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  • Sonja Tanzer

Die 12 Rauhnächte - eine magische Zeit

Die Zeit zwischen den Jahren - was heisst das eigentlich? Es ist eine Nicht-Zeit, die feinstoffliche Welt steht auf dem Kopf, die Vergangenheit fließt nahtlos in die Zukunft und die Gegenwart ist vorbei noch ehe sie sich manifestieren konnte. Nicht nur die Zeit steht scheinbar still, auch die Räder. Gedanken lösen sich auf bevor sie gedacht werden, wie oben so auch unten, was morgen sein wird, ist gestern schon gewesen und heute wird in ein paar Monaten zur Realität.


Damit das astronomische Sonnenjahr und das Mondjahr wieder gleich auf sind, gibt es diese Zwischenzeit - es sind magische 12 Nächte.


Inhaltsverzeichnis

01 Bräuche in den Zwölften

02 Feste Regeln, Überlieferung, Intuition

03 Räuchern und Orakeln - die ersten 6 Nächte

04 Wünsche

05 Wenn du jetzt denkst...

06 Du siehst



Bräuche in den Zwölften


Die Percht geht um - die weise Allmutter sammelt jene Seelen der über´s Jahr Gestorbenen. Jene, die nicht von selbst in die Anderswelt finden, die noch Unerledigtes in der irdischen Welt hält. Sie versammeln sich an Wegkreuzungen und anderen verwunschenen - also magischen - Orten und warten auf die Percht und ihre wilde Jagd. Sie nimmt sich ihrer an und führt sie heim, in den Teich der Frau Holle - in's Hollenreich.


Die Percht prüft die Menschen, die es wagten in der Nacht hinaus zu gehen - ihnen begegnete sie stets als Bettler oder als ein Tier in Not. Je nachdem, wie sich der Mensch verhielt, urteilte sie streng oder milde. Sie wurde als furchteinflößend oder strahlend wahrgenommen.


In diesen Nächten hatten die Spinnräder still zu stehen. Sie war die Wächterin der Spinnerinnen, ihre Hände hatten in den 12 Nächten zwischen den Jahren zu ruhen. Ebenso durfte keine Wäsche nach draußen gehängt werden - die wilde Jagd konnte sich darin verfangen. Ein unglückliches Omen - bedeutete dies doch große Not oder gar einen Todesfall in der Sippe, für den das Wäschestück das Leichentuch symbolisiert.


Meine große Räucherschale


Feste Regeln? Überlieferung? Intuition?


Wie schon im vorigen Blogbeitrag erwähnt, gibt es verschiedene Herangehensweisen. Es gibt unterschiedliche Zählweisen und Nächte, die als "Rauhnächte" gezählt werden. Ein überlieferter Spruch im Alpenraum besagt:


Rauchnächt´ gibt´s vier

Zwoa foast und zwoa dürr.


Das hing damit zusammen, dass an manchen Nächten sogar im Winter üppig Mahl gehalten wurde und an manchen musste gefastet werden.


Da von der Wintersonnenwende bis zum 6. Jänner die Schleier zwischen den Welten - wie auch zu anderen Wendepunkten im Jahr - besonders durchlässig sind, kann in jeder Nacht weis gesagt werden. Der Rat der Ahnen ist dir sicher - auch wenn du dich möglicherweise nicht mehr daran erinnern wirst.


Für viele fängt der Reigen mit der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember an. Ich räuchere in dieser Nacht zwar auch, aber ich orakle nicht. Es geht mir in dieser Nacht mehr darum, den Segen meiner Ahnen und der Anderswelt für meine Lieben und mein Heim zu erbitten. Außerdem habe ich alle Hände voll zu tun, um meinen Sohn an diesem Abend ins Bett zu bringen. Er will immer wach bleiben, weil die Tiere am 24. um Mitternacht sprechen können und man sie verstehen kann. Sie erzählen von der Zukunft und ganz ehrlich: wer will sich das schon entgehen lassen?


Räuchern und orakeln - die 6 ersten Nächte


So habe ich auch in diesem Jahr wieder in der Nacht vom 25. Dezember angefangen. Ich habe mein Traumbuch hervor geholt und auf meinen Nachttisch platziert.


Diese Nacht soll den Jänner repräsentieren: ich habe mich eingestimmt. Das Thema war "Stille" und meine Räuchermischung könnte diese gewesen sein: Alant, Salbei, Johanniskraut, Zirbe, Kardamom. Ich habe heuer zum ersten Mal eine Tarotkarte zu der jeweiligen Rauhnacht gezogen - in dieser war es der Ritter der Kelche.

Vor dem Schlafengehen notierte ich mir noch das Wetter - so wie an diesem Tag, so soll auch der Hartmont, der Mond des hartgefrorenen Schnees sein.


Die zweite Rauhnacht gilt dem Feber, dem Siegmond: Mond des Sieges der Sonne. Das Jahreskreisfest Imbolc, Lichtmess findet im Feber seinen Platz.

Mein Thema: "Frieden". Mit wem oder was möchte ich Frieden schließen? Das waren dann schon so zwei, drei - denen ich meinen Segen gab und sie um ihren bat. Die heutige Tarotkarte: Das Ass der Kelche.

Eine mögliche Räuchermischung könnte gewesen sein: Beifuß, Enelwurz, Roter Pfeffer, Tannennadeln, Benzoe, Ysop


Die dritte Rauhnacht ist dem März gewidmet, dem Lenzmond - Mond des Sehnens. Die Frühjahrstagundnachtgleiche findet im März statt.

