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von Hasen, Eiern, Wasser und Feuer
27 Mrz

Mir kommt es so vor, als wäre erst letzte Woche Lichtmess gewesen. Euch auch? Und nun ist schon Ostern! Je nach Sonnenstand, also zwischen 21. und 23. März, übergibt der Winter seine Herrschaft an den Frühling. Dieses Jahr ist Frau Holle wirklich hartnäckig, die junge Frühlingsgöttin hat kein leichtes Spiel. Aber genau darum geht es jetzt: spielerisch zu sein. Sich nicht zu ärgern und mit heiterer Gelassenheit Wetterkapriolen und Widrigkeiten des Lebens an zu nehmen. Es kommt ja ohnehin wie es kommen muss. Auf den Winter folgt der Frühling und das schon seit Ewigkeiten – völlig ohne unser Zutun oder gar unter Rücksichtnahme unserer Wünsche und Begierden. Diese Betrachtungsweise des Großen und Ganzen, von Kommen und Gehen, Auf und Ab – es beruhigt ungemein und ist sehr förderlich für unsere Gelassenheit.

Der Hase ist ja jetzt in aller Munde, nicht nur in Form von Schokolade! Wieso ist eigentlich zu Ostern der Hase derjenige, der sich von allen herumfleuchenden und kreuchenden Wildtieren durchgesetzt hat? Zum einen ist er das Totemtier der Frühlingsgöttinnen und zum anderen ist wohl kaum ein anderes Tier so fruchtbar wie der Hase. Und darum geht es im Frühling – einzig und allein um die Fruchtbarkeit, die Fortpflanzung, die Vermehrung. Die gesamte Natur ist eingestimmt auf dieses Mysterium. Früher war es tatsächlich einigermaßen geheimnisvoll, das Entstehen von Leben. Sicher wussten unsere Altvorderen, was man tun musste, damit eine Frau schwanger wurde – wer etwas anderes behauptet, beleidigt unsere Vorfahren. Aber was ganz genau vor sich ging, wie dieser Lebensfunke in den Leib der Frau trat bzw. in das ungeborene Kind, das war sehr geheimnisvoll. Das ist es eigentlich heute noch – niemand kann erklären, wie ein Haufen Zellen zum Leben erweckt wird.

Das Ei hat den selben Hintergrund: es symbolisiert das werdende Leben. Die Eier waren nicht immer so bunt wie heute. Früher wurden sie ausschließlich rot gefärbt. Rot wie das Blut – der Lebenssaft und die Farbe der großen Göttin. Auch das Wasser ist in der Osterzeit besonders. Der Quell des Lebens zu bestimmten Zeiten aus einer Quelle oder Bach geschöpft hat große Kraft. Die Überlieferungen sagen, dass Wasser das am Ostersonntag, vor Sonnenaufgang von einer Jungfrau geschöpft gesund und stark machen solle. Diese Jungfrau darf noch dazu an diesem Morgen mit niemandem gesprochen haben. Jungfrau dürfte hier aber ein dehnbarer Begriff sein und möglicherweise einfach eine junge Frau meinen. Ebenso solle man sich am Karfreitag zwischen 12.00 und 13.00 Uhr die Haare waschen – sie werden nicht grau. So gibt es unzählige Bräuche, Rituale und Überlieferungen für diese Zeit, in jeder Region gibt es andere und jeder einzelne ist besonders und erhaltenswert.

Wer schon mal junge Lämmchen herumhüpfen sah, der weiß, wieso auch sie den Frühling symbolisieren. Nicht das Lamm Gottes, das sich opfert, nein. Die pure Lebensfreude, die sich im übermütigen Springen und Rennen offenbart, ist der wahre Hintergrund. Ja und die Osterfeuer sollen der Sonne auf die Sprünge helfen. Unsere Ahnen wollten so auch noch die letzten Reste des Winters vertreiben und dem Sonnengott ihre Unterstützung versichern.

