, 14.00 Uhr Neustift im Stubaital

Montag, 26. März, 19.00 Uhr Hall (Anmeldung Verein der Obst- und Gartenbauvereine Tirols)

Donnerstag, 5. April, 18.30 Uhr Schönberg im Stubaital (Anmeldung Erwachsenenschule)

Ich freu mich schon!

Willst du nie wieder Tipps, Rezepte und Interessantes über Wild- und Gartenkräuter verpassen? Neuigkeiten, Termine und Themen von Workshops, Seminaren, Kräuterwanderungen und Vorträgen stets als erste erfahren? Melde dich doch für die Kräuterbriefe (Newsletter) auf meiner Homepage an! 


Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.