Mein Thema an diesem Tag war "Bewegung" - was will ich bewegen, was darf sich bewegen in mir? Der Traum dieser Nacht steht mir immer noch recht lebhaft in Erinnerung. Die Tarotkarte in dieser Nacht war die Sieben der Kelche - ziemlich Kelche-lastig, das erste Viertel des kommenden Jahres!

Was ich verräuchert haben könnte? Ysop, Rosenweihrauch, Weide, Johanniskraut


Die vierte Rauhnacht gebührt dem April - Ostermond. Die Königin der Schwerter regierte diese Nacht. Das Tagesthema war "Aufbruch" - was will ich im nächsten Jahr angehen? Da ist mir dies und jenes eingefallen, aber an vorderster Stelle: Mein Online-Workshop, der im Feber starten soll. Es liegt mir viel daran, deshalb habe ich viel Hingabe in diese Räucherung gegeben: Rose, Lavendel, Zitronenmelisse, Eisenkraut, Beifuß, Tannenharz


Die fünfte Rauhnacht gehört dem Mai - Wonnemond, Mond der Minne und Frühlingsfreude. Beltaine - die Walpurgisnacht fällt auf den 5. Vollmond des Jahres. Auf diese Träume bin ich schon gespannt, ich hoffe, ich kann mich daran erinnern. Das Tagesthema ist - wie könnte es anders sein - die "Liebe". Für diese Nacht habe ich Der Gehängte aus dem Tarot gezogen.

Die mögliche Mischung für diese Nacht: Fichtenpech, Dammar, Waldmeister, Styrax, Ruchgras, Rose


Die sechste Rauhnacht stellt den Juni dar - Prachtmond, Mond des Prangens und der Fruchtbarkeit. Die Sommersonnenwende fällt in diesen Monat - die Tage werden schon wieder kürzer und doch: "Fröhlichkeit und Lebensfreude" sind die Tagesthemen. Worüber freue ich mich besonders? Gelingt mir etwas gut? Habe ich besonderes Glück in meinem Leben? Für den Juni ziehe ich den Ritter der Münzen.

Was ich in dieser Nacht verräuchere? Vielleicht Lavendel, Weihrauch, Königskerze, Johanniskraut, Holunderblüten, Ringelblume


Die dritte Rauhnacht

Wünsche


Am 24. habe ich mich auf die kommenden Nächte vorbereitet. Ich habe 13 Zettelchen genommen und auf jedem der Zettel einen Herzenswunsch geschrieben. Sie wurden zusammengefaltet und stehen nun in einem Glasschüsselchen gemeinsam mit einer Kerze neben meiner Räucherschale.


In jeder Nacht wird eines der Zettelchen gezogen und mit der Flamme der Bienenwachskerze angezündet. Gemeinsam mit dem Räucherwerk kommt der brennende Wunsch auf die Kohlen. Alles andere liegt nun nicht mehr bei mir - ich habe meine Herzenswünsche höheren Mächten übergeben.


Moment! 13 Wünsche? Es sind doch nur 12 Nächte! Richtig. Der letzte Wunsch, der übrig bleibt, liegt in meiner Verantwortung. Ich darf selbst dafür sorgen, dass er in Erfüllung geht - dafür habe ich dann ein ganzes Jahr lang.



Wenn du jetzt denkst...


Schade, jetzt ist die Hälfte der Rauhnächte fast vorbei und ich habe das alles nicht gewusst, dabei hätte ich diese Rituale doch so gerne auch gemacht.


Das macht doch nichts! Du kannst immer noch einsteigen.


Alles was du brauchst:

- ein feuerfestes Gefäß

- etwas Sand von einem nahe gelgenen Fluss

- Kohle (bekommst du in der Tabaktrafik, frag nach Shishakohle)

- eine Kerze - bestenfalls aus Bienenwachs

- ein paar Kräuter oder Harze (fühle dich in die Themen ein)


Im nächsten Blogbeitrag werden die letzten 6 Rauhnächte besprochen. Die Tagesthemen vorweg:

Gesellschaft

Fülle

Ernte

Dankbarkeit

Intuition

Weisheit



Du siehst...


Es dreht sich alles immer im Kreis - na gut, oft ist es auch eine Spirale: Die zwölf Raunächte führen in Wirklichkeit durch das kommende Jahr mit seinen Wendepunkten. Die Jahreskreisfeste sind magische Schwellenzeiten, die uns reifen lassen und uns die Achtsamkeit gegenüber den Abläufen in unserem Leben und jenen in der Natur lehren. Jedes Jahr hat man wieder neue Möglichkeiten, sein Leben neu zu gestalten.


Vielleicht hegst du ja schon seit einiger Zeit den Wunsch, dich näher mit den mystischen Abläufen in der Natur zu beschäftigen? Möglicherweise träumst du davon, dich mit heimischen Kräutern, den richtigen Sammelzeitpunkten und -regeln intensiver zu beschäftigen? Du willst endlich eine eigene Kräuterapotheke haben, um unabhängiger von der Pharmaindustrie zu sein? Was hält dich davon ab? Keine Zeit? Keine passende Kräuterfrau in der Nähe? Die Angebote sagen dir irgendwie nicht wirklich zu?


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Auja und es ist immer noch Schnupfen-Zeit! Hier erhältst du 12 Rezepte, die dir in dieser lästigen Zeit Linderung verschaffen werden.




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