 

Was im Garten so los ist

Juhuuuuu! Sie haben überlebt!!! Ich hab so eine Freude – der Herr Bergtee und das Fräulein Jiaogulan haben den langen und teilweise sehr kalten Winter überlebt! Sie sind erst seit letztem Jahr in meinem Garten, aber es gefällt ihnen offenbar recht gut zwischen Herrn Salbei und Frau Zitronenmelisse. Auch diese beiden warten schon mit frischen, grünen Spitzen auf wärmere Temperaturen. Der Meister des Waldes streckt ebenso seine Köpfchen aus der herrlich duftenden Erde wie die ersten Krokusse und die Damen Schneeglöckchen haben ihre schönsten Kleidchen angezogen. Wenn man ganz genau hin schaut, dann sieht man wie wunderschön die weißen Blütenköpfchen im Sonnenlicht regenbogenfarben schimmern. Dieses leichte Schimmern kann man übrigens später auch bei den Himmelschlüsseln und anderen Frühlingsblühern beobachten.

 

Welche Kräutlein finde ich schon?

Bei den Knospen herrscht jetzt schon Hochsaison. Für manche ist es bereits zu spät. So hat Frau Hasel ihre weiblichen Blüten schon auf den Ästchen sitzen und Mutter Holunder setzt ebenso ihre Blättchen schon an. Aber bei vielen geht das Sammeln noch sehr gut, lasst euch nicht entmutigen – auch nächstes Jahr gibt es wieder Knospen und was man in diesem Jahr nicht sammeln konnte, geht dann ganz sicher.

Sobald die Schneedecke weg ist, spitzt Herr Löwenzahn schon heraus. Ihn kann man jetzt wunderbar ausstechen und die Wurzeln trocknen und zu Pulver verarbeiten. Und die kleinen Knospen sind wunderbare „Falsche Kapern“. Die hellgrünen Blättchen schmecken herrlich – leicht bitter und so unglaublich frisch. Da kann sich jeder Supermarktsalat in seiner Plastikhülle verkriechen. Herr Spitzwegerich ist auch schon bereit, gemeinsam mit Frau Kresse, Frau Vogelmiere, Frau Gundelrebe, Herrn Löwenzahn, den Damen Gänseblümchen und vielleicht 3-4 Blättchen vom Scharbockskraut ergibt die grüne Schar ein köstliches Stelldichein in der Wildsalatschüssel. Etwas Zitronensaft, Salz und gutes Öl dazu – mehr braucht es nicht. Das regt die Säfte ordentlich an und die Frühjahrsmüdigkeit kann sich woanders ihre Opfer suchen.

 

Die Schwarze Johannisbeere – Allergien können warten

Die Schwarze Johannisbeere ist ein echter Wunder-Wuzzi für unser Immunsystem. Nicht nur die Knospen sind wahre Meister wenn es darum geht, Allergien zu lindern, auch die Blätter und die Beeren sind einzigartig in ihrer Wirkung. Die Schwarze Johannisbeere ist sogar im Winter leicht von ihrer Schwester der Roten Johannisbeere zu unterscheiden, der typische Geschmack nach Cassis offenbart sich beim Kosten der Knospen. Sowohl die Knospen als auch die Blätter stimulieren die Nebennierenrinde und regt die Ausschüttung des körpereigenen Kortisons an. Die Knospen wirken besonders auf die Schleimhäute und Gelenke entzündungshemmend. Vorallem aber reguliert der Knospenauszug das Immunsystem bei Allergien aller Art.
Die Tinktur oder der Tee aus den Blättern wirkt ähnlich, noch dazu kommt hier die Wirkung gegen Viren. So gehören die Blätter in jeden Grippetee und allgemein in antivirale Mischungen.
Die schwarzen Beeren beinhalten viele Antioxidantien, die freie Radikale in unserem Blut einfangen und so verschiedene schädliche Prozesse stoppen. Darüber hinaus soll in den Beeren ein ganz besonderer Stoff enthalten sein, der die Lunge besonders schützt.

Im letzten Knospen-Workshop des Jahres könnt ihr mehr über die Möglichkeiten und Geheimnisse der Baumknospen erfahren:
Donnerstag, 5. April, 19.00 Uhr Schönberg im Stubaital (Anmeldung Erwachsenenschule)

Ich freu mich schon!

Neues Angebot
Seifensieden und die Kräuterstunde! Ich freu mich auf DICH!


One Response to von Hasen, Eiern, Wasser und Feuer

  1. Cialis

    3. April 2018 at 23:35

    @ Wnn 31. März 2018 at 11:04 bald dorthin verschieben, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. “ buxtehude also genau da wuenschen sich fuchs und hase eine gute nacht.“ sagte opa immer. der musste das ja wissen, weil er sonntags zum schiessen ging, und manchmal auf die jagd am elbufer. eben da, wo fuechse und hasen schlafen.

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